Schwangerschaft
Schreibe einen Kommentar

1. Trimenon – Wie du mit den Ängsten in der Schwangerschaft umgehen kannst

Bist du (frisch) schwanger und solltest dich „eigentlich“ freuen? Doch statt dessen plagt dich die Ängste in dieser Schwangerschaft, seit der Test positiv zeigte – oder schon davor.

Angst, dass du dich täuscht und gar nicht mit deinem Wunschbaby schwanger bist. Angst, dass die Schwangerschaft nicht bestehen bleibt. Angst vor einer Fehlgeburt. Angst davor, nicht zu bemerken, wenn mit deinem Baby etwas nicht stimmt.

Wenn es dir so geht, dann ziehen sich die Zeiträume bis zum nächsten Termin beim Frauenarzt wie Kaugummi.

Und schon ist sie wieder da. Die Angst davor, dass es deinem Baby in deinem Bauch nicht gut geht.

Diese Angst macht dir Stress. Du weisst, dass Stress nicht gut fürs Baby ist. Doch leider führt dieser Gedanke nur zu weiterer Sorge, dass du mit deinem Baby mit deiner Angst schaden könntest.

Doch: mit wem nun DARÜBER sprechen?

Mit dem Partner?

Mit dem Arzt?

Mit einer Freundin?

Manchmal gibt es sie einfach nicht – die idealen Gesprächspartner, um diese subtilen, fiesen Ängste zu besprechen.

Die Schwangerschaft
gemeinsam erleben


Du wünscht dir einen respektvollen Austausch mit anderen Schwangeren, die genauso "weit" sind wie du?

Du möchtest nicht "Hinz & Kunz" mit deinen Schwangerschaftsfragen nerven - aber platzt, wenn du nicht bald jemanden zum reden hast?

Dann komm jetzt gleich in deine Schwangerschaftgruppe und triff Gleichgesinnte.

Zu allererst einmal:

Du bist völlig normal mit deiner Angst in der Schwangerschaft

Es geht ganz vielen Frauen wie dir.

Ich selbst bin kein besonders ängstlicher Mensch. Doch natürlich durchflitzen auch mich diese Gedanken.

„Puh – erst in 6 Wochen ein Termin bei der Frauenärztin…. das ist aber lange.“ – obwohl ich eigentlich ganz froh bin, dass das kleine Wesen in mir dadurch auch nicht so früh und häufig dem Wummern des Ultraschalls ausgesetzt ist.

oder ….

„Was ist, wenn ich mir die feine, zweite, rosa Linie nur eingebildet habe?“ – fleissig ignorierend, dass dann ja meine Tage hätte kommen müssen.

oder …

„Vielleicht lebt das Baby gar nicht.“ – obwohl ich natürlich das Wissen habe, dass sich dann irgendwann Blutungen einstellen würden oder ich Schmerzen bekäme, die über das Ziehen der Mutterbänder hinaus geht.

Auch in den Schwangerschaftsgruppen werden häufig die verschiedensten Ängste besprochen. Die verändern sich… denn es ist ein Irrglaube, dass sie mit dem Erreichen der 13. Schwangerschaftswoche urplötzlich verschwinden würden.

Ängste in der Schwangerschaft sind ein Warnsignal

So wie wir in der Stillberatung immer wieder darauf hinweisen, dass Schmerzen ein Warnsignal des Körpers sind, gehören auch Ängste zu den Warnsignalen unseres Körpers.

Allerdings in einen etwas anderen – nicht weniger wichtigen Bereich.

Sie kommen aus unserem Geist, unserer Seele, unserem Unterbewussten.

Ein Warnsignal ist so etwas wie eine Ampel oder ein Vorfahrt-achten-Schild. Manchmal auch ein „Stopp“ an einer Gefahrenstelle.

Und so wie wir Verkehrs-Warnsignale im Verkehrsunterricht, in der Fahrradschule und später in der Fahrschule gelernt haben, lernen wir ebenso in unserem Leben die Gefahrenzeichen, die für uns gelten.

Warum unbeachtete Ängste in der Schwangerschaft so auch selbst zur Gefahr werden können

Das Problem: Es gibt keinen Regelkatalog für Ängste.

Also,… keinen allgemein gültigen.

Jede von uns hat einen ganz eigenen Regelkatalog für Ängste.

Der wird geprägt nach oft nicht sofort ersichtlichen Mustern, guten und schlechten Erfahrungen und von Wissen.

Je weniger wir über etwas wissen, desto mehr Vermutungen müssen wir anstellen.

Je weniger (gute) Erfahrungen wir mit Situationen machen konnten, desto weniger können wir uns vorstellen, dass es gut läuft.

So wissen wir rein statistisch zb. dass nur in 5-15% medizinische Hilfe für eine Geburt benötigt wird – im Maximum. Tatsächlich wird aber in 93% der Geburten mit medizinischen Maßnahmen eingegriffen. Die Nachteile davon sind nicht sofort ersichtlich – denn hier wird umgehend mit dem Schutz des Lebens von Mutter & Kind argumentiert. Und was will man hier schon dagegen setzen!?

Warum ich dir das hier schreibe?

Weil der Beginn deiner Geburt und deines Mama-seins jetzt am Anfang deiner Schwangerschaft steht.

Mögen deine Entscheidungen deine Hoffnungen reflektieren, nicht deine Ängste!

Nelson Mandela

Schwangerschaft, Geburt und der Beginn im Leben als Mama können dir wahre Diener sein, wenn es darum geht NEU zu lernen mit Ängsten umzugehen.

Du kannst über dich hinaus wachsen.

Was du gegen diese fiesen Ängste in der Schwangerschaft tun kannst

Die Ängste in der Schwangerschaft maskieren sich ganz unterschiedlich.

