Baby
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Dein Baby schreit? 5 Worte, die du unbedingt kennen musst, bevor dein Baby geboren ist

Baby schreit

Was will es dir mitteilen, wenn dein Baby schreit?

Babys schreien. Babys weinen…

Manche Babys schreien sogar besonders viel.

Sie versetzen damit ihre ganze Umgebung in helle Aufregung!

Tun sie das, um uns zu ärgern?

Natürlich nicht! Schreien Babys, wenn sie überreizt sind?

Klar.

Schreien Babys, weil sie etwas verarbeiten müssen?

Manchmal auch das. Aber von Anfang an ist eines noch viel wichtiger!

Dein Baby schreit immer dann, wenn es deine Aufmerksamkeit mit “leiseren Zeichen” nicht erreichen konnte

Dein Baby wird seine Bedürfnisse meist erst einmal leise äußern.

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Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Mit einer Geste. Einem mimischen Ausdruck. Einer kleinen Bewegung.

Hast du das nicht mitbekommen, so ist das nicht weiter schlimm.

Dein Baby wird sich alle Mühe geben deine Aufmerksamkeit zu erreichen!

Meistens wird es zuerst einmal Geräusche zu seinem leisen Ausdruck hinzufügen. So kannst du mitbekommen, dass es deine Hilfe braucht, auch wenn du gerade außer Sichtreichweite warst.

Doch irgendwann – und das kann auch zeitlich sehr schnell folgen – wird sich dein Baby lautstark bemerkbar machen.

Irgendwie muss es ja sicherstellen, dass es versorgt wird!

Immer wieder kann man feststellen, dass Personen, die viel mit kleinen Babys arbeiten, sehr genau wissen, was das weinende Baby gerade braucht. Ein, zwei Handgriffe und das weinende Baby ist zufrieden.

Ohren und Augen von geübten Menschen haben gelernt sofort zu interpretieren, was das Weinen gerade bedeutet.

Genau und messbar feststellen konnte man das jedoch lange nicht!

Man hatte an der falschen Stelle gesucht. Zu sehr hatten sich Wissenschaftler um die Häufigkeit, die Intensität oder Dauer der “Schrei-Laute” gedreht.

Bis um die Jahrtausend-Wende eine junge Mutter in Australien feststellte, dass ihr Baby widerkehrend die gleichen Laute formte. Immer abhängig vom jeweiligen Bedürfnis. Priscilla Dunstan konnte verstehen was ihr Baby brauchte, wenn es weinte. Das machte sie natürlich mächtig stolz.

Bei Spaziergängen außer Haus musste sie dann feststellen – es handelt sich überhaupt nicht um eine individuelle Sprache zwischen ihr und ihrem Sohn!

Die Babys die sie unterwegs Weinen hörte formten exakt die gleichen Laute.

Wort-Laute, die das Weinen verstehbar machen

Es folgte eine Forschung über viele Jahre, Länder und Kontinente, um zu bestätigen, was die Australierin herausgefunden hatte.

Die Sprache der Babys kann damit so gut verstanden werden, dass

  • 50% der Eltern ein Anstieg ununterbrochener Schlafphasen zugute kam
  • 50% der Eltern eine noch tiefere Bindung zu ihrem Baby verspürten
  • 70% der Eltern angegeben haben, sie können ihr Baby schneller beruhigen
  • 90% der Mütter das Verstehen der Worte als sehr hilfreich empfanden

[bctt tweet=”90% der Mütter verstehen ihr kleines Baby mit DBL besser!”]

 

Es braucht wirklich nur ein wenig Übung.

Das was im Umgang mit kleinen Babys Erfahrene über Jahre gelernt haben, kann man dabei auch ganz systematisch erlernen.

Es ist wichtig, dass du dir bewusst machst, dass hinter jedem Wein-Laut ein körperliches Bedürfnis steckt. Also nicht die Farbe deiner Haare, oder der Schnitt deines Kleides.

