Schwangerschaft
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Scheidenpilz in der Schwangerschaft – 4 Grundsätze und 10 Komponenten um einen Scheidenpilz in der Schwangerschaft erfolgreich zu behandeln

Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Pilze gehören frisch auf die Pizza – nicht zwischen deine Beine!

Leider sieht das Monsignore Candida albicans anders und breitet sich gerade während einer Schwangerschaft hartnäckig aus.

Warum kommt der Scheidenpilz gerade in der Schwangerschaft?

Eine Besiedelung mit dem Hefepilz Candida albicans ist an und in uns allen recht häufig – ohne dass es Probleme gibt. Sobald die natürliche Keimbesiedelung an einer Stelle unseres Körpers jedoch zurückgeht, breitet sich so ein Pilz jedoch rasend schnell aus.

Zerstört wird die lokale Flora, so nennt man die Keimbesiedelung, häufig durch die Behandlung mit Antibiotika. Aber auch bei Stress sind wir anfälliger für eine Candidose.

Der ideale Nährboden für eine Pilzinfektion ist ein erhöhter Zuckergehalt im Gewebe.

So fallen die Ernährung und der Blutzuckergehalt in unserem Körper ins Gewicht, wenn wir anfällig für die Ausbreitung des Hefepilzes sind. Auch eine Armut an roten Blutkörperchen kann Ausgangspunkt für eine unangenehme Pilzinfektion sein.

Die Hormonveränderungen der Schwangerschaft unterstützen den Anstieg dieses Zuckergehaltes in deiner Vaginalschleimhaut.

Dann geht es auch schon los: es juckt, brennt und fühlt sich wirklich ätzend an.

Wie gefährlich ist der Scheidenpilz in der Schwangerschaft?

Wenn es zwischen den Beinen unangenehm juckt, kann es sein, dass dein erster Gedanke zu deinem Baby rauscht. Ist mit ihm alles gut?

Doch dein Baby liegt gut geschützt in seiner Fruchtblase. Dort ist es steril.

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Bei der normalen Geburt kommt dein Baby zwar mit deiner Scheidenflora in Kontakt, aber ein Kontakt mit einem Hefepilz heißt niemals automatisch eine Infektion mit Symptomen! Sporen von Schimmelpilzen befinden sich in unserer Umgebung überall, ohne dass eine Ausbreitung mit Symptomen stattfinden muss.

Sollte dein Baby selbst einmal eine Pilzinfektion haben, gibt es auch da gute und gut verträgliche Behandlungsmöglichkeiten! Diese sollten frühzeitig angewendet werden. Pilzinfektionen im Mund deines Babys können u.a. zu Stillproblemen und zur Infektion deiner Mamillen führen.

Scheint dein Baby zu früh und mit weniger als 1500 g Geburtsgewicht auf die Welt kommen zu wollen und du leidest zu diesem Zeitpunkt an einer Scheidenpilzinfektion wird empfohlen, dass du vor der Geburt schulmedizinisch behandelt wirst. Auch dein Frühgeborenes erhält dann voraussichtlich eine prophylaktische Behandlung über mehrere Wochen.

Aber zurück zu dir.

Es ist dennoch sehr sinnvoll die unangenehme Infektion mit dem Scheidenpilz vor der Geburt zu behandeln. So müssen weder du, noch im blödesten Falle dein Baby nach der Geburt, Symptome einer Pilzinfektion ertragen.

Zur Diagnosestellung kann dir deine Gynäkologin helfen. Sie kann auch ausschließen, ob es sich um eine andere Art der Infektion handelt. Dabei gilt es vor allem bakterielle Infektionen auszuschließen, welche wiederum rechtzeitig behandelt werden müssen, um den Schwangerschaftsverlauf nicht zu gefährden.

Wie wird ein Scheidenpilz in der Schwangerschaft behandelt?

