Baby, D'rüber-hinaus, Schwangerschaft
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Und, hast du das auch so gemacht?

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Der bedürfnisorientierte Umgang mit Babys und (Klein)Kindern steht hier im Blog ja unter anderem mit im Mittelpunkt. Auch in der Beratung frischgeborener Mamas geht es häufig um die Bedürfnisse der Kleinen. Ebenso um die Mama-Bedürfnisse!

Da kommt – in steter Regelmäßigkeit – auch mal die Frage auf, wie ich das denn so mache oder gemacht habe.

Bin ich nur „Werbetante für Tragetuchfirmen“, wenn ich eine Trageberatung mache? Möchte ich andere von einer Lebensweise überzeugen, die ich selbst nicht lebe?

Und wie steht es um meine Haltung zum Attachment Parenting?

Deshalb erzähle ich dir heute einfach ein wenig, wie wir es gemacht haben und heute mit unserem Kind halten.

Stillen

Als Stillberaterin nicht zu stillen würde bedeuten, dass ich in einer ziemlich krassen Lebenssituation wäre und tatsächlich alle Bunt-Still-Variationen ausgeschöpft gewesen wären.

Das heißt jedoch nicht, dass das Stillen easy peasy war.

Mein Sohn stillte täglich 14x und häufiger.

Im ersten halben Jahr hatte ich alle 2-3 Wochen einen Milchstau – danach etwas seltener, bis sie ganz aufhörten. Bei den ersten Staus handelte ich nicht frühzeitig und effektiv genug, so dass sich eine Brustentzündung entwickeln konnte.

In den ersten Tagen und Wochen hatte ich während dem Stillen Zahnschmerzen von einer ganz unangenehmen Art und Weise, die wir erstmal einfach nicht in den Griff bekamen.

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Als es mir zu viel wurde, erhielt mein Sohn Muttermilch per Becher – damit ich eine Pause von den häufigen Anlegezeiten nehmen konnte.

Er stillte auch weiterhin gern und viel, nachdem ich angefangen hatte ihm Beikost anzubieten … an manchen Tagen hatte ich das Gefühl ausschließlich zu stillen.

Infektzeiten überstanden wir immer innerhalb weniger Tage. Feste Nahrung wurde einfach ausgesetzt und durch Stillen ersetzt. Eine Erleichterung auch dann, wenn ich selbst gleichzeitig flach lag, weil wir einfach im Bett blieben.

Stillen war 2,5 Jahre niemals Trost für ihn. Egal wie hoch der Sturz war. Trösten war erst danach kurzzeitig mit Stillen möglich… aber auch das verfolg wie es gekommen war.

Das nächtliche Stillen verselbstständigte sich. Wie oft wir gestillt hatten wusste morgens mein Mann manchmal besser als ich, wenn er selbst unruhig geschlafen hatte. Und natürlich gibt es auch jene Phasen, wo das eigene nächtliche Stillbedürfnis meinerseits mehr als gestillt war. Auch abgestillt hatten wir nachts für einige Monate auf meinen Wunsch hin.

Tragen

Da sich mein Viel-Still-Baby auch zwischen den Mahlzeiten nur äußerst ungern ablegen lies war recht schnell klar, dass ich – wie zuvor geplant – das Tragetuch nutzen würde.

Beruflich bedingt hatte ich immer wieder mit Rückenproblemen zu tun, die auch durch den wachsenden Bauch in der Schwangerschaft eher mehr als weniger wurden. Das Tragen vor dem Körper wurde schnell zur Last.

Also vereinbarte ich noch im Wochenbett einen Termin mit der nächstgelegenen Trageberaterin, um das Tragen auf dem Rücken zu erlernen.

Ja mei – es war sicher nicht perfekt und anfangs häufig ziemlich windschief – aber es war sicher und eine pure Erleichterung durch den Tag zu kommen.

Gerade als ich am Ende des Wochenbettes anfing wieder häufiger selbst zu Kochen (eine meiner Seelen-Balance-Tätigkeiten) war es mir wichtig mein Baby weit weg vom Kochdampf aufbewahrt zu wissen.

Was man am Anfang ja außerdem selten weiß ist, wann die Kinder mit dem Laufen beginnen. Dieser Entwicklungsschritt kam bei uns unglaublich spät. Mit 21 Monaten endlich kam der erste Schritt. Wir jubelten.

Doch um draußen von Punkt A zu Punkt B zu gelangen braucht es viele dieser Schritte. Und noch mehr Überzeugungskunst, wenn das Ziel nicht gerade attraktiv ist. Aus Sicht des Kindes.

So nutzen wir auch heute noch unsere treue Tragehilfe. Fast täglich. Zumindest ich. Denn das Tragen auf den Schultern finde ich äußert unangenehm.

Lange Strecken sind mit 15,5 kg beim Dreijährigen natürlich auch für mich ganz schön anstrengend. Nicht zuletzt deshalb, weil sie selten geworden sind …und ganz situationsabhängig.

