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So heilen deine wunden Brustwarzen schon in den nächsten 3 Tagen besser

empfindliche brustwarzen

Wusstest du, dass bis zu 96% der Mamas zu Beginn der Stillzeit unter wunden Brustwarzen leiden?

Gehörst du auch dazu?

Wunde Brustwarzen können das Stillen regelrecht verleiden. Und es scheint fast kein Davonkommen zu geben. Denn viel zu schnell ist der Zeitabschnitt jeder Stillpause zu Ende, wenn das Stillen nur unter Schmerzen möglich ist.

Auch heute noch, wird viel zu oft behauptet, dass wunde Brustwarzen am Anfang vollkommen normal wären.

Tatsächlich gilt ein Gefühl der Sensitivität als normal! Weil deine Hormonlage in der ersten Woche nach Geburt genau diese Sensitivität bezweckt. Dein Stillhormon Prolaktin ist auf dem Höchststand angekommen.

Dazu kommt, dass die Reizempfindungen deiner Brustwarze ganz unbedingt ins Gehirn gelangen müssen, wo zu Beginn der Stillzeit die Menge der Milchproduktion vorrangig gesteuert wird. Doch dein Gehirn kann zwischen „notwendigen“ und „unangenehmen“ Reizen nicht filtern – so spürst du alles ganz besonders.

Die Schwelle zwischen „Sensitivität“ und „Schmerzen“ ist manchmal kaum noch zu unterscheiden.

Natürlich ist es das Beste, wenn du den Brustwarzen Schmerzen schon vorbeugen kannst und es gar nicht zu wunden Brustwarzen kommt!

Doch was ist, wenn du dieses Stadium längst überschritten hast?

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4 Schritte, um schmerzende und wunde Brustwarzen effektiv zu behandeln

In der Medizin haben wir oft das Problem, dass wir etwas „tun“ sollen. Doch die Zeit herauszufinden, was gerade das Richtige ist, fehlt viel zu häufig.

Deshalb zeige ich dir, was du tun kannst und warum das wichtig ist.

Deine Aufgabe ist herauszufinden, was davon alleine nicht möglich ist oder wofür du dir Hilfe ins Boot holen willst!

1. Suche nach der Ursache

Die Ursachen für wunde und schmerzende Brustwarzen sind vielfältig.

Die Linderung der Schmerzen und die Behandlung der wunden Mamillen sind ganz wichtig, damit es dir schnell besser geht.

Darüber hinaus ist es ebenso wichtig die Ursachen herauszufinden, um eine wirksame Behandlung zu beginnen.

Ohne das Beheben der Ursachen, werden die Schmerzen beim Stillen meist schnell zurück kommen oder niemals wirklich verschwunden sein.

Dabei heißt „Ursache“ nicht zwingend, dass DU beim Stillen etwas falsch machst!

Ursachen können fehlende Mineralstoffe in deinem Körper sein, Unverträglichkeiten, Blockaden oder tatsächlich eine falsch erlernte Anlegetechnik bei einem von euch oder beiden.

Bei der Ursachensuche ist es hilfreich, wenn du eine zertifizierte Stillberaterin an der Seite weißt. Mit medizinischem Grundberuf, aktuellem Stillwissen und beraterischen Kompetenzen kann sie dir zur Seite stehen. Das kann per Hausbesuch oder auch aus der Ferne sein – je nachdem, was die Stillberaterin deiner Wahl an Möglichkeiten anbietet.

2. Verbessere die Stilltechnik zwischen dir und deinem Baby

In der Beratung erlebe ich, dass viele Mamas vor allem und zu allererst sich selbst die Schuld geben, wenn das Anlegen Schmerzen bereitet.

Ich habe das Gefühl alles falsch zu machen.“ höre ich dann als niedergeschlagenes Urteil.

Doch, wie sollst du es besser machen, wenn es dir bisher niemand in Ruhe erklärt hat?

Deine Aufgabe ist dann, dir genau das zu suchen – eine Anleiterin, die dir weiterhilft, die Stilltechnik zu verfeinern.

Ein erster Schritt ist, zu beginnen, bereits vor dem Anlegen den Milchspendereflex auszulösen. Dein Baby saugt unterschiedlich, abhängig davon, ob gerade Milch fließt. Mit einer sanften Massage ist der Milchfluss innerhalb weniger Minuten vorhanden. Die Brustmassage nach Plata Rueda, wird in diesem PDF auf Seite 10 mit anschaulichen Fotos erklärt. Dein Hormonfluss kann im Anschluss dafür sorgen, dass der Fluss deiner Milch aufrecht erhalten bleibt.

Dein Baby wird von sich aus eine schmerzärmere Saugtechnik wählen. Außerdem ist die Stillmahlzeit verkürzt.

Bei Nutzung der Milchpumpe gilt ein ähnliches Prinzip.

Wo genau du das richtige Anlegen noch lernen und verfeinern wirst, kann ich hier natürlich nicht vorhersehen.

