Stillzeit
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Mein Baby wird nicht satt

Macht dich das Stillen nur noch fertig, weil dein Baby einfach nicht satt wird?

Willst du nicht aufhören zu Stillen – obwohl du ständig gesagt bekommst, dass das wohl besser wäre?

Vielleicht hast du aus purer Verzweiflung bereits ein Fläschchen Pre gegeben, denn sonst würde dir dein Baby nur noch am Busen hängen.

So geht das seit Tagen.

Seit Wochen.

Und manchmal wird dein Baby richtiggehend wütend und zerrt an deiner Brustwarze. Du hoffst inständig, dass euch dabei niemand sieht – denn ja, das tut so weh wie es aussieht.

Außerdem tut dir das kleine verzweifelte Baby-Wesen einfach nur leid!

Als du ihm das Fläschchen gegeben hast, war dir auch klar warum – dein Baby hat Hunger! Schließlich war die komplette Menge innerhalb weniger Augenblicke geleert und dein Baby ist endlich zufrieden eingeschlafen. Weder nach 4, noch nach 5 noch nach 6 Stunden hatte es Lust zu Stillen danach.

Beschreibt das im Ansatz deine Situation?

Dann fragst du dich vielleicht, wie es mit dem ausschließlichen Stillen klappen kann, ohne, dass deine Nerven irgendwann völlig blank liegen. Und du fragst dich, wie du deine Milch auf das Maß steigern kannst, damit dein Baby zufrieden sein und gut wachsen kann.

Da die Menge deiner Milchproduktion sich im Verlauf der Stillzeit immer wieder an einen wachsenden Bedarf anpassen muss, ist dein Körper geradezu darauf ausgelegt, diese innerhalb kürzester Zeit zu boostern.

Reicht das Stillen?!

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Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Was das für dich bedeutet?

Nimm dir 3 Tage Zeit – nur für dich, dein Baby und das Stillen. Lass dich in dieser Zeit versorgen, als wären es die ersten Tage nach der Geburt. Verkriech dich im Bett oder verkrümel dich aufs Sofa. Und richte es dir so ein, dass du es wirklich genießen kannst.

Und dann machst du folgendes:

#1 – Achte auf frühe Stillzeichen

Je stärker der Hunger deines Babys ist, desto schwieriger ist es mit dem Anlegen. Nun hast du in Ruhe Zeit, das Aufwachen deines Babys und die frühen Stillzeichen wahrzunehmen.

Die Grafik der Gesundheitsbehörde von Queensland zeigt ganz wunderbar, was dann nach und nach passiert.

Hungerzeichen Baby Stillen

 

© State of Queensland (Queensland Health) 2012  | CC BY NC ND 3.0

Die frühen Zeichen für Hunger sind wirklich unscheinbar und können leicht übersehen werden. Deshalb kannst du nun besonders darauf achten.

#2 – Führe eine Brustmassage vor dem Anlegen durch

Sobald du merkst, dass sich dein Baby zunehmend mit Hunger meldet, kannst du bereits anfangen dir alles für die kommende Stillmahlzeit zu richten.

Vielleicht möchtest du noch einmal zur Toilette oder brauchst noch ein Glas Wasser. Wenn du alleine bist, ist es gut, wenn alles was du eventuell brauchst in erreichbarer Nähe liegt.

Eine liebevolle Brustmassage hilft deinen Hormonen auf die Sprünge. Sie dauert etwa 30 Sekunden und macht es deinem Baby leicht, schon ab dem ersten Saugen von deiner Milch zu trinken.

So nutzt dein Baby die komplette Zeit, um zu trinken. Gerade, wenn dein Baby eher müde und schläfrig ist, ist diese Massage ein “Muss”.

Mit der Handentleerungsbewegung, beförderst du den ersten Tropfen deiner Milch auf die Mamillenspitze. Dein Baby weiß sofort, wo es seine Mahlzeit findet und wir richtiggehend gelockt.

Die im hier verlinkten Video gezeigte Methode zum Entleeren deiner Brust von Hand kannst du auch nutzen, wenn du zusätzliche Muttermilch gewinnen möchtest. Oder wenn du einen Milchstau hast.

