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11 Geheimnisse eines glücklichen, neugeborenen Babys

Bedürfnisse neugeborenes Baby

Kennst du das? Du surfst im Netz und dann begegnet dir ein Bild, dass dir ein wohliges Schmunzeln voller Herzwärme entlockt.

Bei mir war das diese Woche das Bild einer Vogelmutter.

Ich hätte erwartet, dass sie gerade emsig dabei ist, die Mäuler ihrer Jungen zu stopfen.

Aber nein.

Sie saß einfach da. Auf einem Ast. Breitete ihre Flügel aus über ihren beiden Jungen.

Beschützt. Mit geschlossenen Lidern saßen die Beiden unter ihren Fittichen.

Wie ist das bei dir?

Was macht dich glücklicher?

Ein Stück Schokolade? Oder eine exklusive Zeit von Nähe, Kuscheln und Berührungen mit deinem Liebsten?

Was macht ein glückliches Baby aus?

Schauen wir in die Welt der Babys.

Ist ein glückliches Baby jenes, welches niemals schreit?

Nein! Absolut nicht.

Manchmal muss ein Baby Schreien, um darauf aufmerksam zu machen, dass es gerade etwas braucht.

Aber ja! Ein glückliches Baby wird viel seltener Schreien, als wenn es unglücklich ist.

Bei neugeborenen Babys kann man sehr leicht herausfinden, was sie glücklich macht. Ganz ohne, dass sie sprechen können.

Die Körperreaktionen verraten es.

Bei einem glücklichen Baby wird die Atmung ruhig und entspannt. Der Herzschlag wird gleichmäßig und frei von Hast.

Schauen wir uns also genauer an, was die elf Dinge sind, die Babys brauchen, um dieses tiefe, wunderbare Gefühl des Glücks spüren zu können.

Geheimnis 1: Vertiefte Blicke

Wenn dein Baby direkt nach der Geburt auf dir liegt. Nackt. Wird es beginnen sich zu orientieren.

Und dann passiert etwas unglaublich faszinierendes.

Es hebt seinen Kopf. Mit aller Kraft.

Dreht sein Gesicht in deine Richtung.

Und blickt dir in die Augen.

Dieser tiefe, wissende Blick. Mit dem es deine Anwesenheit aufsaugt. Sich dein Gesicht tief ins Gedächtnis schreibt.

Wenn dein Baby die Gelegenheit direkt nach der Geburt nicht dazu nutzen konnte, kannst du ihm jederzeit wieder Raum dafür geben.

Nutze den für euch erstmöglichen Zeitpunkt.

Wenn dieser erst etwas nach der Geburt ist, zieh dein Baby nackig aus, bis auf die Windel oder völlig. Vielleicht gebt ihr eurem Baby ein Bad.

Lasst es noch einmal ankommen – nackt auf deiner nackten Haut.

So oft und so lange ihr möchtet. Denn „nach der Geburt ist nach der Geburt„.

Geheimnis 2: Dich riechen

Nach der Geburt ist die Nase deines Babys zum allerersten Mal mit Luft in Kontakt. Die Erfahrung Düfte – transportiert durch die Luft – aufzunehmen ist noch völlig neu!

Auf deiner Haut liegend, kann dein Baby riechen, wie du riechst.

Die in der Schwangerschaft neu hinzugekommenen Drüsen an deiner Brust machen es möglich, dass sich dein Baby sofort zu Hause fühlt.

Sie verströmen die gleichen Aromen, wie es sie zuvor im Fruchtwasser hatte.

Der Wiedererkennungswert ist grandios! Das Heimatgefühl garantiert.

Geheimnis 3: Hunger stillen

Für dein Baby ist das Gefühl Hunger zu haben ein überraschendes. Ein neues.

Bisher konnte es jederzeit – ganz nach Lust – einen Schluck aus seinem Fruchtwasser nehmen. Sein Körper kennt es über 24-Stunden, jederzeit, versorgt zu werden.

