Geburt, Schwangerschaft
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Wie du die richtigen Bücher & Ratgeber für deine Schwangerschaftswochen wählst

Buchtipp Schwangerschaft Geburt

Hast du schon einen Stapel an Büchern über das Eltern werden und Eltern sein zu Hause? Oder suchst du noch nach dem ultimativen Buch für die Schwangerschaft?

Einen Buchtipp für alle Schwangeren zu geben bedeutet, dich mit allen anderen über einen Kamm zu scheren. Doch das was Lieschen Müller geholfen hat, muss für dich nicht das richtige Buch sein.

Vielleicht liest du ja noch nicht mal wirklich gerne?

Deshalb ist es wichtig vor dem Kauf eines Buches – egal ob es dich durch die Schwangerschaft begleiten soll oder dich auf das Leben mit deinem Baby vorbereiten soll – den Blick in verschiedene „Ecken“ schweifen zu lassen.

1. Blick: in dich selbst

Wer bist du?

Was willst du?

Soll dich ein Ratgeber aufrütteln? Dir neue Inspiration geben?

Oder soll er dich und deine Lebensweise bloß nicht in Frage stellen?

Möchtest du (weiterhin) dem gleichmütigen Trott der Gesellschaft folgen? Oder dein Leben konstruktiv – Stein auf Stein – selbst bauen und gestalten?

Die Beantwortung solcher Fragen ist vor dem Buchkauf wichtig. Wenn du dich entscheidest einem Trott folgen zu wollen, kann es sogar gefährlich sein, Bücher zu konsumieren.

Die Schwangerschaft
gemeinsam erleben


Du wünscht dir einen respektvollen Austausch mit anderen Schwangeren, die genauso "weit" sind wie du?

Du möchtest nicht "Hinz & Kunz" mit deinen Schwangerschaftsfragen nerven - aber platzt, wenn du nicht bald jemanden zum reden hast?

Dann komm jetzt gleich in deine Schwangerschaftgruppe und triff Gleichgesinnte.

Es kann sein, dass dich neue Informationen viel mehr verunsichern.

Das passiert häufiger als du vielleicht denken magst. Viele Fachkräfte empfehlen daher inzwischen „bloß nicht zu viel zu lesen“.

So wird es auch für uns Fachkräfte bedeutend bequemer. Wir müssen uns selbst weniger informieren. Unser Wissen weniger aktuell halten. Wir können viel leichter sagen, wie es gemacht wird, wenn du dich nicht informiert hast.

Du vertraust uns. Blind.

Vielleicht ärgerst du dich irgendwann darüber – aber das ist nicht mehr unser Problem. Denn zu diesem Zeitpunkt sind wir meist eh „raus“. Und die Wahrscheinlichkeit, dass du dir selbst die Schuld gibst ist sowieso viel höher, als dass du uns eine kritische Rückmeldung gibst.

2. Blick: auf den Wert von kostenlosen Quellen

Die Welt ist voll von kostenlosen Informationen.

Nicht erst seitdem es das Internet gibt. Nein. Nein.

Kostenlose Pröbchen von Firmen kommen meist sogar mit einer riesigen Papier-Umverpackung voller ‚wertvoller‘ Informationen.

Du zweifelst daran, dass kostenlose Informationen wertvoll sind?

Nun ja – wie gesagt heute gibt es ja auch noch das Internet.

Ein paar Suchworte eingegeben und du landest auf einer aussagestarken Internetseite voller Informationen. Kostenlos.

Oder einem Blog. Viele Informationen. Überall.

Auch dieser Blog ist ja vor allem eines: voller kostenloser Informationen.

Da wir Kinder des Informationszeitalters sind glaube ich, dass der Austausch an Information einen großen Wert hat.

Doch auch wenn viele dieser Informationen erst einmal zur Verfügung stehen, ohne dass Kosten entstehen, kosten sie dich dennoch eines: wertvolle eigene Lebenszeit.

Immer.

Auch kostenfreie Information muss letztlich irgendwie finanziert werden. Dazu gibt es die verschiedensten Modelle.

Im Falle der Information die du in Form gedruckter Broschüren kostenlos ausgehändigt bekommst, sollst du natürlich an ein Produkt oder eine Firma herangeführt werden. Frühzeitig.