Betrachte genau die Bewegung der Finger – nur wenn die Milchgänge wirklich zwischen deinen Fingern liegen, wirst du deine Milch gut entleeren können.

#3 – Sorge dafür, dass das Anlegen korrekt & schmerzfrei ist

Wenn das Stillen weh tut, steht das häufig auch einer reichlichen Milchproduktion im Weg.

  • Bei Schmerzen wird der Milchspendereflex schlechter ausgelöst
  • Ohne korrektes Anlegen ist der Milchtransfer reduziert und erschwert
  • Schmerzen & Verletzungen sind ein deutliches Zeichen dafür, dass das Saugen noch nicht ideal klappt

Da Stillen zwar auf Instinkten basiert in der Folge doch erlerntes Verhalten ist, erleben wir häufig ein Dilemma. Meist haben wir wenn überhaupt nur wenige Frauen in unserem Umfeld stillen sehen.

Doch es hat auch etwas Gutes – denn wenn etwas erlernbar ist, dann kann man es ja lernen.

Dazu eignet sich ein Stillvorbereitungskurs während der Schwangerschaft. Oder ein Kurs wie dieser hier, in dem du die Technik des richtigen Anlegens in Videos* gezeigt bekommst.

In einer Stillgruppe lernst du andere Mamas kennen und kannst sie möglicherweise auch beim Stillen beobachten.

Bist du bereits im Wochenbett, dann kann dir deine Hebamme oder Stillberaterin zeigen, wie du deinem Baby helfen kannst so zu Stillen, dass es für dich keine Schmerzen verursacht.

#4 – Hab viel Hautkontakt mit deinem Baby

Zum einen verändert Hautkontakt deine allgemeine hormonelle Situation. Sie verbessert deinen Oxytocinhaushalt – genau das, was du brauchst, damit die Milchbildung in Schwung kommt.

Außerdem hilft der Hautkontakt deinem Baby mit all seinen Körperfunktionen. Sein Puls wird ruhiger und ebenso die Atmung. Es verplempert weniger Energie. Auch der Wärmeerhalt des kleinen Körpers wird nun von dir unterstützt.

Im Hautkontakt können auch viele der stillunterstützenden Reflexe deines Babys besser zum Einsatz kommen. Weniger rutschige oder klemmende Kleidung stört euch beim Anlegen.

#5 – Häufig Stillen ist das A und O

Jedes Mal, wenn ein paar Tropfen Muttermilch entnommen werden, wird umgehend neue Milch nachgebildet. Dabei werden mehrere Ebenen in deinem Körper angesprochen, die sich alle auf deine reichliche Milchbildung auswirken.

Babys, die gut wachsen und zunehmen, stillen meist ca. 8-12x in 24 Stunden.

Soll die Milch mehr werden, braucht es meist 10-12 oder sogar mehr Mahlzeiten in 24 Stunden. Dazu gehört auch mindestens eine Phase mit Clusterstillen, in der ihr über mehrere Stunden hinweg kaum etwas anderes tun werdet, außer zu Stillen.

Hat sich die Milchmenge hochreguliert und an den höheren Bedarf angepasst, werden die Stillmahlzeiten häufig wieder etwas seltener und pendeln sich im natürlichen Bedarf deines Babys ein.

Hier erkläre ich in einem kurzen Video, warum häufige Stillmahlzeiten nicht nur “ok”, sondern wichtig sind.

#6 – Mit Wechselstillen boosterst du die Milchmenge

Häufig wird empfohlen Babys möglichst lange an jeder Seite stillen zu lassen.

Dahinter steht das Wissen, dass deine Milch im Verlauf einer Stillmahlzeit immer fettreicher wird. Das ist natürlich besonders wertvoll für dein Baby, wenn es noch mehr an Gewicht zunehmen darf.

Ist die Milchproduktion bereits eher knapp, kann es sein, dass dein Baby leider mehr am Busen schläft statt zu trinken. Es wird kein zweiter oder dritter Milchspendereflex ausgelöst und dein Baby wartet dösend vor sich hin. Erst wenn du es von der Brust löst, wird es wieder munter – oder schläft sogar dann weiter.

