Stillzeit
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Warum Stillen manchmal einfach NUR weh tut

Schmerzen und wunde Brustwarzen beim Stillen

Ging es dir auch schon einmal so?

Anna ist verzweifelt.

Sie hat Schmerzen beim Stillen.

Da ihre Nachsorge-Hebamme zwar total lieb ist, allerdings meinte, dass sie da einfach durch müsse, hat sie jetzt wirklich eine ganze Weile die Zähne zusammengebissen.

Irgendwann geht es nicht mehr.

Sie findet – also dann wenn sie gerade wirklich denken kann und nicht vor lauter Schmerzen nur noch Tränen laufen – dass das mit dem Stillen so nicht sein kann.

Mit ihrem Smartphone findet sie alle möglichen Informationen über Google. Allerdings widersprechen diese sich alle immer wieder.

Kein wirkliches Durchkommen. Alle machen unterschiedliche Erfahrungen und geben unterschiedliche Tipps.

Wer soll da noch durchsehen?

Über was sie immer wieder stolpert – und was zu noch mehr Tränen und Verzweiflung führt – ist die Aussage, dass das falsche Anlegen schuld sei.

Reicht das Stillen?!

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Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Doch was soll sie denn noch machen? Ihre Hebamme sagt, das Anlegen sieht – Zitat – „prima!“ aus.

Markus – der Mann von Anna – rät Anna schon dazu, aufzuhören mit dem Stillen.

Kein Wunder. Schmerzen gehören tatsächlich zu den häufigsten Gründen, warum zum Fläschchen gegriffen wird.

Doch „eigentlich“ möchte Anna doch stillen.

[bctt tweet=”Eigentlich möchte Anna stillen. Doch diese Schmerzen!? Was ist der Grund?”]

Ihr Herz zerreißt fast bei dem Gedanken, dass ihrem Baby eine Plastikflasche in den Mund geschoben wird. Andererseits greift sie schon immer häufiger zum Schnuller, wenn Benjamin sich meldet.

Beim Saugen ohne Hunger tut das Stillen einfach auch so weh – und wenigstens da will sie es verhindern.

Zunehmend wird Anna auch wütend gegen sich selbst. Warum zum Geier bekommt sie das mit dem Stillen nicht hin. Es ist doch das Natürlichste der Welt!

Vielleicht ging es dir wie Anna. Oder es geht dir gerade eben so.

Viele Mamas berichten, dass der Stillbeginn erst einmal mit vielen Schmerzen einher ging.

Die Reaktion darauf fällt völlig unterschiedlich aus.

  • „Das tu ich mir nicht an – ich stille ab.“
  • „Da muss ich wohl die Zähne zusammenbeißen – irgendwie geht es schon.“
  • „Ich würde so gern stillen – aber wenn es nicht geht, dann lass ich es halt.“

Seit einiger Zeit ist der Trend, die Schmerzen dem „falschen Anlegen“ zuzuschieben. Eine in meinen Augen ungute Entwicklung. Sie führt zu vielen unnötigen Schuldgefühlen.

Obwohl ich mit allem theoretischen und begleitenden Stillwissen ausgerüstet war, hat es auch mich erwischt. Und ich kenne die miesen Gefühle, die anfangen zu brodeln, wenn die Schmerzen bei jedem Stillen wieder kommen – über Wochen. Ohne einen Grund herausfinden zu können.

In einer professionellen Stillberatung schließen wir deshalb systematisch nach und nach die individuell wahrscheinlichsten Gründe für die starken Schmerzen aus. Um so zu deiner individuellen Lösung zu finden.

Erst einmal ist es für dich ganz wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten von Schmerzen gibt.

  1. Schmerzen aufgrund von gesteigerter Sensitivität
  2. Schmerzen aufgrund von Verletzungen
  3. Schmerzen aufgrund von Vorgängen innerhalb der Brust

Egal welche Art von Schmerzen du hast – es ist wichtig, dass sie auf der einen Seite unmittelbar zumindest gelindert werden. Dazu gibt es verschiedenste Hausmittel, zu denen meist eine wissenschaftliche Bestätigung fehlt bzw. nur für ganz wenige Behandlungsmethoden vorliegt.