Mit Energie und allen Nährstoffen. So ist es eingerichtet. Über die Nabelschnur.

Dein Baby ist dankbar, wenn es ganz in Ruhe lernen kann, wie es sich nun selbst mit Nahrung versorgt. Recht häufig und manchmal sogar ununterbrochen wird es üben wollen.

Denn sein Magen ist nur sehr klein. Es kann kaum auf Vorrat trinken.

Was für uns ein einziger Schluck aus unserem Wasserglas ist, ist für dein Baby schon eine ganze Magenfüllung!

Du kannst dir vorstellen, wie froh dein Baby ist, deine Hilfe zu bekommen, wenn es dir zeigt, dass sein Hunger beginnt.

Geheimnis 4: Haut spüren

Die Haut. Unser überhaupt größtes Organ. Die unzähligen Rezeptoren leiten wohlige und unschöne Wahrnehmungen unmittelbar an unser Gehirn.

Haut auf Haut – Rezeptor auf Rezeptor – so kann dein Baby dich wahrnehmen, wenn es nackig bei dir liegt.

Denn: Kleidung ist fremd – kennt es nicht. Kleidung hat eine ganz andere Oberflächenstruktur – als deine wunderbare, wärmende Haut.

Geheimnis 5: Rhythmus hören

Und wenn es so bei dir liegt und döst, hört es deinen Herzschlag.

Der gleiche Rhythmus begleitet es schon sein Leben lang.

Bu-bummsch. Bu-bummsch. So strömt das vertraute Geräusch in das Gehör deines Babys.

Es weiß, dass sich nichts verändert hat an eurer innigen Nähe, aus der es kommt. Obwohl doch so vieles anders ist.

So bist du bei deinem Baby und ist dein Baby bei dir.

Geheimnis 6: Liebevolle Worte

Deine Stimme klingt, wenn dein Baby mit dem Ohr auf deinem Brustkorb liegt, ähnlich, wie zuvor im Bauch. Parallel gewöhnt es sich an den Außenklang deiner und anderer vertrauter Stimmen.

Im Wechsel liebevoller Gespräche oder beim Lauschen der Worte voller Liebe, die an dein Baby direkt gerichtet sind, lernt es den Klang der Stimmung.

Es lernt, wie beruhigende und liebevolle, ermutigende Worte an dich gerichtet deinen eigenen Herzschlag verlangsamen. Wie dieser bei Freude aufgeregt hupft. Oder wie er bei Ärger auch einmal rast.

Im direkten Kontakt lernt es dies Stück um Stück und ist dabei dennoch immer gut aufgehoben.

Geheimnis 7: Süsses schmecken

Die süsse Milch für dein Baby stellst du ja schon bereit, seit eure Schwangerschaft fortgeschritten ist.

Was dein Baby nun tun möchte ist, davon zu trinken.

So oft wie möglich und manchmal auch noch öfter. Der feine Geschmack zieht dein Baby immer wieder zu der leckeren, warmen Nahrungsquelle.

Vielleicht ist es in manchen Momenten noch ungeschickt – schon sehr hungrig – oder ein wenig schläfrig. Hilf ihm ruhig, es immer wieder zu versuchen.

Geheimnis 8: Bewegung erfahren

In der Schwerelosigkeit deines Baby-Bauches gab es kein oben oder unten.

Jede Bewegung kam gedämpft, wie durch Wellen, an.

Doch dein Baby liebt diese Bewegung.

In Wellen wird es auch durch deine Atmung bewegt – während es auf dir liegt.

Diese neue Erfahrung – konfrontiert mit der Schwerkraft. Ein ungewohntes und doch schönes Gefühl.

Manchmal ist Bewegung auch erschreckend.

Dann kann es sein, dass dein Baby die Arme hochreißt.

Viel besser genießen kann dein Baby diese Bewegungserfahrung, wenn es wieder ganz nah an dir ist.

