Abstillen, Stillzeit
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„Kommt da noch was?“

Stillen kommt noch was

Bist du es leid zu erklären, ob wirklich noch etwas kommt, wenn dein Baby oder Kleinkind bei dir stillt?

Es ist tatsächlich ziemlich altersunabhängig. Die Frage wird bei Babys mit 4 Monaten ebenso gestellt, wie später, wenn die Stillkinder bereits im Kleinkindalter sind.

Deine Antwort auf diese Frage kann in großem Maße natürlich den Verlauf des weiteren Gesprächs stark beeinflussen.

  • Sie kann das Gespräch beenden.
  • Sie kann einen besserwisserischen Eindruck hinterlassen.
  • Sie kann euer Gespräch auf eine ganz andere Ebene heben.

Im Bewusstsein zu antworten, dass der Verlauf eures Gesprächs danach von dir mit steuerbar ist und in welche Position du dich begibst. Natürlich darfst du angriffslustig sein oder zurückhaltend. Es ist auch völlig ok, wenn du einfach nicht groß darüber sprechen möchtest.

Antwort 1: „Logo. Zur Konfirmation kommt dann Sekt raus.“

Du bist der Meinung, die Frage und deren Tonfall war einfach nur ‚blöd‘?

Dann ist eine pfiffig, freche Antwort vielleicht genau das richtige für dich.

Antwort 2: „Ja klar!“

„Sonst wär das ja ziemlich unsinnig weiter zu Stillen.“

Für die allermeisten Menschen in unserer Gesellschaft ist es nahezu unvorstellbar, dass Brüste tatsächlich zu ernähren ‚funktionieren‘. Wieso sonst sollte auch der Markt der Ersatznahrungen so riesig sein?

Antwort 3: „Nee. Das stellt irgendwann auf Saft um.“

Frotzeln soll erlaubt sein.

GENUG MILCH FÜR DEIN BABY?

Behalte den Überblick mit der praktischen Beobachtungstabelle.

  • Wähle die Spalte mit dem Alter deines kleinen Schatzes
  • Checke alle wichtigen Parameter und du weißt sofort, ob du genug Milch für dein Baby hast.

Manchmal wirst du einfach keine langen Erklärungen und Erläuterungen geben wollen.

Ein schlanker Satz kann gemeinsam mit rollenden Augen ganz schnell für Stille im Gespräch sorgen. Mit etwas Glück wechselt dein Gegenüber dann auch das Thema.

Antwort 4: „Warum denn nicht??“

Möchtest du ein ernsthaftes Gespräch führen?

Auf so eine Frage kommt häufig die Antwort, dass die eigene Milch ja schon nach wenigen Tagen oder Wochen weg gewesen wäre.

Das kann den Einstieg für ein sehr ehrliches, tiefgehendes Gespräch bieten, bei dem deinerseits viel Feinfühligkeit gefordert ist. Wenn es tatsächlich ein ungewünschtes, frühes Stillende war, bringt es nicht viel jetzt Schuldgefühle zu säen oder zu verstärken.

Antwort 5: „Ich vermute es mal.“

Mit einem Augenzwinkern kannst du natürlich auch auf die Frage reagieren, ob da noch was kommt.

Du selbst darfst dir sicher sein, dass weiterhin Milch kommt – es ist überhaupt nicht notwendig, dich von den irritierten Nachfragen anderer verunsichern zu lassen.

Antwort 6: „Logo. Zur Konfirmation kommt dann Sekt raus.“

Äh. Ja. 😀

Definitiv keine Einladung weiter darüber zu sprechen.

Muss ja auch nicht – was geht die anderen an, was ihr tut? Und du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die Nachfrage, wie lange ihr denn dann NOCH Stillen wollt, erübrigt sich ja quasi.

Antwort 7: „Die Nachfrage regelt das Angebot. So lange gestillt wird, kommt auch was.“

Bist du in Erklärlaune?

Möchtest du die mit dem besseren Wissen sein?

Dann erklär doch einfach mal wie das funktioniert mit der Milchbildung beim Stillen.

Dein Gesprächspartner ist entweder ohne Lust eine ähnliche Situation noch einmal zu provozieren oder du bis zukünftig die Quelle der besten Infos was das Stillen angeht.