Manchmal ist Gesundheitspersonal – also Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen usw – auch recht gut darin Ängste weiter zu schüren. Was zu unnötig vielen Untersuchungen und einer Abhängigkeit davon führen kann. Was dich leider nicht in deinem Bauchgefühl stärkt… und somit viele deiner Entscheidungen in eine Richtung beeinflusst, die dich weiter wegbringen von einem natürlichen und tatsächlich auch sicheren Umgang mit deiner Schwangerschaft und später der Geburt.

Oder: Ängste zu unterdrücken! Was ebenso krude ist und gefährlich werden kann – weil so deine feinen Antennen für deine Bedürfnisse gestört werden. Und dein (komisches) Bauchgefühl unterdrückt wird – statt seinen wichtigen Platz einnehmen zu dürfen.

Deshalb ist es schön, wenn du einen Weg findest in deinem eigenen Interesse einen guten Umgang mit deinen Ängsten in der Schwangerschaft zu finden. Denn so werden sie zum Diener eurer Gesundheit. Von dir und deinem Baby.

Klingt verrückt?

Ist aber total gut möglich.

Ängste in der Schwangerschaft mit Wissen besiegen

Die Frage, um das notwendige Wissen zu recherchieren kann lauten

  • Wie wahrscheinlich ist …
  • Was kann ich tun, damit *meine Angst* nicht eintritt

oder wenn du bereits mehr dazu weisst auch einfach:

  • Ist es wahr?

Viele Ängste – das hab ich dir oben anhand meiner ängstlichen Gedanken gezeigt – sind einfach nicht wahr. Sie irritieren uns einfach kurz… und wir haben die Entscheidungskraft uns dem hinzugeben oder dem zu begegnen.

Doch manchmal will uns eine Angst trotzdem nicht loslassen.

Dann ist es das Signal einen Schritt weiter zu gehen:

Ängste in der Schwangerschaft mit Reflexion besiegen

Dich einfach mal hinzusetzen – bei einer schönen Tasse Tee oder Kaffee – und anzufangen zu schreiben was dir zu dieser Angst einfällt ist ein erster Schritt.

  • Wann trifft sie dich?
  • Warum beschäftigt sie dich?
  • Welche Erfahrungen hast du schon mit diesem Gedanken oder dieser Angst gemacht?

Oder die Ängste überhaupt einfach mal in schriftliche Worte zu formulieren.

Das hilft sie zu benennen.

Und dann kannst du zum Beispiel mit einer Übung wie „The Work“ von Byron Katie daran arbeiten und herausfinden, was an deiner Angst wahr ist.

Ängste in der Schwangerschaft mit Coaching und Beratung besiegen

Die Schwangerschaftsvorsorge mit einer Hebamme hilft oft, neben der medizinischen Versorgung auch eine psychisch-seelische Begleitung an der Seite zu haben.

Aber auch nicht immer.

Coaching und Beratung sind zwei Ansätze die dir dann darüber hinaus helfen können. Alternative Lösungen können aus dir selber heraus kommen – das ist der Fokus im „Coaching“. Dabei wirst du von einer entsprechend ausgebildeten Person begleitet deiner inneren Stimme zu folgen.

Auch Beratung kann so orientiert sein, dass du deiner inneren Stimme folgst, hat aber meist nochmal mehr Einblick in medizinische und organisatorische Abläufe und wie sie alternativ gestaltet werden können.

Helfen können wie gesagt Hebammen, Geburtsmentoren, Doulas und Beraterinnen im medizinischen Bereich.

Das Geburtsplanungsgespräch ist die „bekannteste“ Art einer solchen Beratungssituation, allerdings streng an die Möglichkeiten der einzelnen Klinik gebunden.

Freie Beraterinnen schießen an manchen Stellen wie Pilze aus dem Boden und es ist gut, wenn du genau prüfst, wer dir gerade gut helfen kann. Dabei ist es überhaupt nicht schlimm erst einmal auszuprobieren, ob es sich stimmig anfühlt – die meisten Berater bieten heute kostenpflichtige oder kostenfreie Vorgespräche oder Erstberatungstermine an.

Deine Ängste sind keine Angststörung!

Wenn du deine Ängste in der Schwangerschaft um dich kreisen siehst und versuchst wegzuschieben kommen sie immer wieder.

Es können so viele werden, dass es fast den Anschein erweckt, dass du eine Angststörung hättest. Aber das ist meistens gar nicht der Fall!

Angst gehört zu unserem Leben. Genau wie Schmerz. Es ist ein gutes Warnsignal, auf das wir hören dürfen.

Ich praktiziere es dabei so, dass ich immer schaue, wie weit ich in einem annehmbaren Zeitraum selber komme und mir sonst einfach Hilfe für diesen Schritt hole. Damit habe ich persönlich sehr gut Erfahrungen gemacht und weiss von anderen Frauen, die sich so ihre Wunschgeburt ermöglichen konnten – ohne dass Ängste im Weg waren. Und die einen sicheren und selbstbewussten Umgang mit ihrer Schwangerschaft und später mit ihrem Baby gefunden haben.

Wenn du Austausch suchst, freue ich mich, dich in einer meiner Schwangerschaftsgruppen zu treffen. Solltest du persönliche Unterstützung suchen und vor Ort niemanden finden, dann meld dich gern in der Gruppe und ich kann dir Kolleginnen nennen, die überregional helfen können.

Hast du schon einmal oder häufiger erlebt, wie befreiend es ist eine Angst überwinden zu können? Dann schreib doch in den Kommentaren, was dir dabei geholfen hat.

Alles Liebe und bis bald,
Deine ~Tabea

Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.