Und wie unabhängig glaubst du, wirst du in einer Broschüre eines Säuglingsnahrungsherstellers über das Stillen informiert? Zu schreiben, dass „Stillen das Beste“ ist, dazu ist er verpflichtet. Zumindest darf er – laut dem „Kodex“ – nichts gegenteiliges behaupten oder in der Werbung irreführende Aussagen machen. Theoretisch. Oder so lange bis jemand klagt.

Wie viele Alternativen zur Nutzung eines Stillhilfsmittels wird dir ein Hersteller solcher erklären, wenn sie ihm letztlich keinen Umsatz bringen werden?

Wusstest du, dass wir besonders sensibel darauf reagieren, wenn uns Informationen und Empfehlungen von einem Mensch mit einem Dr.-Titel empfohlen werden? Der im geschicktesten Falle auch noch in einem weißen Kittel präsentiert wird? Völlig egal in welchem Fachbereich er seine Doktorarbeit geschrieben hat? Oder Ergebnisse einer Studie präsentiert werden?

Natürlich gibt es auch kostenlose Informationen, die unabhängig von Produktinteressen sind. Im Einzelfall wirst du das jedoch immer erst einmal selbst prüfen müssen. Soweit möglich.

3. Blick: auf das was die überhaupt betrifft

Überhaupt wirst du vielleicht mit der Schwemme an Informationen kaum fertig.

Da hilft es erst einmal zu sortieren, was für dich wann „dran“ sein soll.

Interessant ist natürlich erst einmal alles, was dich aktuell betrifft. In deiner Schwangerschaft. Bezogen auf die Schwangerschaftswoche in der du dich gerade befindest.

Darüber hinaus kann es helfen den Blick schon frühzeitig auf die erste Zeit mit Baby zu richten. Herauszufinden, für welche Situationen und Entscheidungen du gerüstet sein möchtest.

Ob und wie du den Medienkonsum in den ersten 5 Lebensjahren deines Kindes ist dabei sicherlich kein Notfallthema. Informationen rund um die physische und psychische Entwicklung deines Babys hin zum Kleinkind kannst du dir Stück um Stück suchen.

Den Hut tief ins Gesicht zu ziehen und darauf zu vertrauen, dass schon alles gut gehen wird, ist weder für die Geburt, noch für den Beginn der Stillzeit hilfreich.

Dazu gibt es einfach zu viele Einflussfaktoren, die dir das Leben schwer machen können – vor denen du dich aber relativ leicht schützen kannst.

4. Blick: in Empfehlungen und Listen

Nun hast du die ersten Puzzelstücke auf der Suche nach den richtigen Büchern für dich gesammelt.

Entsprechend deiner persönlichen Einstellung zum Leben als Frau und Familie mit Baby kannst du nun nach Übersichten schauen, die dir weiterhelfen.

Die Autoren der Listen lassen natürlich ihre Haltung auch dort widerspiegeln.

Gut ist auch, wenn du herauslesen kannst, ob die Empfehlung erfolgt, nachdem das Buch vom Autor der Empfehlungsliste selbst gelesen wurde – oder aufgrund der Inhaltsbeschreibung des Verlegers empfohlen wird. Das kann sich natürlich auch von Buch zu Buch unterscheiden.

5. Blick: in die Rezensionen des einzelnen Buches

Vielseitige Informationen zum Buch erhältst du dann noch einmal in den Rezensionen.

Hier ist die große Plattform Amazon die beste Anlaufstelle – selbst wenn du dich entscheidest deinen regionalen Buchhändler mit einem Einkauf dort zu unterstützen!

Einen ersten Eindruck vermittelt die die Gesamtsternzahl in der Produktbewertung.

Doch auch ein im Gesamten mittelmäßig bewertetes Produkt, kann für dich genau das richtige sein.

Da gilt es die besonders gut und besonders schlecht bewerteten Rezensionen genauer zu lesen.

  • Warum hagelt es Kritik?
  • Welche Haltung steht hinter der Bewertung?
  • Was wurde überhaupt schlecht bewertet? (manchmal sind es Verpackung und Versand von Drittanbietern)

So findest du heraus, welches Buch zu einem bestimmten Thema gut zu dir und deiner Grundhaltung passt.

6. Blick: in deinen Geldbeutel

Sind wir ganz ehrlich. Bücher kosten häufig eine ganze Stange Geld. Wie viel ist höchst unterschiedlich – aber die Preise sind echt nicht zu verachten.

Sollte dein Geldbeutel das aber einfach nicht hergeben gibt es 2 Möglichkeiten, die dir dennoch weiterhelfen werden.