Beim Wechselstillen nutzt du genau den Moment, an dem dein Baby schläfrig wird und keine besondere Lust am Saugen mehr hat. Oder dein Baby saugt noch, aber nicht mehr so stark und du hörst es auch nicht mehr Schlucken.

Dann wechselst du die Seite und lässt auch dort dein Baby so lange trinken, bis es aufhört zu schlucken oder schläfrig wird.

In der Zwischenzeit hat sich das Reservoir der ersten Seite wieder gefüllt. Wenn du nun zurückwechselst ist das Stillen und das Auslösen des Milchspendereflexes wieder einfacher.

Eure Stillmahlzeit wird effektiver werden und dein Baby wird mehr und mehr auch die fettreichere Milch bekommen. Ihr wechselt einfach so lange, bis dein Baby satt ist.

Hier erkläre ich das Wechselstillen auch nochmal in einem kurzen Video.

#7 – Die Brustkompression unterstützt dich als Königsdisziplin

Eine Methode die perfekt mit dem Wechselstillen Hand in Hand gehen kann ist die Brustkompression. Dabei unterstützt du dein Baby beim Entleeren der Milch aus deiner Brust.

Idealerweise kann die Brustkompression auch angewandt werden, wenn ihr bereits wisst, dass ein Zungenbändchen euch den Milchtransfer erschwert. Oder auch beim Stillen mit dem Stillhütchen.

Funktionieren kann die Brustkompression nur, wenn sie korrekt und zielgerichtet eingesetzt wird – deshalb betrachte im verlinkten Video genau den jeweiligen Moment, in dem die Kompression aufgebaut und losgelassen wird (das Video heißt: 4 DAY OLD AFTER TONGUE-TIE RELEASE WITH COMPRESSIONS). Es ist immer im Einklang mit deinem Baby – du reagierst auf seine Saugpause mit der erneuten Kompression oder dem Loslassen.

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Du kannst einiges tun, wenn dein Baby nicht satt wird

Oft lässt sich beobachten, dass fehlende Milch durch einige Maßnahmen innerhalb weniger Tage geboostert werden kann.

Ist die Gewichtsentwicklung deines Babys bereits beeinträchtigt oder wurde bereits das Zufüttern empfohlen, erörtern wir in einer Stillberatung, welche zusätzlichen Maßnahmen notwendig werden.

Sollte sich deine Milchmenge innerhalb von 3 Tagen nicht anpassen lassen oder kommen weitere Schwierigkeiten hinzu, ist es ratsam mit einer fachlich qualifizierten Stillberatung nach Ursachen des Milchmangels zu suchen.

Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass du mit dieser Anleitung wichtige Schritte gehen kannst, um für dein Baby die Menge an Milch bereitszustellen, die es braucht, um gesund zu wachsen und zu gedeihen.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin
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10 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag.
    Ich stille von Anfang an. Jedoch ist jeden Abend zusätzlich ein Fläschchen fällig. (Ab 18.00 möchte der Herr 2 Stündlich gestillt werden und irgendwann ist einfach keine Milch mehr da.)
    Eigentlich ist alles so, wie du beschreibst, allerdings schläft er dadurch keineswegs länger!
    Ich werde deine Tipps aber beherzigen.

    Was mir aufgefallen ist, ist dass die Stillabstände generell kürzer geworden sind (teilweise alle 2 Std. Früher waren es alle 3-4 Std.). Ich habe etwas Angst, dass das wie bei meinem Erstgeborenen endet, der irgendwann 1-2 Stündlich essen wollte und dabei spielte es keine Rolle ob PRE oder Muttermilch.

    Hast du da einen Ratschlag für mich?

    Liebe Grüße
    Kristiane

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo Kristiane,

      tatsächlich gibt es Kinder, die von Haus aus einfach sehr häufig stillen und unersättlich nach Mama suchen.

      Den ultimativen Tipp gibt es nicht, weil da dann halt die Frage nach der Ursache im Vordergrund steht – und die Frage nach dem Ziel, zu dem man hinmöchte.