Je nach Ansatz (naturheilkundlich, medizinisch, alternativ…) gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.

Doch eine Linderung der Auswirkung – also deiner Schmerzen – löst das Problem nur selten von selbst. Manchmal schon, weil sich mit der Zeit fast wie von selbst etwas ändert – aber bis dahin ist häufig wochenlanges Durchhalten gefordert. Keine gute Aussicht.

Ein Aushalten von Schmerzen beim Stillen verringert die Effektivität deines Milchflusses.

Wirklich keine gute Idee.

Doch wodurch kommt es nun zu Schmerzen beim Stillen?

Grund 1 – Hormonelle Lage

Die Zeit unmittelbar nach der Geburt geht mit einer großen Hormonumstellung einher.

Vielleicht kennst du es von der Zeit als du deine Tage zuletzt hattest.

Oder als du frisch Schwanger warst.

Hormone haben auch auf die Empfindungen deiner Brustwarze einen starken Einfluss.

Die meisten Frauen die davon betroffen sind, empfinden das Stillen zwar erst einmal als ziemlich unangenehm, jedoch nicht als extrem schmerzhaft.

Andererseits möchte ich das aber auch nicht ausschließen.

Wichtig – wenn du deine Brustwarze nach dem Stillen ansiehst, ist sie rund, gerade und kommt intakt aus dem Mund deines Babys.

Wie bei allen Schmerzen stehen dir hier Schmerzmittel zur Verfügung. Du solltest sichergehen können, dass andere Ursachen gemeinsam mit einer Stillfachfrau ausgeschlossen wurden.

Grund 2 – Eingeschränkte Bewegungsfreiheit

Egal ob durch einen Kaiserschnitt oder eine Dammverletzung ausgelöst – manchmal beginnt das Wochenbett mit starken Bewegungseinschränkungen.

Du kannst nicht so wie du willst. Und erst recht nicht so zügig, wie dein Baby es braucht.

Eure Lösung:

Unterstützung, eine gute Wahl einer Stillposition die zu euch passt, Schmerzmittel und jemand der dir immer unmittelbar helfen kann, um dich zügig zum Anlegen organisiert zu bekommen.

Grund 3 – Fehlende Hilfsmittel

An was denkst du gerade als erstes?

Vermutlich nicht an eine Mullwindel.

Oder eine dritte Hand. Wobei an die vielleicht schon eher.

Dieses ganze Konstrukt aus Brust & Baby zueinander zu führen ist – bei den ersten Übungseinheiten des Stillens – manchmal wirklich eine Meisterleistung.

Eine Mullwindel kann genutzt werden um dein Baby zu pucken und die fuchtelnden Arme beisammen zu halten.

Ebenso kann sie dir helfen deine Brust zu stützen, wenn du beide Hände für dein Baby brauchst. Dazu rollst du sie zu einer sehr engen Rolle.

Grund 4 – Lymphstau

Nach einigen Tagen nach der Geburt kann es zu einer vermehrten Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Lymphsystem kommen.

Landläufig nennt man es Milcheinschuss. Es geht einher mit den Tagen, an denen dein Baby tatsächlich anfängt mehr zu trinken, weil die Stimulation der ersten Tage Wirkung gezeigt hat.

Andererseits ist es nicht die Milch, die zu der häufig schmerzhaft-empfindlichen Brust führt, sondern eben die Lymphe.

Interessant ist, dass sich wiederkehrend zeigt, dass immer dann, wenn die Betreuung auf einen natürlichen Beginn mit häufigem Anlegen nach Bedarf abzielt, diese „Milcheinschuss“ viel weniger auffallend verläuft.

Meist kommt es dann kaum zu Lymphstauungen.

Häufiges Stillen, bedarfsgerechte Lymphdrainagen durch Physiotherapie oder K-Taping können unterstützen.

