Schwangerschaft, Stillen lernen
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Warum sich diese 5 Mamas mehr Stillvorbereitung gewünscht hätten

Was wirst du in einem Jahr von heute ab berichten?

 

Du erwartest dein Baby – bald wird es bei dir sein, aber um das Stillen hast du dir immer noch keine Bemühungen gemacht. Bisher verschließt du die Augen vor der scheinbar aufwändigen Aufgabe, dich um eine Vorbereitung auf deine Stillzeit zu kümmern.

Zeit um diesen Still-Wälzer durchzulesen hast du eh keine.

Schüttelst du den Kopf oder ziehst die Augenbraue hoch, wenn du davon liest, dass ich dir eine Vorbereitung auf die Stillzeit empfehle?

Schließlich redet deine Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs ja an einem Abend über das Stillen.

 

Heute stelle ich dir 5 Frauen vor.

Sie dachten genauso.

Oder haben sich einfach keine großen Sorgen gemacht.

Die Schwangerschaft
gemeinsam erleben


Du wünscht dir einen respektvollen Austausch mit anderen Schwangeren, die genauso "weit" sind wie du?

Du möchtest nicht "Hinz & Kunz" mit deinen Schwangerschaftsfragen nerven - aber platzt, wenn du nicht bald jemanden zum reden hast?

Dann komm jetzt gleich in deine Schwangerschaftgruppe und triff Gleichgesinnte.

Doch dann hat sie ihr eigenes Erleben damit konfrontiert, wie es dann häufig kommt – eine unerwartete Überforderung mit der ganzen Stillsituation tritt ein.

Aber lies selbst.

Erfahrung No.1: „Ich wollte mich auf meinen Instinkt verlassen.“

Stillen ist die natürliche Ernährung nach der Geburt. Der Wunsch es einfach „passieren“ zu lassen ist daher total nachvollziehbar.

“ Bei mir war es beim ersten Kind so, dass ich mich auf meinen Instinkt verlassen wollte und mich überhaupt nicht übers Stillen informiert hatte- hätte ich mal tun sollen. Im Krankenhaus kam mir der Instinkt nämlich gänzlich abhanden- ok, vielleicht bis auf den Instinkt unbedingt stillen zu wollen. War ein harter, überaus schmerzhafter Weg, den ich mir gerne erspart hätte.“ Sabine, 1 Kind, gestillt

Wir leben und gebären heute nur selten in einem Umfeld, welches eine reine Instinktsteuerung zulassen würde.

Ein intensiver Stillvorbereitungskurs bereitet dich darauf vor, deinen instinktiven Fähigkeiten den benötigten Raum zu geben. So dass sie sich voll entfalten können.

Und er versorgt dich mit Wissen über die natürlichen Abläufe in den ersten Tagen. Darüber, was dein Baby von dir braucht, um gut stillen zu können. Darüber, was dein Körper braucht, um gut stillen zu können.

Du lernst dir die Rahmenbedingungen zu schaffen, die dir die Wahrnehmung deines Instinktes erlauben.

Erfahrung No.2: „Ich hatte durchaus Ängste.“

Solche Ängste vor der Stillzeit können unterschiedlicher Natur sein.

Manche beruhen auf den Erfahrungen, die wir in unserem Umfeld beobachten. Andere entstammen Glaubenssätzen, die tief in uns eingepflanzt wurden.

„Ich hatte durchaus Ängste in der Schwangerschaft, die ich gerne mit einer Fachfrau genauer erörtert hätte (meine Hebamme hat leider vom Stillen nicht so viel Ahnung.). Meine Brust ist sehr groß, die Warzen dafür sehr flach, das hat mir Sorgen gemacht. Dazu kamen so blöde Aussagen meiner Mutter ‚Ich konnte ja nicht stillen, das wird bei Dir sicher auch nicht klappen…'“ F., nachdem sie 1 Kind gestillt hatte und das zweite kurze Zeit später folgen sollte.

Bestimmt weißt du aus deinem bisherigen Leben bereits:

Angst ist nie ein guter Ratgeber.