Du kannst Augen und Ohren auf dein Baby einstimmen

Natürlich nutzen Babys nicht nur Sprachlaute. Auch Mimik und Gesten gehören zu ihrem Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten.

1. Neh – Ich habe Hunger

Die Saug- und Schluckreflexe gehören zu den bekanntesten Reflexen der Babys. Immer wenn dein Baby Hunger hat, wird es erwarten, saugen zu dürfen.

Meist wachen Neugeborene schon mit einer Portion Hunger aus dem Schlaf auf. Aber auch wenn dein Baby bereits wach ist, setzt zuerst der Suchreflex ein. Dein Baby “kontrolliert” ob es schon in der Nähe seiner Nahrungsquelle ist.

Es sucht deine Brust.

Der Kopf wird sich hin und her wenden. Die Zunge wird über die Lippen streichen. Der Mund öffnet sich.

Dein Baby schmatzt oder saugt an seinen Fingern und Händen.

Ganz aktiv wird in dieser Phase ebenfalls der Saugreflex. Bereits die schmatzenden Geräusche die man bei hungrigen Babys hören kann sind darin begründet.

Die Zunge stößt dabei an den oberen Gaumen, bildet etwas Unterdruck und schnellt dann mit eben diesem schmatzenden Geräusch zurück.

Wenn du bereits dabei bist dein Baby an deine Brust anzulegen, ist dies ein günstiger Zeitpunkt. Der Hunger ist noch nicht zu Hunger-Stress geworden und das Anlegen kann in Ruhe passieren.

Doch manchmal geht es auch ganz schnell. Der Hunger ist schon so präsent, dass dein Baby nur noch schreiend darauf aufmerksam machen kann, dass es etwas braucht.

Schreiend wird es mitunter sehr schwierig dein Baby zu verstehen!

Natürlich wirst du versuchen dein Baby zu beruhigen. Du kannst es tragen… wiegen. Mit ihm sprechen. Ein wenig beruhigend summen.

Zusätzlich hast du nun die Möglichkeit auf das Wort Neh zu hören. Das charakteristische bei diesem Laut ist, dass das “N” sehr deutlich ist. Fast schon hart. Die Zunge deines Babys stößt dabei immer wieder an das Gaumendach.

Versuche dein Baby, wenn es schon sehr weint, etwas zu beruhigen.

Dann nutze den ruhigeren Moment gleich, um mit dem Anlegen zu beginnen.

Wenn du gerade Unterstützung an der Hand hast, kann das Beruhigen auch z.B. der Papa übernehmen.

Dann kannst du den Moment nutzen, um mit einer kurzen Brustmassage schneller für einen sättigenden Milchfluss zu sorgen.

Mit der Mahlzeit erst zu beginnen, wenn dein Baby schon vor Hunger schreit, sollte wirklich eine Ausnahme bleiben!

Grundsätzlich wird sich dein Baby in den allermeisten Situationen vor dem Weinen durch die sogenannten frühen Stillzeichen bemerkbar machen. Du ersparst deinem Baby eine Situation aus großem Stress und existenzieller Angst, wenn du darauf reagierst!

2. Owh – Ich bin müde

Müssen Babys schlafen lernen?

Nein. Babys können schlafen!

Babys schlafen sogar in den ungewöhnlichsten Positionen und Umgebungen.

Doch alleine Einzuschlafen gehört nicht zu ihren Stärken. Und das ist gut so!

Ein Baby, das irgendwo alleine liegend einschläft könnte ja vergessen werden. Das ist heute nicht gefährlich – zu Zeiten, als wir noch in Wald und Höhlen lebten war das aber sogar gemein gefährlich!

Deshalb schlafen Babys am besten, wenn sie es warm und sicher haben. Das wiederum sichern sie, indem sie entweder an ihrer Versorgungsperson schlafen, oder mit ihr zusammen. Also zb. in einem Tragetuch, oder gemeinsam kuschelnd.

Überhaupt ist das Schlafverhalten von Babys so ganz anders

Wir Erwachsene haben das vielleicht ganz anders erwartet.

