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Warum dein Kind niemals weinen sollte

baby niemals weinen lassen

Findest du es manchmal sehr anstrengend, dein weinendes Kind zu begleiten? Hast du schon einmal überlegt, ob du es verwöhnst, wenn du ihm sein Geschreie durchgehen lässt?

Nicht immer ist ein Weinen dieses verzweifelte, sehnsüchtige oder kümmerliche Weinen, bei dem man fast unaufhaltsam das Bedürfnis hat zum Kind zu rennen und es zu trösten.

Es gibt so viele Gründe, warum Kinder mit dem Weinen beginnen.

Oder Babys.

Kinder weinen aus Ärger

Ein anderes Kind hat deinem die Schippe geklaut oder umgekehrt? Der Aufschrei ist oft jell und laut.

Bald danach fließen die Kullertränen die eben noch lächelnden Wangen hinunter.

Kinder weinen aus Wut

Dein Kind entdeckt beim Einkaufen ein Spielzeug, das es gerne hätte. Oder etwas Süsses an der Kasse?

Der Horrortrip vieler Eltern.

Ein wut-weinendes Kind mitten im Supermarkt.

Zwischen Flehen und Drohen wandeln da oft die verzweifelten Eltern. Kennst du das?

Kinder weinen aus Müdigkeit

Ein schöner Tag und du wirst nicht rechtzeitig fertig mit dem Abendessen.

Dein Kind isst kaum… statt dessen hat es nur Mist im Kopf.

Ärgert die am Tisch sitzenden nachhaltig.

Doch dann wenn du dein müdes Kind endlich ins Bett stecken möchtest, wehrt es sich mit Händen & Füssen gegen das Abdunkeln der Räume. Und gegen das Einschlafen.

Sobald du Anstalten machst, weint dein Kind bitterlich los.

Stellst du dir da die Frage, ob es dich nur manipulieren möchte?

Kinder weinen wegen Hunger

Das Abholen von der Tagesmama oder aus dem Kindergarten gerät zum Horrorszenario, wenn dein Kind den heilen Vertrauensbereich (wie heute der Leiter eines Waldkindergartens zu mir sagte) „Essen“ noch nicht erarbeiten konnte.

Ein hungriges Kind ins Auto zu setzen?

Extrem schwierig.

Dann vielleicht noch zusätzlich müde?

Da musst du schon mal härter hinfassen, oder?

Kinder weinen aus dem Schreck heraus

Wenn Babys sich erschrecken und Weinen, dachte ich, dass trösten an erster Stelle steht.

Weit gefehlt.

Offenbar ist es manchmal en vouge zu lachen.

Kinder weinen wegen Schmerz

„Tut gar nicht weh!“, müssen sich kleine Kinder häufig anhören.

Wirklich? Wissen wir das?

Haben Kinder keine Schmerzrezeptoren?

Vergeht deren Zeit schneller als unsere? Oder der Schmerz?

Weil der andere Satz „Ist schon vorbei!“, heißt.

Darum: Warum sollte dein Kind nun niemals weinen müssen!?

Es gibt einen Grund, aus dem ein Kind niemals weinen sollte. Und das ist deshalb, weil sie in ihrem Ärger, ihrer Wut, ihrer Müdigkeit, ihrem Hunger, ihrem Schreck oder in ihrem Schmerz alleine gelassen wurden.

Weder am Tag.

Noch in der Nacht.

Wir hören niemals auf zu lernen mit unserem inneren Schmerz oder unserer Wut umzugehen. Oft brauchen wir einen Platz um unseren Dampf abzulassen.

Woher in alles in der Welt, sollten unsere Kinder bereits schaffen, all die Last ihrer kleinen Welt alleine zu tragen?

Soll dein Kind lernen, dass du es alleine lässt?

Wenn ein Kind nicht einschlafen kann und dabei alleine gelassen wird. Weinend.

Egal ob laut oder leise (wobei ich hoffe laut, denn das tangiert dein Herz mehr – hab ich gehört).

Was genau soll es dabei lernen.

Dass du garantiert nicht da bist, wenn du es alleine lässt?

Ich durfte das lernen

Wie gut kann ich mich erinnern.

An meine Kindheit.

Wenn ich mit 9, 11, 13, 15 nachts zur Toilette musste.

Meinen einen Arm von Ohr zu Ohr über meinen Kopf legte, um die Dunkelheit nicht zu hören.

Meinen anderen Arm nutzte um mich durch den vertrauten Lauf der Wohnung zur Toilette zu tasten, weil ich meine Augen fest vor der Dunkelheit verschlossen hatte.

Wie ich aufatmete, wenn die Toilettentür verschlossen war. Weil ich nun das Licht anmachen konnte.

Ich traute mich nicht das Flur-Licht anzuschalten. Es war für mich ein no-go den Schlaf meiner Eltern zu stören.

Auch nicht, wenn ich nachts weinend aus einem furchtbaren Traum aufwachte.

3 Türen trennten uns.

Meine Zimmertür. Die Küchentür. Dahinter die Schiebetür zum Schlafzimmer.

War die Küchentür verschlossen, hätte ich sie niemals gehöffnet.

Für mich war einfach klar: nachts ist niemand für mich da.

Mit etwa 31 erfuhr ich von meiner Mama Details über meine Zeit als Baby. Sie hatte mich weinen lassen. Mein Vater hatte die Entscheidung dazu getroffen und sie hatte diese ausgeführt.

So oft habe ich von Müttern gehört, beim „Weinen lassen“ hätten sie am meisten gelitten.

Ganz ehrlich?

No way. Never ever.

Denn es gab eine einzige beteiligte Person, die keine Wahl hatte.

Und schon eine einzige Minute ist länger als eine Ewigkeit.

Darf ein Kind niemals weinen?

Doch!

Kinder dürfen Weinen.

Aus Trauer, Wut, Trotz, Schmerz, Müdigkeit, Langeweile und warum auch immer.

Das Weinen auszuhalten ist unsere verdammte Aufgabe als Mamas und Papas.

Und wenn wir merken, dass wir nicht mehr können (oder im Idealfall viel viel viel viel früher bitte!!!) sollten wir uns Hilfe holen.

Bekommt dein Kind von 1 Minute alleine Weinen einen Bindungsschaden?

Vermutlich nicht.

Aber einen gehörigen Schreck. Der tief sitzen kann.

Und mit so tiefen Gefühlen sollte man echt nicht herumexperimentieren.

Du hast diese vertrauensvolle Beziehung zu deinem Kind nur ein einziges Mal.

Sind dir das Weinen deines Kindes und seine Forderungen manchmal einfach zu viel?

Ich versteh dich.

Sehr gut.

Mein eigenes 24-Stunden-Kind hat mich mit seinen Bedürfnissen an meine Grenzen gebracht. Und hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, dass ich lerne auf meine Bedürfnisse zu achten.

Und du kannst das auch lernen!

Trau dich!

Und wenn du Hilfe brauchst: meld dich einfach kurz bei mir.

Der einzige Grund, aus dem dein Kind nicht weinen sollte ist der, dass du ihm helfen könntest, es aber nicht tust.

Pass gut auf euch auf.

Alles Liebe
~Tabea

Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.
Kategorie: Mindful Mama Leben

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Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum. Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt. Schön, dass du da bist.

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