Obwohl es – bedingt durch einen Scheidenpilz – kaum (niemals gibt es nie in der Medizin) zu vorzeitiger Wehentätigkeit kommt, trauen sich nur wenige einen anderen Weg, als den mit einem Medikament zu wählen. Bei bakteriellen Infektionen ist diese Gefahr eindeutig höher.

Egal welcher Behandlungsweg gewählt wird. Pilzinfektionen müssen immer nach dem Abklingen der Symptome noch eine ganze Zeit lang weiter behandelt werden. Geschieht das nicht kommt es sehr häufig zu einem erneuten Aufflammen der Symptome. Das liegt einfach daran, dass die Ausbreitung des Pilzes erneut möglich war.

Basis einer jeden Behandlung eines Scheidenpilzes in der Schwangerschaft muss sein, dass sie aus mindestens 2, ggf. bis zu 4 Komponenten besteht.

  1. Behandlung zur Reduzierung des Candida albicans (dieser ist zu 80% der infektionsauslösende Hefepilz) auf der Scheiden-Schleimhaut
  2. Aufbau der physiologischen Flora der Scheidenschleimhaut
  3. Ansäuerung des Scheidenmileus
  4. Hygiene!!!

Alternative Behandlungsmethoden sind dabei keineswegs unwirksam – aber auch nicht immer „sanft“. Naturmedizin kann – je nach Wirkstoff – ebenso zu Reizungen führen oder einmal nicht zum erwünschten Ergebnis führen, wie die häufigste Form der Behandlung mit dem Wirkstoff Clotrimazol.

Da ich vor meiner eigenen Schwangerschaft den Leidensweg einer Freundin und ihres unerwünschten Gastes trotz Clotrimazol verfolgt hatte, habe ich in meiner eigenen Schwangerschaft bereits eine breite Möglichkeit verschiedenster Behandlungsmöglichkeiten recherchiert.

[redbox]Diese Zusammenfassung ersetzt keinesfalls eine individuelle medizinische Beratung, sondern dient ausschließlich zur Information![/redbox]

10 Komponenten, um den Scheidenpilz in der Schwangerschaft erfolgreich zu behandeln

Die verschiedenen Darreichungsformen benötigen eine teils explizite Beschreibung der Anwendung im Intimbereich. Wenn du dich dabei unwohl fühlst, bitte ich dich auf ein Weiterlesen zu verzichten.

1. Richtige Materialwahl gegen den Scheidenpilz

Ein das Pilzwachstum begünstigendes Klima entsteht in deinem Intimbereich, wenn du Synthetikunterwäsche trägst, welche nur wenig luftdurchlässig ist.

Die Empfehlung ist generell Unterwäsche aus 100% Baumwolle zu tragen. Ein geringfügiger Anteil an Elastane befindet sich häufig in den Gummis der Bündchen.

Manche Hersteller geben an, dass der sogenannte „Zwickel“ – also der doppelt genähte Bereich im Höschen – aus 100% Baumwolle sei. Da gilt es genau hinzusehen und Details bei den Verkäuferinnen zu erfragen.

Auch die Oberbekleidung in Form von Hosen & Röcken solltest du luftdurchlässig wählen.

2. Richtige Hygiene gegen den Scheidenpilz

Candida albicans haftet an vielen Arten von Oberflächen einfach gut.

Richtig Wäsche waschen

Wichtig ist dass die Wäsche außerdem bei 60° waschbar ist und auch entsprechend heiß gewaschen wird. Vor allem sparsame Waschmaschinen erreichen diese Temperatur häufig nicht. Dann sollte ein noch heißeres Programm genutzt werden.

Ein Testwaschgang mit einem einzelnen Versuchshöschen verrät, wie heiß du es tatsächlich waschen kannst.

Auch Handtücher und sonstige waschbaren Materialien, die mit deinem Intimbereich in Kontakt kommen, müssen entsprechend heiß gewaschen werden.

Ein häufiges Wechseln ist unumgänglich.