Grund 5 – Stillposition

Ob du von oben, von rechts, von links oder auf dem Kopf stillst ist eigentlich egal.

Es muss zu dir und deinem Baby passen.

Ein gutes Zusammenfinden von deiner Brust und dem Mund deines Babys ist einfach auch körperformenabhängig verschieden.

Auch unser Bequemlichkeitsemfinden ist einfach individuell.

Wie du eine bequeme Haltung in einer der vielen möglichen Stillpositionen findest, erklärt meine Kollegin in einem Videokurs.

Grund 6 – Verspannungen beim Baby

Während der Geburt haben – egal in welcher Position – starke Kräfte auf den Körper deines Babys gewirkt.

Wenn deinem Baby dadurch gerade die Körperhaltung unangenehm ist, welche es in deiner favorisierten Stillposition einnehmen soll, wird das Stillen wenig Erfolg haben.

Vorübergehend mag es helfen eine andere Stillposition zu finden – die für dein Baby passt.

Manchmal verschwinden Verspannungen von selbst wieder. Geschickt ist es dennoch, wenn ihr einen frühen Termin bei einem Osteopathen mit Spezialisierung auf Neugeborene bekommt.

Nach 1-3 Sitzungen ist häufig eine deutliche Verbesserung eingetreten.

Grund 7 – Verspannungen bei dir

Doch auch eigene Schmerzen in den Schultern und dem Rücken brauchen Linderung.

Manchmal genügt es ausreichend Stützung für deine Ellenbogen zu schaffen. Oder du nutzt lindernde Massagen.

Eine bewusste Haltung während dem Stillen und darüber hinaus, bei der du deine Schultern fallen lässt und dein Baby locker im Arm hältst, ist ein guter Anfang.

Grund 8 – Verbesserungsfähige Anlegetechnik

Nicht immer der Auslöser. Aber gleich bleibend häufig von Stillberaterinnen beobachtet ist, dass die Technik des Anlegens noch mehr Feinschliff benötigt.

Das kannst du gemeinsam mit der IBCLC-Stillberaterin noch auf der Wochenstation tun. Oder du buchst dir eine Stillberaterin für einen Hausbesuch.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass du gleich selbst gut Bescheid weißt.

In diesem Videokurs lernst du das Anlegen und die wichtigen Feinheiten*. Das Beste – du kannst auch wenn dein Baby dann da ist jederzeit von überall aus darauf zugreifen!

Grund 9 – Inkorrektes Saugmuster

Um richtig Anlegen zu können, braucht dein Baby eine freie Mundbeweglichkeit.

Diese kann ebenfalls durch Verspannungen eingeschränkt werden. Oder durch zu straffe Bänder an seiner Oberlippe oder unter seiner Zunge.

Ein weiterer Grund kann sein, dass dein Baby seinen Mund nicht weit genug öffnet.

Für alle Gründe gibt es passende Maßnahmen. Die reichen von speziellen Gesichtsmassagen, über osteopathische Behandlungen hin zu ärztlichen Eingriffen.

Grund 10 – Saug-Wechsel-Verwirrung

Saugverwirrung ja – Saugverwirrung nein. Die Verwirrung ist perfekt, wenn es um das korrekte Saugen beim Stillen geht.

Immer wieder wird – auch nach Wochen problemlosen Stillens – bei der Einführung der Schnullernutzung beobachtet, dass es zu Saugproblemen an der Brust kommt.

Wenn dein Baby also auch an anderen Dingen als deiner Brustwarze saugt, kann es tatsächlich ein Grund sein, dass du beim Stillen deines Babys Schmerzen hast.

In der Stillberatung schauen wir dann, wie wir welche Sauger ersetzen können. Auch auf andere Arten kann dein Baby beruhigt oder mit zusätzlicher Nahrung (falls bei euch nötig) versorgt werden.

Grund 11 – Verhinderung der Selbstwirksamkeit deines Babys

Etwas aus eigener Kraft zu schaffen macht uns Stolz. Aber nicht nur das. Wir sehen, dass wir selbst wirksam. Je wirksamer wir etwas tun, desto leichter fällt es uns das gleiche noch einmal erfolgreich zu tun.