Antwort 8: „Na klar. Meine Brüste können keine Monate zählen.“

Oder vielleicht doch?

Und: Gibt es einen Intelligenztest für Brüste?

Fragen über Fragen, die sich da plötzlich auftürmen.

Antwort 9: „Warum interessiert dich das?“

Das könntest du auch ergänzen mit der Nachfrage, ob die Kaffeesahne wohl ausgegangen sei…

Oder du lässt es offen und Raum für ein interessantes Gespräch.

Antwort 10: „Hallo? Seh ich aus wie ein Tetrapack?“

Ja – die Werbung behauptet, dass Tetrapack clever sei. Aber er wird leer. Man muss ihn nachkaufen, schleppen und wenn die Tüten alle sind, muss man sie recyceln.

Welchen Sinn sollte das also machen mit der natürlichen Verpackung?

Antwort 11: „Ja. Und sie ist sogar nach 2 Jahren noch haltbar. H-Milch quasi.“

Nur ganz ohne ultrahocherhitzen und homogenisieren.

Mit der besten Zusammensetzung natürlicher Vitamine und Mineralstoffe. Und einem nie enden wollenden Immunbooster, der beim gestillten Kleinkind wieder das Niveau an Abwehrstoffen erreicht, den das Kolostrum zu Beginn hatte.

Antwort 12: „Zumindest behauptet das mein Sprechanfänger.“

Wenn dein Kind bereits spricht, ist es für manche Menschen tatsächlich zunehmen befremdlich, dass du das Stillen weiterhin zulässt.

Vor dem ersten Kind können sich das die wenigsten Frauen vorstellen. Stillen im Kleinkindalter ist tatsächlich auch selten eine bewusste Entscheidung der Mutter vorab, sondern meist eine sich entwickelnde Entscheidung.

Wir wachsen mit unseren Kindern und deren Bedürfnissen.

Gleichzeitig ist es auch immer wieder die Aufgabe von dir als Mama zu prüfen, ob zu viele deiner Bedürfnisse auf der Strecke bleiben. Dann kannst du auf die eine oder andere Weise dafür sorgen, dass du wieder genügend Bedürfnisserfüllung erhältst.

Antwort 13: „Hm. Gute Frage. Bin mir nicht sicher. Magst du zur Sicherheit nicht mal testen? Ich komm so schlecht ran.“

Bist du richtig, richtig mutig? Frech? Cheaky?

Dann geh einfach auf Angriff.

Dabei ist es gut, wenn du echt den richtigen Ton triffst. Nicht immer ganz einfach. Denn Humor ist unterschiedlicher Sorte.

Aber wenn du das hinbekommst, hast du danach in der „Stillszene“ auf jeden Fall ein paar Lacher auf deiner Seite.

Fazit bei blöden Sprüchen und übergriffigen Reaktionen

Schwamm drüber.

Nimm sie nicht so persönlich. Die meisten Sprüche und übergriffigen Fragen kommen tatsächlich aus Unwissenheit oder völlig anderer Erfahrung.

Stillen ist heute längst nicht mehr selbstverständlich. Auch wenn es natürlich ist.

So wie du nicht Rede und Antwort stehen musst, wenn dir dein Gegenüber private Fragen zu deiner Beziehungs- oder Familienplanung stellt, musst du auch hier niemandem Rechenschaft ablegen.

Das natürliche Abstillalter konnte man in Knochenfunden und in der Beobachtung natürlich lebender Völker zwischen 2-7 Jahre ansiedeln. Eine breite Spanne, in der auch du deinen Platz finden wirst.

Möchtest du herausfinden, wie du eurer Still-Leben besser an die Bedürfnisse von euch beiden anpassen kannst? Oder überlegst du (zum Teil) Abzustillen und möchtest dich dabei mit fundierter Expertise begleiten lassen.

Dann mach dir einen Termin mit mir aus und schau, ob du meine Begleitung für euren liebevollen und bedürfnisorientierten Weg mit dem Stillen haben möchtest. Einem Weg, der euch beide im Blick behält.

Alles Liebe für euch beide und bis bald, Deine
~Tabea

 

Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

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