Richtige Handhygiene

Eine gute Handhygiene bedeutet vor allem, dass du dir beim Hände waschen Zeit lässt. Ein ph-neutrales Handwaschgel gut einschäumst und gründlich abwäscht.

Da zu häufiges Händewaschen eher gegenteilig wirkt, weil sich in trockener Haut eher Nischen zur Keimverschleppung finden, ist bei hartnäckigen Infektionen zu überlegen stattdessen eine rückfettende Händedesinfektion zu wählen. Dies stellt aber eine Ausnahme für besondere Situationen dar.

Auch sonstige Materialien, Wannen und was eben mit dem Pilz in Kontakt gekommen sein kann, sollte entsprechend gereinigt werden.

3. Richtige schulmedizinische Behandlung

Das Mittel der Wahl in der schulmedizinischen Behandlung von Candida albicans in der Schwangerschaft ist der Wirkstoff Clotrimazol. Der Alternativwirkstoff Fluconazol kann in der Schwangerschaft zwar für eine kurzfristige Therapie angewandt werden, wird im ersten drittel der Schwangerschaft aber nicht empfohlen.

Clotrimazol als Creme

Üblicherweise wird über 6 Tage mit einer Creme behandelt. Diese wird täglich mit einem jeweils frischen (!) Applikator vor dem Schlafengehen in die Scheide eingebracht. Der äußere Bereich der Scheide wird ebenfalls mit der Creme bedeckt.

Clotrimazol als Vaginalzäpfchen oder Vaginaltablette

In der Schwangerschaft ist die Scheidenschleimhaut besonders empfindlich. Immer wieder wird von der Verwendung der Applikatoren abgeraten.

Dann kann es einfacher sein, den verschriebenen Wirkstoff als Vaginalsuppositorium oder Vaginaltablette zu nutzen. Diese können auch mit dem Finger tief in die Scheide eingeschoben werden.

Der bevorzugte Zeitpunkt ist vor einer langen Phase des Liegens – also abends vor dem Schlafengehen. So bleibt der Wirkstoff dort, wo er wirken soll.

Generelles zur Behandlung mit Cremes gegen Scheidenpilz

Findest du es unangenehm Reste des Präparats in deiner Unterhose zu haben, kannst du luftdurchlässige Slipeinlagen nutzen.

Die Behandlung über 6 Tage reicht häufig nicht aus. Werden deine Beschwerden erst kurz vor Ende der Behandlungszeit besser, bitte um ein Folgerezept. Nur so kann die Behandlung abgeschlossen werden.

Tust du das nicht ist es leicht möglich, dass die Symptome zurückkehren. Das ist nicht per se schlimm – aber aufgrund der sehr unangenehmen Symptome doch sehr lästig.

4. Richtige naturheilkundliche Wege gegen den Scheidenpilz

Die Natur kennt verschiedene Wirkstoffe, welche auch gegen Pilze desinfizierend wirken.

Tampon mit Teebaumöl oder Teebaumessenz

Recht bekannt ist das Teebaumöl-Tampon. Dazu werden wenige Tropfen hochwertiges, naturreines Teebaumöl auf einen Tampon gegeben und eingeführt.

Teebaumöl ist eine stark wirkende Pflanze und kann zu Irritationen auf der Schleimhaut führen.

Häufig wird daher eine Mischung mit einem Trägeröl, zb. Bio-Olivenöl oder Bio-Mandelöl empfohlen, in der das einzuführende Tampon getränkt wird.

Knoblauchzehe

Auch Knoblauch gehört zu den antimykotisch wirkenden Pflanzen. Er enthält den Wirkstoff Allicin.

Die orale Einnahme von Knoblauchkapseln wurde in einer kleinen Studie getestet, welche jedoch als wenig aussagekräftig eingestuft werden muss. In dem zu kurzen Beobachtungszeitraum konnte keine Wirkung nachgewiesen werden.