Dein Baby wird daher anfangs häufig dann einschlafen, wenn es seinen schlimmsten Hunger beim Stillen gesättigt hat.

Doch manchmal gibt es Situationen, in denen dein Baby schlafen möchte. Es ist schon sehr müde. Aber Hunger hat es gerade keinen und Stillen mag es auch nicht.

Müde Babys haben oft vermehrt unkontrollierte Bewegungen.

Wenn dein Baby müde ist, reibt es sich vielleicht das Auge. Oder es zieht an seinem Ohr. Vielleicht kratzt es sich auch am Kopf.

Charakteristisch für das Weinen wegen Müdigkeit ist, dass es mit dem Gähnen verknüpft ist. So formt sich auch der “runde” Laut.

Das Owh hört sich oft auch wie “Auh” an.

Der offene, ovale Mund formt das Wort, das uns mitteilt, dass dein Baby müde ist.

Zum Einsatz kommt, was für euch gut funktioniert.

Ob dein Baby leichter einschläft wenn es getragen, gestillt oder gestreichelt wird. Ob dein Baby besser bei Helligkeit oder bei Dunkelheit einschläft. Ob eine Massage oder ein Lied zum Einsatz kommt.

Das alles sind liebevolle, mögliche Rituale, die beim Einschlafen helfen können.

3. Eh – Ich muss aufstoßen

Wenn sich im Magen Luft angesammelt hat, kann diese ganz schön drücken.

So lange dein Baby liegt, kann diese jedoch erst mal weder vor, noch zurück.

Es drückt.

Vielleicht windet sich dein Baby auch, weil es sich gerade bemüht, die Luft irgendwie loszuwerden.

Typisch für das Weinen wegen dem Bedürfnis aufstoßen zu müssen, ist der große Druck, der durch die Luft im Bauch entsteht.

Das Wort Eh hört sich dabei recht gepresst an und kommt meist mehrere Male hintereinander.

Es kann sein, dass dein Baby während der Mahlzeit kurz aufstoßen muss. Auch wenn das Aufstoßen nur leise war, kann die Mahlzeit weitergehen, wenn dein Baby wieder sucht.

Um Aufstoßen der Luft zu erleichtern nimmst du dein Baby aufrecht und stützt es gut gegen deinen Körper oder wiegst es dabei sanft. Auch ein sanftes Klopfen kann die Luftblasen aus dem Magen hinaus befördern.

Doch Aufstoßen ist nicht zwingend rund um die Mahlzeit notwendig. Unabhängig davon kann es notwendig sein, die drückende Luft nach dem Aufwachen oder vor dem Einschlafen aufzustoßen.

4. Eairh – Ich habe Bauchweh

Eine Besonderheit die, den Berichten nach, vor allem westliche Babys gemeinsam haben: abendliche Schreistunden.

20-30% werden als Kolikbabys oder Schreibabys kategorisiert.

Dabei ist die Definition, dass das Schreien mehr als 3 Stunden an mehr als 3 Tagen der Woche über mehr als 3 Wochen andauert. So werden Kinderarzt Morris Wessel und Professor Barry Lester zitiert.

Auch bei größeren Kindern ist Bauchweh oft das Symtom für alles Mögliche

Obwohl man es Kolik nennt, konnte man keine Unterschiede im Darm feststellen. Nur bei einem Baby von 20 hatten Blähungen einen Einfluss auf das Schreien! (Quelle: Dr. rer. net. Joachim Bensel, Was sagt mir mein Baby wenn es schreit, 1. A. 2003, S.118)

Immer wieder wird beschrieben, dass sehr ursprünglich lebende Völker dieses exsessive Schreien bei ihren Babys nicht kennen.

Darüber schreibt die Amerikanerin Jean Liedloff in ihrem Buch “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück” schon vor 35 Jahren. Sie hatte im Dschungel Venezuelas bei den Yequana-Indianern genau diese Beobachtung gemacht.

Was machen die Menschen alter Kulturen anders mit ihrem Baby?