Und das ist so tief in uns verankert, dass es schon ab der Geburt ein wichtiger Mechanismus ist.

Dein Baby stillt – idealerweise nach einer Geburt ohne Medikamentenbeeinflussung – am leichtesten ganz ohne dass es hunderte Hände an deine Brust pressen.

In der Bondingposition – also auf deinem Bauch liegend – kann es alle seine angeborenen Reflexe ausnutzen. Und Stillen.

Wenn du selbst dabei etwas stützt, richtest und hilfst ist es übrigens noch mal was anderes, als wenn das Schicht um Schicht andere auf der Wochenbettstation arbeitende Schwestern tun.

Solltet ihr bereits mitten im Problem mit den wunden Brustwarzen sein, kann ein Bondingbad nach Messmer und das intuitive Stillen helfen.

Grund 12 – Unzureichende Wundpflege

Leidest du bereits unter Verletzungen an deiner Mamille (bei Warzen denk ich immer an Hexen … Mamille ist auch nicht ideal … hast du einen liebevolleren Namen gehört?), ist es wichtig, diese Wunden richtig zu pflegen!

Eine Wunde zu pflegen bedeutet

  1. Blutversorgung des Gewebes gewährleisten – Eindrücken vermeiden
  2. Reinigung mit körperähnlicher Flüssigkeit – 0,9%ige sterile Salzwasserlösung
  3. ggf. Versorgung mit heilenden Substanzen, abhängig von der individuellen Gegebenheit
  4. Ursache finden und beheben

[bctt tweet=”Mamillen sind ein Wunderwerk der Heilungfähigkeit!”]

Denn an und für sich sind die Mamillen echt ein Wunderwerk, wenn es um Heilung geht. Ich habe selten Wunden gesehen, die so gut heilen, wie eine verletzte Mamille … und das trotz Weiterstillen.

Grund 13- Reibendes Stillhütchen

Hast du gedacht das Stillhütchen ist deine Rettung? Und trotzdem wurde alles schlimmer?

Das ist häufiger der Fall!

Stillhütchen sind – wie alles in der Welt eben – nicht nur eine Hilfe, sondern auch ein Einfluss auf das Stillen.

Sie können Nebenwirkungen mit sich bringen.

Dazu gehören unter anderem eine Veränderung des Saugmusters, ein Rückgang deiner Milchproduktion und eben auch Verletzungen an der Mamille.

Bei der richtigen Auswahl von Material und Größe des Stillhütchens, sowie dem korrekten Aufsetzen und dem Anpassen eurer Stillgewohnheiten ist es gut, wenn du eure individuelle Situation mit einer Stillexpertin besprecht.

Vielleicht gibt es ja eine bessere Lösung für euch, als der Einsatz eines Hütchens.

Grund 14 – Infektion der Mamillen

Es gibt unterschiedliche Auslöser von Infektionen der Haut.

Dazu gehören zb. Pilze und Bakterien.

Beide machen charakteristische Beschwerden.

Candida-Soor-Infektionen in der Stillzeit sind nicht selten und häufig langwierig, weil sie nicht effektiv behandelt werden.

Nicht immer ist es leicht den Übeltäter ganz auszumerzen. Es braucht eine konsequente Behandlung und Begleitung.

Hier ist häufig die Zusammenarbeit von deiner Stillberaterin und deinem Arzt gefragt. Ggf. kannst du sie beide von der Schweigepflicht gegenüber einander entbinden, damit eine gute Zusammenarbeit zwischen euch allen stattfinden kann.

Grund 15 – Milchstau & Co

Tatsächlich kann auch ein Milchstau Schmerzen an der Brustwarze verursachen. Oder natürlich in der Brust überhaupt.

Der Milchspendereflex versucht die Milch zu deinem Baby zu “schießen” … doch er wird gebremst. Und das kann richtig fies weh tun.