Die 2 häufigsten Empfehlungen, die ich für das richtige Anlegen ausspreche sind

  1. das Baby 1-2 cm weiter „powärts“ zu legen (vor allem in der Wiegehaltung)
  2. eine für beide geeignetere Stillposition zu wählen

Wie genau du deine Anlegetechnik verbessern kannst, erklären wir Stillberaterinnen in den Beratungen.

Wenn du deinem Können auf eigene Faust einen Feinschliff verpassen möchtest, sei dir der Videokurs zum korrekten Anlegen von meiner Kollegin Regine Gresens* empfohlen.

3. Nutze diese hygienischen Maßnahmen

Wenn wir von Hygiene sprechen, denken wir zuerst an: Hände waschen.

Das ist gar nicht so verkehrt. Denn gerade in der Klinik, wo unglaublich viele Menschen die Türklinken berühren, ist die Hand der Überträger Nummer 1 von infektiösen Keimen.

Desinfektionsmittel hat den Vorteil, dass es mit rückfettenden Substanzen versetzt ist und deine Haut vor Austrocknung und Rissen geschützt ist.

Ebenfalls eine gute Hygiene benötigt deine Brust, wenn es zu Verletzungen auf der Brustwarze gekommen ist. Dabei kann es zum Eindringen von Keimen und zu Infektionen kommen.

Durch Anwendungen mit Spülungen von

  • 0,9%iger Kochsalzlösung
  • ph-neutralen Seifenwaschungen (ohne Parfüm) und
  • Octenisept bei den Zeichen einer beginnenden Infektion

kannst du die Keimzahl auf der Haut deiner Brust drastisch reduzieren. So reduzierst du auch die Gefahr, dass Keime in die Verletzungen eindringen können.

4. Gib deinen Brustwarzen die Chance ganz zu heilen

In der modernen Stillberatung kommt bei der Wundpflege das „moderne Wundmanagement“ zum Einsatz. Denn altbewährte Hausmittel konnten in Überprüfungen meist nicht die überzeugenden Ergebnisse liefern. Oder haben Inhaltsstoffe, die vor dem Stillen abgewaschen werden müssen.

Das bedeutet allerdings auch nicht, dass nur noch besonders teure Mittel zum Einsatz kämen. Vielmehr setzt sich das Wissen nun aus mehreren Quellen zusammen.

Damit deine Brustwarze heilen kann, muss sie gut durchblutet sein. Nur so kommt dein körpereigener Selbstheilungsprozess zur vollen Entfaltung.

Dazu ist eine Druckentlastung notwendig – diese wird zum Beispiel durch Anwendung von Ringkissen im locker sitzenden BH gewährleistet.  Diese werden „Wiener Brustdonut“ genannt und können selbst hergestellt werden.

Oder durch das Weglassen von einengender Kleidung wo immer möglich.

Auch das korrekte Anlegen ist Teil der Druckentlastung, weil dabei deine Brustwarze tief genug im Mundraum deines Babys liegt und nicht mehr gequetscht wird.

Eine bessere und schnellere Heilung, sowie eine Verminderung der Schmerzen bewirkt die Methode der feuchten Wundheilung. Dazu wird hochgereinigtes Lanolin in einer größeren Menge (mindestens so viel wie deine Daumenkuppe groß ist) auf ein steriles Stück Kompresse gegeben.

Die Schmerzlinderung tritt schnell ein, weil die Rezeptoren deiner Mamillenhaut bedeckt und geschont werden.

Bitte achte dabei darauf, dass du KEIN Apothekenlanolin nutzt – dort können Alkohole zugesetzt sein. Alkohol belastet die Haut. Deshalb solltest du zumindest vorab sicherstellen, nur alkoholfreie Anwendungen zu nutzen – auch für die Desinfektion.

Vegane Alternativen ohne Schafwollanteil sind dann von Nöten, wenn du auf Wollbestandteile mit Juckreiz reagierst oder aus ethischen & persönlichen Gründen vegan lebst.

Bei der Nutzung von Cremes für offene Wunden muss ebenfalls penibel auf die Hygiene geachtet werden. Offene Tiegel und Tuben sollen nicht mit den Fingerkuppen, sondern maximal mit dem Handrücken in Kontakt kommen. Eine Entnahme mit einem sauberen Spatel ist hilfreich.

Fazit, um nicht länger unter wunden Brustwarzen zu leiden:

Eine Irritation der Brustwarzen beim Stillen kann normal sein.

Schmerzen, die über mehrere Tage oder sogar Wochen vorhanden sind, sollten mit dir von einer fachlich qualifizierten Stillberaterin abgeklärt werden. Wenn du meine Hilfe möchtest, kannst du dich gern hier bei mir melden.

Die ersten Schritte zu einer besseren Heilung kannst du schon heute ausprobieren. Bringen sie keine Besserung, dann melde dich für eine individuelle Begleitung.

Verletzungen an den Brustwarzen bergen immer die Gefahr, dass Keime ins Gewebe eindringen und eine Entzündung verursachen. So entstehen Brustentzündungen, die dann meist nur noch mit der Einnahme von Antibiotika behandelt werden können.

Es lohnt sich sehr, frühzeitig auf dich zu achten und dir Hilfe zu holen, wo du sie brauchst.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

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2 Kommentare

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Danke für deinen lieben Kommentar 😀

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