In einem Tragetuch, fest gehalten, nimmt es sein eigenes, ihm neues Gewicht viel leichter wahr. Kann sich behütet an die neuen Bewegungen gewöhnen und sie einordnen lernen.

Geheimnis 9: Beruhigendes Saugen

Völlig gleich, ob dein Baby beim Saugen gerade aktiv trinkt oder das Saugen ohne Nahrungsaufnahme nutzt. Es beruhigt.

Saugen entspannt.

Löst aufregende Erfahrungen.

Es ist das für dein Baby wichtigste Instrument um selbst wirksam und aktiv mitzuhelfen, sich zu beruhigen.

Doch das Saugen – wenn es an deiner Brust stattfindet – hat noch eine andere wunderbare Wirkung: Durch die Ausschüttung des Liebeshormons Oxytocin, beruhigt es auch dich.

So hilft dir dein Baby beim Stillen – selbst wenn es gerade keinen großen Hunger hat – selbst (wieder) ruhig zu werden. Ihr helft euch gegenseitig – als Team!

Geheimnis 10: Erhörte Bedürfnisse

Häufig werden die Bedürfnisse, die ein neugeborenes Baby zum Ausdruck bringt als „Ruf nach einem Verwöhnprogramm“ fehlinterpretiert.

Sei dir immer sicher, dass dein Baby nur das von dir fordert, was es dringend benötigt.

Lerne dein Baby und seine Signale kennen und deuten. Immer klarer zu erkennen, was dein Baby gerade braucht.

Sei dir immer gewiss, dass dein Baby am allerbesten weiß, ob es gerade gestillt werden muss oder einfach deine Nähe braucht.

Geheimnis 11: Kurze Momente

Manchmal zeigen sich Bedürfnisse sehr plötzlich. Viel häufiger bahnen sich jedoch schon vorab leise, durch fast unscheinbare Zeichen, an.

In jedem Fall ist es so, dass die Natur für dein Baby keine Wartezeiten eingeplant hat.

Ein Moment im Leben deines Babys ist bereits eine kleine Ewigkeit. Denn im Verhältnis zu seiner Lebenszeit nimmt dieser Moment viel mehr Raum ein, als er es in deinem – viel längeren – Leben tut.

Dein Baby ist Willkommen!

Egal ob es tags oder nachts ist – dein Baby ist willkommen in deinem Leben.

Es wird Situationen geben, wo dich diese 24/7-Beanspruchung sehr anstrengen wird.

Vielleicht fragst du dich, ob ich wirklich verlange, dass du dein Baby glücklich machst. Und das unter der Bezahlung deiner völligen Selbstaufgabe?

Nein.

Denn das Tolle an den Geheimnissen deines glücklichen Babys ist, dass viele davon auch durch deinen Partner initiiert und mitgetragen werden können.

Der Hautkontakt, die Wärme, das getragen werden, der Rhythmus des Herzschlages, die Stimme, die liebevollen Worte, die sanfte Bewegung … in all diesen Dingen könnt ihr beide für euer Baby da sein.

Wie geht es dir, wenn du an dein Baby denkst? Warum willst du es zu deinem glücklichen Baby machen?

Glücksgeheimnisse für Kinder in allen Altersstufen findest du im Rahmen der Glücksknirpse-Blogparade.

Bis bald,
~Tabea

 

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

2 Kommentare

  1. Hallo Tabea,

    viele, vielen Dank für diesen schönen Artikel! Wenn ich die Dinge so sehe, wie Du sie beschreibst, fühle ich gleich mehr Empathie zu einem Baby, mehr Verständnis. Leider kann ich die Tipps aktuell nicht ausprobieren 😉

    Viele Grüße,

    Christian

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester sagt

      Lieber Christian,
      na – ob du das nochmal können wirst, besprecht ihr am besten ganz privat 😉

      Danke für die Einladung zu den Glücksknirpsen und für die Idee einmal genauer hinzuschauen, was Glück eigentlich bedeutet <3

      ~Tabea

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