Wege einen Milchstau zu entleeren gibt es verschiedene. Am effektivsten tut es dein Baby. Lege es ruhig bevorzugt an der betroffenen Seite an.

Es ist deshalb so wichtig, dass du einem Milchstau unmittelbar besondere Aufmerksamkeit schenkst, weil du sonst Gefahr läufst, eine Brustentzündung zu bekommen.

Grund 16 – Schmerzerkrankung

Korrektes Anlegen hin oder her.

Es gibt Auslöser für Schmerzen beim Stillen, denen ist kaum beizukommen.

Wenn du von Haus aus an einer Schmerzerkrankung leidest, ist es besonders wichtig, dass du vom ersten Moment an gut auf dich achtest. Also immer generell. Aber hier nochmal besonders.

Mit einer guten Geburtsvorbereitung und alternativen Methoden kannst du eine medikamentenarme Geburt anstreben. Vielleicht helfen dir ähnliche Methoden auch während dem Anlegen selbst – damit habe ich bisher keine Erfahrung, kann mir jedoch vorstellen, dass Atem- und Visualisationstechniken gibt, die dein Körperempfinden begünstigend beeinflussen können.

Auch Schmerzmedikation steht zur Verfügung. Keine Frage.

Es wird euer Abwägen sein, inwieweit ihr die Vorteile des Stillens mit der Wirkung einer entsprechenden Therapie deiner Schmerzen wählt.

Oder einen anderen Weg.

Eben euren persönlichen Weg.

Wenn du dabei Begleitung benötigst, suche dir bitte eine Stillberaterin, die da offen ist, mit dir gemeinsam nach (ggf. ungewöhnlichen) Lösungen zu suchen und in die du Vertrauen hast.

Grund 17 – Empfindliche Hauttypen

Erst als ultimativer Auslöser von wunden Mamillen verschrien, dann als Ammenmärchen abgestempelt.

Beides hilft den betroffenen Frauen null.

Ob eine bestimmte Hautfarbe, eine bestimmte Haarfarbe oder eine bestimmte Intensität der Pigmentierung – welche sich in einer Schwangerschaft häufig noch einmal geändert hat.

Solltest du eine generell empfindliche Haut haben und das wissen, ist von Anfang an noch penibler darauf zu achten, dass andere Faktoren ausgeschlossen sind.

Grund 18 – Eingefahrene Schmerz-Kaskade

Wenn es – egal was eigentlich der erste Auslöser war – einmal zu Schmerzen gekommen ist, kann ein Entkommen aus dieser Schmerz-Kaskade zum Kraftakt werden.

Deshalb lautet die Empfehlung immer so früh wie möglich eine Stillfachfrau hinzuzuziehen.

Wir wissen es aus allen Lebensbereichen. Manchmal fruchtet eine Zusammenarbeit einfach nicht. Wenn sich deine Situation nicht unmittelbar verbessert wage es eine weitere Meinung hinzuzuziehen.

Grund 19 – Zahnen

Der Zeitpunkt an dem Zahnungsbeschwerden beginnen ist höchst unterschiedlich.

Meist kündige sie sich bereits durch vermehrte Speichelproduktion an.

Das Zahnen löst in Verbindung mit dem Stillen manchmal überhaupt keine Probleme, nur am Beginn, während oder zum Ende einer Mahlzeit.

Deshalb sind auch beim Zahnen die Lösungsansätze für weniger Schmerzen beim Stillen entsprechend ganz verschieden.

Wichtig ist noch einmal mehr Ruhe für das Stillen zu haben. Und bei Bedarf natürlich vorab die Beschwerden deines Babys zu lindern.

Grund 20 – Ablenkung von Mama oder Baby

Wenn die Welt jenseits von Mama interessanter wird, gerät das Stillen manchmal zum Überzeugungsakt.

Eeeeeeigentlich ist da ja dieser Hunger. Aber hier. Und da! Und überhaupt DORT!

Gut ist es dann, wenn du deinen Finger in der Nähe des Babymundes hast während dem Stillen, damit du geschwind zwischen die Kiefer rutschen kannst, sollte dein Baby ruckartig den Kopf von dir abwenden.