Auch eine lokale Anwendung wird immer wieder beschrieben.

Dazu kann mit einer Nadel die geschälte Knoblauchzehe durchstochen werden, um einen Faden festzuknoten, der die Rückholung erleichtern soll. Die Behandlung wird mit 2x für jeweils 12 Stunden beschrieben. Unbedingt jeweils eine neue, geschälte Knoblauchzehe verwenden. Um ein Brennen zu vermeiden kannst du die Zehe auch in einen kleinen Stülpa-Verband fest einknoten.

Geraspelt muss der Knoblauch vermischt werden. Hierzu wird die Mischung mit Joghurt im Bereich der Kräuterheilkunde beschrieben. Die verdünnte Joghurt-Knoblauch-Mischung kann mit einem Tampon in die Scheide eingeführt werden.

Ebenso kann Knoblauch im Rahmen eines Sitzbades genutzt werden. Dazu wird eine angeritzte Knoblauchzehe mit angenehm kühlem Wasser in einer Sitzbadwanne oder der Badewanne gemischt.

Ebenso wie bei allen ätherischen Mitteln kann es bei lokaler Anwendung auf der Scheidenschleimhaut zu zusätzlichen Reizungen kommen.

5. Richtige Aromatherapie nach Stadelmann

Wenn du das Buch „Hebammensprechstunde“ selbst zu Hause hast, kannst du verschiedene Empfehlungen auch dort nachlesen.

Bei allen naturheilkundlichen Anwendungen empfiehlt sie in der Schwangerschaft prinzipiell zuerst mit sanften, starken Verdünnungen der Behandlungsmittel zu beginnen. Sie erlebt eine erhöhte Sensitivität und ein gutes Ansprechen auf naturheilkundliche Behandlungen speziell bei Schwangeren. Sie hält im hinteren Teil ihres Buches auch eine grundsätzliche Einführung in die Aromatherapie bereit.

Ihre erste Empfehlung ist daher immer die Wahl von Sitzbädern. Die Konzentration wird nur dann verstärkt, wenn sanfte Anwendungen nicht anschlagen sollten.

Die genannten Mittel der Aromatherapie nach Stadelmann können über die Bahnhofsapotheke in Kempten auch per Versand bezogen werden.

Teebaum-Rose-Hydrolat nach Stadelmann

Das Hydrolat kommt als Pumpspray. Es ist eine wässrige Lösung, welche nicht brennt.

Zu Beginn der Behandlung wird eine häufige Anwendung empfohlen. Das geschieht am einfachsten über der Toilette, bei weit geöffneten Beinen. Deine Labien solltest du hierfür gut spreizen, um beim Sprühen alle Winkel gut zu erreichen.

Im Verlauf der Behandlung – wenn deine Symptome rückläufig sind – reduzierst du die Anwendung auf 3x täglich und führst sie noch einige Zeit lang fort.

Für Infektionen der Schleimhaut innerhalb der Scheide empfiehlt Stadelmann in ihrem Buch eine Spülung mit einer verdünnten Lösung des Hydrolats.

Teebaum-Rose-Balsam nach Stadelmann

Eigentlich nicht für die Anwendung auf der Schleimhaut gedacht, dennoch immer wieder empfohlen, wird der Teebaum-Rose-Balsam.

In einem Forum beschreibt eine Betroffene die Anwendung als mit einem ganz schönen „ohhhh hooo“-Effekt. Ursache ist die auch als kühlend-prickelnd empfindbare Wirkung der Inhaltsstoffe. Diese können jedoch auch als sehr unangenehm empfunden werden. Das Testen mit einer sehr kleinen Menge auf einer kleinen Hautstelle ist deshalb immer zu empfehlen.

Teebaum-Ovula nach Stadelmann

Die Scheidenzäpfchen werden für die Behandlung in der Scheide angewendet. Eine hohe Verdünnung mit dem Trägerstoff macht sie gut verträglich.