Die Dunstan Baby Language lehrt, das Wort Eairh wird durch Blähungen verursacht.

Eine meiner Kolleginnen auf einer Wochenbettstation beobachtet im Zusammenhang mit Eairh, beim Baby ein verkrampftes, rotes Gesicht und zusammengepresste Augen. Grundsätzlich wird der Laut in Verbindung mit einem sehr dringlichen, gestressten Weinen beschrieben.

Babys, die nah an den ursprünglichen Gegebenheiten leben fangen zwar genauso häufig an zu schreien. Aber die Dauer ist deutlich kürzer. Das gilt auch für westliche Babys.

Eine zugewandte und liebevolle Versorgung

  • viel Körperkontakt
  • eine Nahrungsaufnahme nach dem Bedarf des Kindes – ohne die Uhr zu beachten
  • eine Ausscheidung ohne eine Windel am Körper zu tragen

sind dabei hilfreiche Optionen.

5. Heh – Ich fühle mich unwohl

Stell dir vor jemand streicht dir über Kopfhaut oder Nacken. Kennst du dieses Huschern, welches dir dabei manchmal über den Rücken fährt?

Der Laut der dabei aus deinem Mund fährt, während du ausatmest ähnelt schon sehr dem Heh-Laut aus der Dunstan Baby Language.

Heh wird beobachtet, wenn ein Baby sich unwohl fühlt.

Nicht wegen dem trüben Wetter oder so. Nein.

Die Ursache liegt dabei auf der Haut.

Vielleicht friert dein Baby, oder es schwitzt. Es ist zu dick bekleidet. Die Windel ist nass.

Erstaunlich fand ich persönlich nach einiger Zeit, dass mein Sohn den Laut Heh nutzte, schon bevor er in die Windel einnässte. So konnte ich ihm die Gelegenheit geben sich frei zu erleichtern.

Im Allgemeinen ist Heh einfach der Hinweis zu kontrollieren, ob die Kleidung mehr, weniger oder gewechselt werden muss.

Fazit:

Dein Baby ist davon abhängig, von dir versorgt zu werden.

Wenn dein Baby weint verbraucht es viel Energie. Es hat immer einen guten Grund zu weinen.

Ein weinendes Baby ist oft schwieriger zu Verstehen, weil schon eine gute Portion Aufregung in der Luft liegt.

Deshalb:

  • Halte inne mit dem was du tust
  • Nimm dein Baby in den Arm, versuche die Aufregung etwas zu beruhigen
  • Sprich ganz ruhig mit deinem Baby
  • Beobachte dein Baby, höre auf seine Laute, um herauszufinden was es gerade braucht.

Zu wissen, was dein Baby braucht ist so viel wert. Es ist so viel erfüllender, als verzweifelt zu versuchen richtig zu handeln ohne zu wissen was jetzt “dran” ist.

Aber noch mehr:

Obwohl sich die Reflexe auf denen die Lautsprache der Babys gründet mit ca. 3-6 Monaten verschwinden: Ihr werdet viel länger davon profitieren!

Werden die Laute deines Babys mit der Erfüllung seines Bedürfnisses “verknüpft”, dann lernt es diese auch weiter einzusetzen.

Meinen eigenen Sohn höre ich nachts im Halbschlaf. Noch weit nach seinem 1. Geburtstag mach er die Laute, die seinem momentanen Bedürfnis entsprechen. Dabei ist der “Laut” zu einem Wort geworden.

Das System der Dunstan Baby Language ist ein wertvoller Baustein, um die Bedürfnisse deines Babys verstehen zu lernen! Die Verständigung zwischen dir und deinem Baby wird am ersten Tag seines Lebens anfangen. Und ein Leben lang halten.

Hier kannst du dir die Übersicht speichern!

Baby weinen verstehen

Was denkst du über die Nutzung der Dunstan Baby Language, um dein Baby besser verstehen zu können?

Schreibe mir in den Kommentaren.

Alles Liebe und bis bald,
~ Tabea

 

 

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin
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