  • Angst verunsichert selbst zusätzlich, wo es keinen Grund dazu gäbe.
  • Angst macht anfällig für verunsichernde Aussagen von anderen.
  • Angst verhindert darüber hinaus, dass unsere Hormone im Gleichgewicht fließen können.

Da helfen einerseits korrekte Informationen darüber, ob die eigenen Körpermerkmale wirklich einen Grund zur Sorge geben. Oder noch besser: Worauf du achten kannst, dass sie nicht zum Problem werden.

Das reicht jedoch nicht.

Gerade in sensiblen Phasen unseres Lebens, können Ängste mit besonderer Wucht aus dem Rückhalt zuschlagen.

Es gibt verschiedene (Selbst-)Coaching Methoden, die helfen werden, diese Ängste aufzuspüren und ihnen die Macht zu nehmen.

Erfahrung No.3: „Ich dachte ich würde alles übers Stillen wissen.“

Vielleicht arbeitest du selbst in einem Beruf, der dich mit dem Stillen immer wieder in Kontakt bringt.

Als Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern … aber natürlich auch in ganz anderen Berufen.

Oder du hast ein Stillbuch selbst wirklich sorgfältig gelesen.

„Ach, ich war fest davon überzeugt, alles zum Thema Stillen zu wissen. Schließlich bin ich Apothekerin und hatte schon einiges an Artikeln gelesen und in Fortbildungen gehört. Dass das nicht so war, musste ich unter vielen, vielen Tränen später feststellen. Wie wahnsinnig groß mein Wissensdefizit war, wurde mir erst bewusst, als ich die ‚blaue Bibel‘ der LaLecheLiga in den Händen hielt und gelesen hab.“ Heike, 1 Kind, gestillt

Die „blaue Bibel“ von der Heike hier erzählt ist ein großes, umfangreiches Stillberatungshandbuch, in welchem sehr ausführlich die Begleitung von Stillproblemen behandelt wird.

Es hat schon einige Beratungstage auf dem Buckel, ist aber nach wie vor ein wichtiges Handwerkzeug.

Aber keine Sorge – es ist nicht dieser Wälzer, den du anschaffen sollst.

Viel wichtiger ist, dass du eine Stillberaterin an der Seite hast, die fachlich qualifiziert ist und dir mit dem Wissen aus ihrer Ausbildung und aus der Stillberatung wirklich individuell weiterhelfen kann.

In einem regionalen Stillvorbereitungskurs kannst du eine Stillberaterin kennenlernen.

Auf jeden Fall ist es sinnvoll eine Telefonnummer bei der Hand zu haben, wenn sich tatsächlich Schwierigkeiten am Stillbeginn abzeichnen.

Völlig egal, ob dies mit Schmerzen einhergeht, oder ob du dir unsicher bist, ob dein Baby genug Nahrung erhält.

Deshalb ist es so wichtig, dass ihr im Stillvorbereitungskurs auch über die regionalen Angebote sprecht bzw. diese herausarbeitet. Sollte das im Kurs nicht automatisch passieren, frag unbedingt nach Kontakten zu Stillgruppen in deiner Region!

Erfahrung No.4: „Ich kam mir vor wie ein Weichei.“

Da hast du die Geburt geschafft und was danach kommt erlebst du vielleicht als schlimmer, als die Geburt selbst.

Jedes Stillen wird zur Überwindung, weil dich die Schmerzen fast um den Verstand bringen.

„Für mich war es ganz schwierig den Kleinen richtig anzulegen, weil ich am Anfang auch noch gar nicht wusste, wie ich ihn anfassen soll. Dauernd hatte ich Angst zu grob zu sein. Meine Hebamme sagte mir telefonisch als ich sagte das Stillen tue so weh, dass ich Weine: ‚Jaaaaa…das geht vorbei…das geht allen Frauen so.‘ Und ich kam mir vor wie ein Weichei und frage mich wie ich es schaffen soll Mutter zu sein, wenn ich das schon nicht aushalte.“ Sarah, 1 Kind, anfangs gestillt, danach pumpgestillt

Wenn du jemals in so einer Situation bist, bitte hol dir SOFORT Hilfe von einer qualifizierten Stillberaterin, die zu dir nach Hause kommt, herausfindet, wo die Ursache für die Schmerzen liegt und dir hilft sie so schnell wie möglich zu beheben.