Lavendelöl & Rosenöl

Beide Öle werden als Alternativen zu Teebaumöl beschrieben. Sie können als Mischung auf unterschiedliche Art, genau wie die anderen ätherischen Stoffe, zum Einsatz kommen. Denkbar ist jeweils als Sitzbad und mit Joghurt als Trägerstoff auf einem Tampon.

6. Richtige homöopathische Behandlungswege gegen den Scheidenpilz

Bei einer klassischen homöopathischen Behandlung nach dem Grundsatz „Gleiches mit gleichem“ solltest du selbst oder in enger Zusammenarbeit mit einem klassischen Homöopathen nach dem richtigen Mittel für dich suchen.

Dabei kann die Mittelwahl auf eines der häufigsten bei Scheidenpilz angewandten Mittel fallen, oder auf ein völlig anderes.

Häufig beschriebene homöopathische Mittel sind dabei Borax, Belladonna, Lilium tigrinum, Kreosotum, Sepia und Pulsatilla.

In der Selbsttherapie werden häufig Potenzen von D12 empfohlen mit 3 Gaben mit je 5 Globuli. Für höhere Potenzen werden ein vorsichtiger Umgang und die Zusammenarbeit mit einer Fachkraft für Homöopathie empfohlen.

Eine völlig andere Herangehensweise mit der Homöopathie zu arbeiten habe ich zum ersten Mal im Zusammenhang mit der Behandlung vom Candida albicans kennen gelernt.

Dabei wird der Hefepilz selbst so bearbeitet und potenziert, um ihn als Homöopathikum gegen den Pilz einzusetzen. Albicansan heißt das Produkt, welches in verschiedenen Darreichungsformen und niedriger Potenz erhältlich ist.

Je nachdem welche Hautbereiche betroffen sind kommt Albicansan in der Scheide als Zäpfchen zum Einsatz und auf der Vulva als Creme oder in flüssiger Form.

Alle Darreichungsarten sind bei Albicansan alkoholfrei und damit auch auf Schleimhäuten kein Problem.

7. Richtiger Einfluss auf das Scheidenmileu

Wie weiter oben schon erwähnt:

Du kannst deinen ungebetenen Gast so oft rauswerfen, wie du magst. Wenn er ein geeignetes Plätzchen findet, kommt er umgehend wieder und beehrt dich auf eine weitere Runde.

Der einzige Weg dies zu verhindern ist, die „lauschigen Plätzchen“ mit willkommenen Gästen zu füllen.

Das kannst du tun, indem du schon frühzeitig deine natürliche Vaginalflora – so nennen sich die guten Bakterien – schützt, erhältst und stärkst.

Oder du spätestens bei Anzeichen einer Pilzinfektion deiner Scheide damit beginnst. Auch zu diesem Zeitpunkt kann eine Stärkung und Unterstützung deiner Scheidenflora dafür sorgen, dass dein Körper die Ausbreitung des Pilzes von selber unterbindet.

Doch wie machst du das praktisch?

Zum einen bedeutet es, dass du schon jetzt auf deine Hygiene achten solltest.

Allerdings anders als du es jetzt tust.

Sicherlich … du wäscht dich gründlich. Doch das ist falsch!

Wenn im Intimbereich Seife oder auch nur klares Wasser zum Einsatz kommen, verändern diese das typischerweise saure Mileu. Der ph-Wert ist meist bereits durch die Hormonveränderungen deiner Schwangerschaft in Mitleidenschaft gezogen. Ihn dann noch der alkalischen Wirkung von Seifen zu unterziehen, bedeutet ihm alle Widerstandskraft zu nehmen.

Solltest du nicht auf die Reinigung deines Intimbereiches verzichten wollen, solltest du ein pH-saures Waschgel für diesen Körperbereich nutzen.