In Zeiten, wo trotz Hunger alles zu Ablenkung führt und es ohne Stillen schnell zu frustierendem noch größeren Hunger kommt, helfen ablenkungsfreie Stillphasen.

Das Stillen eingekuschelt im Tragetuch. Gerne auch bei einem Spaziergang in der ablenkungsarmen Natur. Oder das Stillen im dunklen Schlafzimmer können helfen malträtierten Brustwarzen vorzubeugen.

Das Gleiche gilt natürlich auch für dich. In Zeiten, wo das Stillen nicht ganz so flüssig von der Hand läuft ist es gut, wenn du dir einen ablenkungsfreien Raum schaffen kannst.

Grund 21 – Missverständnisse zwischen dir und deinem Baby

Dein Baby “meldet sich”.

Nonverbal. Verbal.

Egal.

Du denkst, es will stillen. Dabei braucht es etwas völlig anderes.

Beim Versuch anzulegen, kann dir das recht schnell und recht schmerzhaft bewusst werden, wenn dein Baby gerade etwas ganz anderes braucht.

Vielleicht ist ihm gerade zu warm gewesen? Oder es wollte einfach nur pieseln?

Grund 22 – Morbus Raynaud & Vasospasmus

Klingt schlimm – ist es aber nicht. Zumindest dann nicht, wenn es erkannt und behandelt wird.

Der Name beschreibt das Phänomen, dass – besonders nach dem Stillen – dein Brustwarze plötzlich ganz weiß und blutleer wird. Sogar eine dunkle Verfärbung kann sie an der Spitze annehmen.

Aus welchem Grund auch immer – dein Körper schafft es in diesem Moment nicht, die feinen Blutgefäße der Brustwarzenspitze ausreichend zu versorgen. Es kommt zu einer vorübergehenden Unterversorgung im Gewebe.

Das kannst du dir vorstellen, als würdest du dir den Finger abbinden und deine Fingerkuppe wird nicht mehr mit Blut versorgt.

Ganz häufig ist das Phänomen begleitet von Schmerzen. Diese werden oft dann schlimmer, wenn – aus welchem Grund auch immer – die Brust gekühlt wird.

Immer wieder fällt auf, dass Mamas betroffen sind, die in ihrer Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum Magnesium eingenommen haben – andererseits: das tun heute so viele. Dennoch ist das oft die Schraube an der sich gut drehen lässt.

Wenn die Einnahme von Magnesium etwas bewirkt hat und du wieder damit aufhören willst ist es wichtig, dass du das langsam reduzierst. Man nennt das “Ausschleichen”.

Es gibt auch weitere Behandlungsmethoden, die eine ärztliche Anordnung brauchen. Darüber hinaus kommt es bei länger andauerndem Vasospasmus oft auch zu anderen schmerzhaften Begleiterscheinungen. Milchstaus, Brustentzündungen oder Soorinfektionen können entstehen. Eine gute Analyse der Situation und eine gute Begleitung sind also wichtig, damit du bald alle Beschwerden los bist!

Fazit.

Die Hintergründe für Schmerzen beim Anlegen und Stillen sind so vielseitig, dass eine Lösung einfach immer anders sein muss.

Das geht gar nicht anders.

Kein Wunder, dass Anna so viele widersprüchliche Aussagen und Empfehlungen bekommen hat.

Was Anna eigentlich braucht ist eine Unterstützung, um herauszufinden, worin die Ursache liegt. Dann kann sie viel leichter – und natürlich mit Hilfe von schmerzlindendernden Maßnahmen – die erste Zeit überstehen, so lange es bei ihr zu Schmerzen kommt.

Gott sei Dank geht es nicht jeder Frau wie Anna.

Andererseits kommen oft genug auch gleich mehrere Ursachen in Frage und wollen gelöst werden.

Wie war & ist das bei dir und deinem Baby? Welche Hilfe war & ist für dich am effektivsten gewesen?

Hinterlass mir deine Antwort in den Kommentaren.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

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