Nicht ernst genommen zu werden ist keine Option!

In der Stillvorbereitung lernst du, worauf du achten kannst, um sicherzustellen, dass dein Baby so angelegt ist, dass es

  1. effektiv an deine Milch kommt
  2. dabei keine Verletzungen entstehen
  3. ohne Schmerzen funktioniert

Mit diesem Wissen schützt du dich bereits vor den häufigsten Auslösern von Schmerzen beim Stillen.

Aber du bekommst eben auch die Sicherheit, dass – sollte es dennoch zu Schmerzen kommen – Hilfe anzufordern die wichtigste Maßnahme ist. Und du weißt, wer dir in dieser Situation wirklich helfen kann … es ist nämlich nicht immer die „erstbeste Fachkraft“ die dir zu Verfügung steht.

Erfahrung No.5: „Ich fand das echt schlimm.“

Deine Hebamme oder die Krankenschwester auf der Wochenbettstation ist im Normalfall der erste Ansprechpartner, wenn es mit dem Stillen nicht sofort klappt.

Was du hier wissen musst:

Auch wenn sie mit dir in der Stillzeit arbeiten, heißt das nicht, dass sie intensiv für die Stillberatung ausgebildet wurden!

Eine reguläre medizinische Ausbildung ist eine sehr breit aufgestellte und streift natürlich auch den normalen Stillbeginn und die Behandlung von Stillproblemen, aber häufig nur in wenigen Präsenzstunden.

Darüber hinaus vergrößert sich das Wissen rund um das Stillen jedoch nahezu wöchentlich!

Deshalb müssen IBCLC-Stillberaterinnen alle 5 Jahre eine erneute Zertifizierung ablegen, um diesen Titel weiter tragen zu dürfen.

„Ich hatte ein Kind, das von Geburt an die Brust kategorisch verweigert hat. Die Hebammen im Krankenhaus und auch die Nachsorgehebamme haben sofort zum abpumpen geraten. Richtig die Technik gezeigt oder geschaut was falsch lief, hat niemand. Ich war dann trotzdem regelmäßig in der Stillgruppe und wurde dort immer hoch gelobt, dass ich 17 Monate pumpgestillt hab. Aber dass mir in der Anfangsphase niemand geholfen hat, fand ich echt schlimm“ Aline, 1 Kind, pump-gestillt

Natürlich gibt es allen Grund auch das motivierte Durchhalten einer Mama mit einem komplizierten Stillverlauf zu würdigen. Das meint Aline hier wohl auch gar nicht…

Was ihr gefehlt hat war eine wirkliche Hilfe. Eine Begleitung, die mit ihr im frühen Wochenbett die Ursachen herausgefunden hätte.

Im Idealfall hast du nach dem Stillvorbereitungskurs ein „Erste-Hilfe-Päckchen“ an Wissen, wie du bei aufkommenden Stillproblemen erst einmal selbst „rangehst“.

Darüber hinaus weißt du eben auch, wer dir wann und wie helfen kann.

Fazit.

Wenn du gerade schwanger bist und dein Baby stillen möchtest, solltest du wirklich nicht lange fackeln.

Finde heraus, wo bei dir vor Ort ein Stillvorbereitungskurs stattfindet.

Ein Stillvorbereitungskurs ist keine ausgelutschte Socke, sondern wirklich die Basis für deinen erfolgreichen Stillbeginn.

Ich zeige dir, was notwendig ist, um dich auf die Stillzeit vorzubereiten. Im gemeinsamen online Stillvorbereitungskurs helfe ich dir dann, das ganze in die Tat umzusetzen.

Du hast die Möglichkeit dich fähig zu machen und selbst zu deinem Beginn einer wunderschönen Stillzeit beizutragen. Und dafür zu sorgen, dass Hilfe nur eine ausgestreckte Armlänge weit weg ist.