Leider ist die Angabe auf vielen Waschgels recht verschleiert. Deshalb habe ich ein Waschgel gefunden, welches ausdrücklich einen pH von 3,5 hat. Damit hilft es auch die zwar nur leichte, aber dennoch vorhandene, alkalische Wirkung des Wassers selbst abzumildern. Es ist leider nur in der Apotheke erhältlich, soweit ich weiß. Von der Firma Sagella. Natürlich kannst du auch völlig darauf verzichten!

Eine Ansäuerung deines Scheidenmileus kannst du auch vornehmen, indem du mit den Vaginalzäpfchen Vagi-C nachhilfst.

Diese kannst du abwechselnd mit Vagiflor Vaginalzäpfchen nutzen, um die Standortflora der Scheidenschleimhaut zu stärken.

In dieser Kombination wird das Scheidenmileu ungemütlich für die Pilze und die gesunde Flora siedelt sich wieder stärker an.

Die Scheidenflora kannst du auch mit Joghurttampons stärken. Die enthaltenen Milchsäurebakterien gehören zu den guten Bakterien, die dort willkommen sind.

8. Richtige Ernährung bei Scheidenpilzneigung

In der Schwangerschaft wie auch sonst zeigt sich immer wieder, dass es allgemein günstig ist wenig Zucker & Weißmehl zu sich zu nehmen. Mit dem fiesen Heißhunger, ebenso wie mit langen Phasen der Übelkeit, ist das gar nicht so einfach.

Eine ausgewogene, deiner Schwangerschaft und der Pilzvorsorge entsprechende Ernährung braucht häufigere oder zumindest regelmäßige Mahlzeiten. Reichlich Gemüse, Eiweiß aus Fleisch oder Hülsenfrüchten und Kohlenhydrate aus Vollkorn. Obst ist Träger vieler wichtiger Vitamine – doch auch in Form von Fruchtzucker kannst du zu viel Zucker in deinen Körper aufnehmen.

Eine landläufige Empfehlung ist außerdem die Milchsäurebakterien im Körper allgemein zu erhöhen. Das soll gut funktionieren, indem du reinen Naturjoghurt isst.

Beim Wa(h)l-Sport vieler Schwangerer ist man dort, wo alle sind – im Wasser. Hier können Pilze unnötigerweise übertragen werden. Geschützt wirst du, indem du dir und deinem Körper mit einer Barrieremethode hilfst: ein Tampon mit Öl und ggf. Teebaumöl als Schutz während dem Schwimmen, der anschießend wieder entfernt wird.

9. Richtige Prävention statt Behandlung

Besonders wichtig, und dennoch häufig nicht bedacht, ist Prävention einer Scheidenpilzinfektion während einer Antibiotikabehandlung.

Antibiotika sind Mittel die gegen Bakterien wirken.

Je nach Keimstamm der behandelt werden muss, kommt ein anderes Antibiotikum zum Einsatz. Meist sind es dennoch Antibiotika mit einem so genannten „breiten Spektrum“. Sie töten viele Arten von Bakterien ab. In den meisten Fällen erwischt man damit auch die Bakterien, die bei dir gerade für eine Infektion gesorgt haben.

Mit noch größerer Sicherheit reduziert man mit Antibiotika aber auch die guten Bakterienstämme, wie sie überall auf und in uns vorhanden sind.

Besonders im Darm und in der Scheide. Natürlich auch anderswo.

Nicht immer sind Symptome einer Pilzinfektion die Folge. Aber so häufig, dass es sich wirklich lohnt frühzeitig an vorbeugende Maßnahmen zu denken.

Diese können bestehen aus:

  • Multigyn-Gel
  • Reinigung nur mit Wasser statt mit Seife
  • Döderleinbakterien stärken mit Joghurt
  • Okuabaka Globulis parallel zur Stärkung

Du kannst deinen persönlichen pH-Wert natürlich auch mit ph-Teststreifen beobachten. Gerade für Schwangere bieten diese manche Krankenkassen als kostenlose Vorsorge während deiner Schwangerschaft an. Nachfragen lohnt sich!