  • du nutzt die Gebraucht-Kauf-Option und rechnest damit, dass abgestossene Kanten und eine ältere Ausgabe völlig in Ordnung für dich sind
  • du nutzt das Angebot deiner lokalen Bücherei und schaust ob dein Wunschbuch dort zur Verfügung steht. Dort kannst du auch selbst gut prüfen, ob es dir die Investition in dieses Buch wirklich wert ist

Gerade nicht das Geld für die passende Literatur zur Verfügung zu haben, soll dich nicht in die Bredouille bringen, frei von dem für dich wichtigen Wissen zu bleiben.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch inzwischen viele Blogs und Plattformen, die dir helfen können dich auf die Geburt und das Leben mit Baby vorzubereiten.

7. Blick: auf deine Einkaufsliste

Bist du ein Sofort-Käufer oder ein Sammler?

Gerade wenn es das erste Mal auf das Leben mit Baby zugeht, wirst du mit vielen, für dich völlig neuen Themen und Gedankengängen konfrontiert sein.

Ein langes Aufschieben der Anschaffungen heißt, dass die bis dahin interessante Literaturliste zu einem Berg heranwächst, der ein schales Gefühl bei dir hinterlässt.

Deine Zeit dich in der Schwangerschaft gut auf die Geburt und das Leben mit Baby vorzubereiten ist für 40 Wochen gegeben. Aber wenn du diese Zeit konsequent ignorierst, dass sich dein Leben verändern wird, wird dir am Schluss keine Möglichkeit mehr bleiben, dich vorzubereiten.

8. Blick: in deinen Postkasten

Oder in dein Kindle.

Inzwischen gibt es häufig viele Möglichkeiten ein Buch zu konsumieren.

Für mich ist es heute noch sehr besonders, wenn das paketbraun verpackte Buch in meine Hände übergeht.

Das Auspacken.

Das Anfassen.

9. Blick: ins Buch!

Letztlich kannst du viel Geld in Bücher investieren.

Doch dein Leben beeinflussen werden nur die Bücher, die du auch selbst gelesen hast.

Helfen werden dir nur die Bücher, die du selbst gelesen hast.

Nur wenn du es gelesen hast, wirst du entscheiden können, ob der Inhalt für dein Leben relevant ist oder nicht.

Dabei kann es sein, dass du die Kapitel überfliegst und nach Bedarf vertieft lesen wirst. Oder das Buch von A-Z in einem durchlesen magst.

So lange es verschlossen auf deinem Nachttisch liegt, war ein Buch aber eine Investition, die du hättest sein lassen können. Sogar hättest sein lassen sollen!

Ungelesene Bücher machen ein schlechtes Gefühl. Wenn du dir nicht sicher bist, dass du ein Buch wirklich brauchst und lesen möchtest, lass es lieber im (digitalen) Regal stehen.

Fazit.

Nicht jeder empfindet Bücher als einen wahren Reichtum. Als einen Schatz.
Ich selbst habe durch Bücher unglaublich viel gelernt. Bin hineingewachsen in neue Sichtweisen. Durfte ganz verschiedenartige Standpunkte kennenlernen.

zit
„Ein Buch ist ein optisches Hilfsmittel, das der Autor dem Leser gibt, damit er in sich etwas entdecken kann, das er ohne Hilfe eines Buches nicht gefunden hätte.“
Ingrid Bauer in Es geht auch ohne Windeln

Häufig lese ich auch Bücher, die meinem aktuellen eigenen Standpunkt ganz klar widersprechen. Einfach um besser zu verstehen, warum es Autoren gibt, die diese vertreten. Wie sie ihren Standpunkt erklären.

Die Bücher, die ich in der Haltung einer glücklichen, selbstbestimmten Schwangerschaft & Geburtsvorbereitung für wichtig erachte, habe ich für dich in meiner Ressourcen-Seite zusammengefasst. Wenn du meine Haltung zum Leben als (werdende) Mama durch meine Blogartikel kennengelernt hast, wirst du darin einen reichen Schatz an neuem Wissen für dich und deinen Weg als (werdende) Mama finden.

Und du?

Welches Buch hat dein Leben am meisten verändert? Wie hast du es gefunden? Schreib mir davon gerne in den Kommentaren! Oder bist du noch auf der Suche nach einem Buch für dich zu einem ganz konkreten Thema?

Erzähl doch mal 😀

Bis dahin alles Liebe,
~Tabea

 

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

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