Einen ersten Eindruck vom Stillvorbereitungskurs bekommst du in meinem Webinar zur Vorbereitung auf die Stillzeit. Es befindet sich ganz oben auf der Infoseite zum Kurs.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

4 Kommentare

  1. Nicol sagt

    Ich kenne auch diese Situation, mein kleiner Knopf ist gerade mal 7 Wochen alt. Für mich stand während der SS fest, ich stille. Meine Hebamme ist vom alten Schlag und wollte unbedingt das ich die Flasche gebe. Ich war am Anfang von meiner Hebi echt begeistert aber die Nachsorge war „mehr als sch….“ Sie setzte mich unter Druck und machte mir ein schlechtes Gewissen weil mein kleiner nicht innerhalb von 7 Tagen zunahm nach (6Tagen hatte ich erst Milcheinschuss) Dank der Unterstützung von meinem Partner physisch und psychisch, sagte ich der Hebamme meine Meinung das sie mich unterstützen sollte und nicht zum weinen. Ich stille meinen Sohn und es klappt super!!!

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester sagt

      Danke Nicol für deine Offenheit … und deinen Mut dir die Unterstützung einzufordern, die du brauchtest. Super, dass du das hier schreibst – ich hoffe, das macht ganz vielen anderen Mamas Mut genau das zu tun! Hilfe einfordern. Und wenn das bei den zur Verfügung stehenden Personen nicht reicht nochmal nachjustieren – es gibt Stillberaterinnen, die in so einem Fall ebenfalls helfen können!

      Alles Gute für eure Stillzeit <3
      ~Tabea

  2. FlosMama sagt

    Mein kleiner wurde per (ungeplantem) Kaiserschnitt entbunden. Er war schon 10 Tage über den Termin mit wenig Fruchtwasser und nach der langen anstrengenden Geburt völlig ausgetrocknet.
    Leider ist dann einiges schief gegangen. Ich hab ihn erst nach über 1 Stunde bekommen, obwohl er fleißig die Brust gesucht hat. Auch in der Nacht habe ich ihn nur aller 4 h bekommen, die Schwestern haben ihm Wasser mit einer Spritze gegeben. Am nächsten Tag hat jeder (Hebamme, Kinderkrankenschwester) was anderes zum Stillen (wie oft, wie lange) erzählt. Unser kleiner hat ständig geschrien und gequengelt. Ich konnte erst am 2. Tag aufstehen, hab ihn auch gleich früh angelegt und unser erstes Zusammenkommen wurde nach 5 min von der Hebamme unterbrochen: „Ihr Kind nuckelt ja nur, da machen Sie sich nur die Brustwarzen kaputt, legen Sie es mal weg, ich will Sie jetzt untersuchen.“
    Ich hab ihn noch echt oft angelegt, aber da er immer noch vor Hunger geschrien hat, wurde zugefüttert. Nachts musste er auf die Kinderstation – wegen Infektionsverdacht. War aber nichts, nur ausgetrocknet und Hunger! Habe dann dort „gestillt“ und viel zugefüttert – Kinderärztlicher Rat.
    Erst nach 5 Tagen durften wir nach Hause, dann hatte ich auch endlich Milcheinschuss.
    Ein Wunder, dass es bei uns überhaupt noch geklappt hat mit dem Stillen – der Kleine ist sehr robust. Beim nächsten Mal wird alles anders!

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Oh Mensch … da hattet ihr ja das volle Programm an blöden Einflüssen.

      Wenn dir jemand sagt „die Gesundheit deines Kindes ist gefährdet“ traut sich doch auch keiner mehr dagegen aufzubegehren.

      Ich wünsche euch auf eurem Weg weiter alles Gute … und wenn ihr doch noch weiterhin an eurer Geburt knappert finde ich das Bondingbad nach Meissner total berührend (mit Begleitung oder eigenständig nach ihrem Buch, findest du oben bei den Shopping-Tipps zum Leben mit dem Baby. Außerdem möchte ich an dieser Stelle die emotionelle erste Hilfe in den Raum werfen, falls du das noch nicht kennst. Das ist ein körperbetonter therapeutischer Ansatz, um solche traumatischen Erlebnisse (ihr hattet ja gleich mehrerer dieser Coleur) zu bewältigen. Einfach mal googeln.

      Alles Liebe für dich und deine kleine Familie <3
      ~Tabea

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