      Beim Clusterstillen am Abend kann die Milchproduktion tatsächlich durch Wechselstillen & Brustkompression gepusht werden – auch das dauert ein paar Tage. Und dann ist halt die Frage, ob bei dir grundsätzlich ein Thema mit “Milchmangel” im Raum steht, oder ob es einfach “verhaltensbedingtes Viel-Stillen” ist. Interessant ist in dem Kontext auch, ob es bei deinem Großen ohne oder trotz Fläschchen dauerhaft so häufige Mahlzeiten wurden, wie viele es in 24 Stunden waren und vieles mehr – und noch viel mehr, ob du es – durch das abendliche Fläschchen – deiner Milchproduktion jetzt unter Umständen zusätzlich schwer machst. Schau dir doch mal den oben verlinkten Artikel zur Milchproduktion an – dann weißt du vielleicht schon was ich meine.

      Ein praktischer Tipp: Du kannst erlernen zb im Tragetuch zu stillen und häufige Stillmahlzeiten so besser in den Tag integrieren.

      Ich weiß, es ist jetzt nicht ultra-spezifisch, dazu fehlen mir zu viele Fakten. Aber: Hilft dir das ein wenig?
      ~Tabea

  2. Kristiane sagt

    Vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.
    Sicherlich ist es schwer gezielt zu antworten ohne genauere Infos zu haben, aber ich versuche es mal mit dem häufigeren Anlegen am Abend.
    Grundsätzlich möchte ich es aber vermeiden, dass mein Junge sich das “ständige” Stillen aneignet, zumal er so immer nur ganz kurz trinkt und dann in einen tiiieefen Schlaf fällt.

    Kann es sein, dass meine Milchqualität nicht so sättigend ist?
    Die Gewichtszunahme ist jedenfalls ordentlich.:)

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Wenn er percentilparallel zunimmt würde ich nicht an der Milchmenge zweifeln.
      Die Milchqualität ist aufgrund des Herstellungsprozesses im Körper kaum beeinflussbar – wenn Milch fehlt, dann IMMER in der Menge.

      Probier mal immer wieder den Hautkontakt – vielleicht ist er da aufmerksamer – geht auch prima im Tragetuch 😉

  3. Kristiane sagt

    Ok, wir machen das schon.
    Ich hab das wundervollste Baby aller Zeiten. Wir schmusen sehr viel und ich weiß nicht, wer von uns beiden es mehr genießt.:-) In Zukunft wird das dann häufiger mit noch mehr Hautkontakt geschehen.
    Es beruhigt mich zu wissen, dass die kleine Problematik nicht an der Milchqualität liegt. Davon abgesehen ernähre ich mich gut und ausreichend.

    Schön, dass ich mich an dich wenden könnte.

    Vielen Dank!

  4. Gina sagt

    Hallo Tabea,
    Ich bin leider erst heute auf deinen Blog gestoßen.
    Ich versuche vergebens seit 4 Wochen voll zu stillen, doch es hat scheinbar nie genügt.
    Mein Sohn hat in den ersten 10 Tagen stillen leider fast 350g abgenommen, was über den 10% lagen. Seit dem muss ich ihn mit Pre beifüttern und das alle 2-3 Stunden.
    Doch mein größter Wunsch ist es ihn voll und ganz mit meiner Milch zu sättigen.
    Ich lege ihn natürlich vor der Flasche auf beiden Seiten gute 20 Minuten an & merke Leider bis heute dass er davon noch nicht satt ist.
    Ich habe schon sämtliche Sachen ausprobiert für die Milchsteigerung, doch es gelingt mir nicht ihn satt zu machen.

    Dein Tipp von 3 Tagen nur im Bett würde ich so gerne nachgehen, doch die Angst ihn nur mit meiner Milch zu füttern ohne Pre, hindert mich daran. Ich möchte nicht, dass er wieder abnimmt, wobei er jetzt durch die Pre endlich über dem Geburtsgewicht liegt.

    Was kannst du mir noch raten, denn ich finde keine Lösung& bin am verzweifeln ob das ganze noch Sinn macht.

    Liebe Grüße
    Gina und Jaro (4+2)

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo liebe Gina,

      vielleicht hast du oben in der Menüleiste schon gesehen, dass ich selbstverständlich auch für individuelle Beratung zur Seite stehe!

