Baby, Schwangerschaft
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Wie du die richtigen Entscheidungen für dich und dein Baby treffen wirst

Du machst dir Gedanken, welche Entscheidung jetzt die richtige ist?

Deine Intuition hilft dir gerade überhaupt nicht weiter…

Wie auch. Deine Lebenssituation ist völlig neu. Und unsere Intuition funktioniert vor allem dann gut, wenn wir auf „Alt-Informationen“ in uns zurückgreifen können.

Alte Informationen können das Erleben in deiner eigenen Kindheit sein. In deiner Jugend. Das was du bei anderen beobachten konntest. Worüber du gelesen hast. Was du erlernt hast.

Esoterisch orientierte Menschen glauben darüber hinaus daran, dass sie auch aus anderen geistigen Quellen Informationen ziehen können.

Ich sehe das ein wenig anders.

Viel mehr beobachte ich, dass ein leichtfertiges Verlassen auf Intuition auch zu ungewollten Reaktionen und Entscheidungen führt.

Nicht immer war unser eigenes Leben ein glitzerfarbener Ponyhof. Selbst wenn wir uns „nicht beschweren“ wollen und es andere viel härter getroffen hat. Das mag alles sein.

Dennoch bist du durch dein Erleben gerade in deiner Intuition stark geprägt durch eben deine Erfahrungen. Das ist deine persönliche Intuition.

Sie ist gut und wichtig. Es kann essentiell sein sie zu nutzen. Oder dich in die Katastrophe stürzen.

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Deshalb zeige ich dir heute einen Weg zur Entscheidungsfindung, der im ersten Moment etwas Zeit kostet – im Ergebnis aber zu Entscheidungen führt, die du gut abgewogen hast und zu denen du mit Herz und Verstand „JA“ sagen kannst.

Nehmen wir als Beispiel deine Entscheidung für den richtigen Geburtsort.

Für sage und schreibe 98% der Frauen in Deutschland ist diese Entscheidung völlig klar. Krankenhaus. wo sonst? „Alle“ tun das so. Alle in „meiner Familie“ haben es so getan. Alles andere ist doch völliger Wahnsinn. So risikofreudig bist du nicht.

Du entscheidest, wo dein Kind geboren wird. Und das wird in einem sicheren Krankenhaus sein. Fertig.

Denn über die Bewertung unserer Entscheidung befindet vor allem unser gewachsenes Wertesystem.

Möchtest du dich also auf die Reise machen und deine Entscheidung auf den Prüfstand stellen, kannst du das tun, indem du zuallererst fragst, warum die diese Entscheidung überhaupt wichtig ist.

1.Frage: „WARUM?“

Warum ist die Wahl des richtigen Geburtsortes für dich so wichtig?

Dabei kannst du auf ganz viele verschiedene Gründe stoßen. Wichtig ist, dass du sehr genau aufschreibst, warum DIR diese Wahl wichtig ist.

Es kann dir helfen die große Frage auch in Teil-Fragen zu splitten.

  • Warum ist dir die freie Wahl wichtig?
  • Warum ist dir der richtige Geburtsort wichtig?

Beides wird dich auf die Fährten bringen, die den Weg deiner Entscheidung vorzeichnen.

Das „Warum“ zu erforschen ist wichtig. Bevor dir nicht klar ist, warum du eine Entscheidung treffen sollst, wirst du sie vor dir herschieben.

Die Motivation fehlt.

Die Entscheidung wird dir schwer fallen. Du wirst viel länger und zermürbender hin und her überlegen.

Sobald du dein Warum herausgearbeitet hast, geht es bei der Frage nach dem „Was“ hinein in die Welt der Fakten, Erfahrungen und Quellenrecherche.

2.Frage: „WAS?“

Das Suchen nach Material zur Information wird viel schneller ermüdend sein, wenn du dir dein Warum nicht klar herausgearbeitet hast.

Sobald dir dein Warum glasklar vor Augen steht, ist außer Frage, dass dir die Fakten wichtig werden.

Das Warum hilft dir bei der Suche nach Fakten & Erfahrungen darüber hinaus als Schlagworte. Vor allem im Internet oder in Online Buchhandlungen.

Vielleicht kamst du bei den Fragen nach dem richtigen Geburtsort für dein Baby darauf, dass du mehr über den Zusammenhang von „Kaiserschnitt / Gesundheit“ wissen möchtest. Oder ob eine „Geburt / Krankenhaus / sicher“ ist?

Je nach Quelle kann es schon so sein, dass die Zahlen und Fakten die in einen Zusammenhang gestellt werden völlig wild gewürfelt sind.

Das ist mir erst vergangene Woche wieder aufgefallen, als ich von einer schwangeren Freundin mit einem Artikel im Spiegel Online konfrontiert wurde, welcher die Sicherheit von Hausgeburten anzweifelte. Das vollbrachte der Autor indem er Zahlen von Studien verglich, die in völlig unterschiedlich funktionierenden Gesundheitssystemen ermittelt worden waren. Oder Risiko-Zahlen mit dem Geburtsmodus in Verbindung setze, die zum Geburtszeitpunkt überhaupt nicht relevant waren.

Wenn du bei den Fakten an deine Grenzen stößt, kannst du versuchen in den Austausch zu gehen mit Menschen, die dir ergebnisoffen helfen, diese Daten und deren Bedeutung für dich zu analysieren.

Auch hier ist wieder der Abgleich mit deinem Bauchgefühl wichtig. Und dein persönliches Vorstellungsvermögen.