10. Richtig Weiterdenken – spätestens bei hartnäckigem Scheidenpilz

Du musst natürlich nicht warten, bis du das Gefühl hast, wieder und wieder unter einer Pilzinfektion zu leiden. Aber spätestens wenn du das zweite oder dritte Mal betroffen bist, sollte das Nachdenken noch einmal ausschwärmen.

Häufig vergessen – und doch so wichtig! Als Partner mit intimen Kontaktpunkten kannst du dich mit Hilfe deines Mannes immer wieder erneut infizieren. Auch wenn du den Pilz bereits los hattest. Diese Re-Infektion gibt es auch häufiger bei Mutter-Kind-Stillpaaren.

Sollte es einen Pilzbefall kommen müssen grundsätzlich alle nahem Körperkontakt ausgesetzten Personen der Behandlung parallel unterzogen werden.

Behandlung mit aller Konsequenz. Also auch der Hygiene. Auch wenn die Partner keinerlei Symptome zeigen.

Hartnäckige Pilzinfektionen können außerdem in einem Speziallabor auf Sensibilität untersucht werden. Beim Institut für Mikroökologie in Herborn kannst du – mit Unterstützung deines Arztes oder deiner Hebamme – einen Vaginalstatus durchführen lassen, wenn du Symptome eines Ungleichgewichtes deiner Scheidenflora bemerkst oder bereits unter Symptomen leidest.

Darüber hinaus können Austestungen im Labor ergeben, welche Phytho-Aromatherapie, aber auch, welche „klassische“ schulmedizinische Therapie die krankmachenden Keime oder Hefen erfolgreich bekämpfen wird. So kannst du eine langwierige Infektionshase und alle Risiken leicht bewältigen.

Fazit.

Du siehst – du bist nicht die einzige, die sich mit dem Thema „Scheidenpilz“ in der Schwangerschaft herumschlägt. Es ist ein lästiges, aber häufig vorkommendes Thema. Aber noch viel besser ist: es kann dir geholfen werden!

Um zu erzählen, was dir geholfen hat deinen Scheidenpilz in deiner Schwangerschaft letztlich loszuwerden, kannst du gerne ein Pseudonym nutzen ;). Ich finde es ganz wichtig, das Thema aus der Versenkung zu holen, damit viele von uns Frauen das lästige Thema schnell wieder loswerden!

Und bitte: Teile diesen Artikel. Denn es gibt wirklich viele gute und effektive Wege, um einen Scheidenpilz natürlich wieder loszuwerden! Drücke einfach unten auf den Button deines Lieblingsnetzwerkes.

Alles Liebe und bis bald
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

6 Kommentare

  1. Jessica sagt

    Absolut empfehlenswert bei jeglicher Art von Pilzinfektion ist Grapefruitkernextrakt, ein natürliches Antibiotikum, antiviral und Antimykotika! Über die Schweiz im Internet erhältlich- GKE!

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester sagt

      Hallo liebe Jessica,

      danke für deine Ergänzung! Spannend.
      Davon habe ich noch nie gehört, bevor du es erwähnt hast!

      ~Tabea

    • Sarah sagt

      das Grapefruitkernextrakt kan auch ich sehr empfehlen. Das gibts übrigens nicht nur inder schweiz sondern auch bei http://www.dragonspice.de (nein, ich krieg keine provisionen von denen, bin nur sehr zufriedener Kunde dort)

      • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester sagt

        Mensch super Sarah, danke dass du das gleich mit uns teilst!

        Das macht die Recherche für die, die es brauchen gleich nochmal einfacher.

        Alles Liebe, ~Tabea

        • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

          soweit ich verstanden habe wird das in Wasser gelöst und eingenommen.

          Von einer lokalen Anwendung habe ich noch nie gelesen – wie gesagt – ich selbst habe erst durch Jessica das erste Mal davon gehört.

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