      Immer wieder stelle ich fest, dass das “Mama-Bauchgefühl” völlig recht hat, wenn es “Alarm” schlägt bei vorgeschlagenen Maßnahmen. Und das ist gut und richtig! Bitte lass dich nicht dazu treiben es auf Seite zu schieben.

      Wie ich bei dir lese gab es in eurem Fall eine medizinische Indikation für das Zufüttern, was vermuten lässt, dass es schon vor dem Zufüttern ein Stillproblem gab. Leider wurde dieses (vermutlich) nicht behoben und deine Sorge in die Gewichtsabnahme zu schlittern ist auch aus fachlicher Sicht nicht unbegründet!!

      Gleichzeitig sehe ich viele Chancen – ihr stillt häufig, das ist sehr gut und eine gute Ausgangsbasis zur Verbesserung vom Stillmanagement mit parallel Ursachensuche. Ob mit meiner Online-Stillberatung oder mit einer IBCLC-Stillberaterin vor Ort sehe ich in jedem Fall gute Hoffnung für eure Stillbeziehung, auch wenn der Weg grad steinig ist.

      Entscheidet da einfach für euch und wie gesagt – meld dich gern.
      Tabea

  5. Irina sagt

    Liebe Tabea,

    ich bin wahnsinnig froh, dass ich Deinen Blog-Beitrag gerade gefunden habe. Mein Sohn ist bereits 2,5 Monate alt und ich muss ihn seit dem 5. Tag leider zufüttern. Ich hatte den Milcheinschuss erst am 5. Tag und er hatte in den ersten Tagen fast 13% Gewicht verloren. Leider war bei uns das Stillmanagement wohl nicht gut am Anfang und mit dem Zufüttern kommt man leider auch in einen Teufelskreis. Die Hebamme im Wochenbett hat zwar auch Tipps gegeben, aber leider hat sie doch eher darauf geschaut, ob der Kleine genug zunimmt, was ja auch richtig ist. Allerdings hatte ich die ersten 4-6 Wochen fast keine Milch (vermute ich), da ich irgendwann bis 850ml/Tag zufüttern musste. Der Kleine war nach jeder Mahlzeit dann so satt, dass er 3-4h tagsüber schlafen konnte und das war für die Milchproduktion natürlich gar nicht gut.

    Mittlerweile habe es nun mit Abpumpen und Anlegen geschafft von diesen 850ml/Tag Ersatzmilch auf nur noch zw. 250-350ml zu reduzieren und der Kleine nimmt immer noch ausreichend gut zu. Meist muss ich erst ab 16/18 Uhr zufüttern. Abends scheint es bei mir einfach zu wenig Milch zu sein. Dein Artikel gibt mir nun sehr viel Mut es tatsächlich einfach mal zu probieren mir einige Tage zu nehmen und versuchen nur noch zu stillen. Ich habe zwar Angst, dass er dann abends hungrig sein wird und weinen wird, aber ich glaube das ist die einzige Chance für mich. Ich möchte auch einfach sehen, ob ich tatsächlich zu wenig Milch habe, oder ob es doch am Stillmanagement liegt. Meinst Du, dass es immer noch klappen könnte vollzustillen, auch wenn mein Sohn inzwischen fast 3 Monate alt ist?

    Liebe Grüße
    Irina

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Huh – eine solche Crashaktion empfehle ich tatsächlich nicht mal in der Beratung – das war keinesfalls meine Intention mit diesem Text! Ich bin mir gar nicht sicher, wo du das ableitest!

      Natürlich ist mir bekannt, dass die von dir angestrebte Aktion immer wieder von Stillberaterinnen empfohlen wird, ich stehe da allerdings nicht dahinter – nicht bei einer 1/3-Tages-Zufüttermenge! Jede Stillbeziehung und jede Problemsituation ist individuell und mit einer guten Maßnahme am falschen Einsatzort kann es sehr traumatisch erlebt werden. Das ist niemals Ziel meiner Arbeit!

      Bitte achte gut auf euch und erwäge individuelle Begleitung hinzuzuziehen.

      Und wenn das oben geschriebene Procedere nun der Weg ist für den du dich entscheidest, dann achte bitte bei allem gut auf euch. Es soll euch gut gehen mit eurer Stillbeziehung. Alles Liebe für dich und dein Spazerl, liebe Irina!

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