Du tastest dich langsam heran. Bis du merkst, dass du nun zu diesem Thema wirklich etwas weißt.

  • Du hast dich mit verschiedenen Meinungen beschäftigt.
  • Du hast dich mit Fakten auseinandergesetzt.
  • Du hast verschiedene Quellen gesichtet.
  • Du hast klare Informationen und Empfehlungen gehört.

Kommt im nächsten Schritt die Frage nach dem „Wie“.

3.Frage: „WIE?“

Fleißig wie ein Hamster hast du im letzten Schritt gesammelt. Nun steht dir ein breites Arsenal an Informationen aus dem Internet oder aus der (Fach-)Literatur zur Verfügung.

Jetzt gilt es herauszufinden…

  • Wie beeinflusst das Wissen dein Bauchgefühl?
  • Wie beeinflusst deine Recherche deine Entscheidung?
  • Wie kannst du bisher nicht bedachte Aspekte in deine Entscheidung mit einfließen lassen?

Du beginnst dir einen Plan zu machen. Dich darüber unter Umständen mit anderen auszutauschen. Wer das sein wird hängt maßgeblich davon ab, in welche Entscheidungsrichtung du tendieren wirst.

Achte dabei gut auf dich. Suche dir Austauschpartner die dich ernst nehmen und darauf verzichten können deine Gedanken kleinzureden.

Vielleicht findest du Anleitungen, wie du in die Umsetzung deiner Entscheidung kommen kannst – oder du schreibst dir deine eigene.

Übe!

Du wirst merken, wie du immer fitter darin wirst, deine Entscheidungen in die Umsetzung zu bringen und zu integrieren. Das gewonnene Wissen zu nutzen.

Doch darüber hinaus: gehe einen Schritt weiter!

4.Frage: „WAS IST WENN?“

Manchmal wird behauptet, dass jeder der sich einen Plan B zurecht legt nicht entschieden genug ist Plan A umzusetzen.

Tatsächlich heißt ein Plan B nicht zwingend, dass du alle Pläne über den Haufen schmeißt und etwas völlig anderes entscheidest.

Die Wert-Essenz in deinem Ziel darf die gleiche bleiben.

Du musst sie nicht über Bord werfen.

Was dieses weiterspinnen bewirkt ist eine Offenheit in dir zu erzeugen. Sie hilft dir, wenn weitere Justierungen notwendig sind.

Vielleicht kam es unverhofft zu einer Änderung der Situation unter deiner Geburt. Dann ist es sehr gut und sinnvoll einen alternativen Weg zu kennen, dem du aus voller Überzeugung zustimmen kannst.

Oder die ursprüngliche Entscheidung reichte noch nicht ganz aus, um dich zum Ziel zu bringen. Dann kann es sein, dass du nochmal in Ruhe nachdenken möchtest. Oder das gewachsene Bauchgefühl nutzen möchtest, um dich umzuentscheiden.

Fazit zur Entscheidungsfindung

Egal, ob du die Entscheidung treffen musst, welche Medikamente du nutzt, ob du eine Doula zur Geburt buchen sollst oder welcher Geburtsort der Richtige für euch ist.

Unabhängig davon, ob du über die Ernährung deines Babys oder über das Hinzuziehen weiterer Bezugspersonen für dein Baby entscheidest.

Entscheidungen sind vielfältig und ständig um uns herum.

Viele davon treffen wir einfach aus unserem Bauch heraus. Und das ist völlig in Ordnung.

Nutze dieses Entscheidungsschema immer wieder. Übe an leichteren Entscheidungen und fordere dich mehr und mehr selbst heraus. Du wirst sehen, dass auch deine Intuition immer stärker zur gleichen Entscheidung kommt, wie auch deine Kopfentscheidung.

Damit hast du noch einen weiteren Benefit von dieser Herangehensweise!

Darüber hinaus werden alle deine Entscheidungen klar und deutlich ausfallen. Sie sind weniger anfechtbar – auch wenn du mit Argumenten konfrontiert wirst, an die du selbst noch gar nicht gedacht hast.

Statt verunsichert zu zweifeln, kannst du diese „Hinweise von außen“ annehmen und gegenprüfen.

Ich wünsche dir viele starke, selbstbestimmte Entscheidungen für dich selbst und im Sinne deines Babys.

Für welche deiner anstehenden Entscheidungen möchtest du diesen Leitfaden nutzen? Womit wirst du es als erstes ausprobieren? Berichte mir unten über die Textbox gerne auch, welche Erfahrungen du damit machst.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

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4 Kommentare

  1. Die Sache mit der Intuition ist ein bisschen eine Frage der Definition. Eine Intuition ist eigentlich etwas, was immer richtig führt, sonst ist sie keine. (-; Man unterscheidet sie von dem Instinkt, der eben auch aus Ängsten heraus entstehen kann und dadurch auch zu Handlungen führen kann, die nicht immer sinnvoll oder gut sind in unserer heutigen Welt. Aber die Intuition kommt eigentlich von einer anderen Bewusstseinsebene und ist immer konstruktiv. Es ist ein bisschen eine Übungssache, das zu unterscheiden… ich persönlich habe das schon oft erlebt. Wenn ich da nicht auf die Intuition gehört hätte, wäre mein Leben komplizierter geworden.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Danke für deinen spannenden Kommentar 😀

        • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

          Auf jedenfall sehr interessant 😀 – ich weiß nicht genau, ob diese Unterscheidung immer sofort notwendig ist. Sich konstruktive Gedanken zu machen ist in jedem Fall ein wichtiger Schritt 😀

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