Heute ist er sich übrigens oft auch selbst gut genug 😀 …die Zeit des ständigen Kontaktes wurde immer weniger – auch wenn wir heute immer noch ganz „enge Phasen“ haben. Gerade während ich an diesem Text fertig schreibe und die ersten Sonnenstrahlen die Faschingstage erwärmen, spielt er auf unserem Balkon mit selbstgemachtem Sand, seinen Fahrzeugen und Küchenutensilien in seiner eigenen kleinen Welt. Natürlich unterbricht er mich immer wieder beim Schreiben, wenn er Hilfe braucht – eh klar oder?

Familienbett

Statt einem Babybett hatte ich mir zur Geburt ein Anbaubett gewünscht. In voller Größe.

Unsere 140 cm Bett-Breite eigneten sich einfach nicht besonders gut, um dort entspannt zu dritt zu liegen. Gerade am Anfang, als das Bett mit Stillkissen und Utensilien schnell voll wurde.

So haben wir seit über 3 Jahren nun eine Liegefläche von ca. 260 cm. Einfach in dem wir ein artgleiches Bett mit 100 cm Matratzenbreite angestellt haben. Ganz einfach und ohne Bauaktion!

Phasenweise kuscheln wir auch mal auf der 140 cm Matratze … doch weil ich schon immer einen gewissen Freiraum brauche und mein Mann morgens auch ausgeschlafen sein muss, wenn es zur Arbeit geht, hat sich die Aufteilung für die jetzige Situation eingebürgert: Papa hat eine Matratze und Mama&Kind die andere Matratze.

Im Kinderzimmer steht ein Ausweichbett, falls es irgendjemandem von uns mal zu bunt ist.

So werden wir allen Schlafbedürfnissen gerecht und niemand muss alleine ein oder weiterschlafen. Tut keiner von uns gerne 😉

Beikost

Nachdem unser Sohn schon von Geburt an mit am Tisch dabei war (wir haben eine praktische Eckbank, die das gut möglich machte) überraschte er uns mit 3,5 Monaten mit einem nicht enden wollenden Interesse an dem, was wir da taten.

Essen.

Ablenken ging. Für eine kurze Zeit.

Mit dem Wissen, dass Muttermilch Enzyme enthält, die für die möglicherweise notwendige Verdauung sorgen, falls er etwas ab bekäme von den Nahrungsmitteln und nachdem er kurz darauf auch alle Beikostreifezeichen erfüllte.

So durfte er erforschen, was wir aßen oder was ich ihm zum testen anbot.

Das Stillen war bei dem kleinen Viel-Stiller trotzdem seeeehr lange Energiequelle Nummer 1. Es dauerte einfach, bis er über das „Kosten“ aller Möglichkeiten hinauskam und für sich feststellte, dass man von Nahrung tatsächlich auch Leben konnte.

Waren wir über Stunden hinweg getrennt, hob er sich seinen Hunger dann auf. Oder naschte gerade so viel Obst, Gemüse oder Brot, dass es ihm reichte, bis er wieder Stillen konnte.

Mit Breikonsistenzen konnte er nie etwas anfangen. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte.

Daher haben wir doch recht nah an den „Empfehlungen“ des Baby led weaning gelegen mit unserer Art die Beikostzeit zu gestalten. Noch viel mehr war es aber ein entspannter und bedürfnisorientierter Beikostweg, den wir gegangen sind.

Heute isst er begeistert von allem, was ihm schmeckt. Neues erforscht er immer noch neugierig. Alles wird gekostet – nicht deshalb, weil bei uns am Tisch alles gekostet werden müsste – absolut nicht! Es gibt einfach die Freiheit kosten zu dürfen ohne es dann auch essen zu müssen.

Was schmeckt schmeckt und was nicht-schmeckt, schmeckt (heute) halt nicht. Vielleicht morgen oder in einem halben Jahr.

Bedürfnisse

Für die Bedürfnisse meines kleinen Babys bin ich an und manchmal auch über meine Grenzen hinweg gegangen.

Manche Erfahrungen musste ich einfach selbst machen.

Was völlig in Ordnung ist.

Denn die Bedürfnisse von kleinen Babys lassen sich nicht aufschieben.

Genauso durfte und musste ich lernen um Hilfe zu bitten. Hilfe dankbar anzunehmen.

Das hört sich jetzt unglaublich reflektiert an – ja danach ist das immer einfacher als wenn man bis zum Hals drin steckt und kaum Luft zum Atmen hat.

Schon immer hatte ich Mamas so beim Stillen begleitet, dass ich versucht habe sie zu sensibilisieren was ihnen ihr Körper sagt. Über die Stillposition zum Beispiel, in der sie gerade stillten.

Genauso hab ich es schon früh zu meiner Aufgabe gemacht zu schauen, was ich gerade brauche, um es mir leichter zu machen.

Sehr geholfen hat mir dabei mein kleiner „Clan“ – eine Art Dreierschaft von Mamas aus meinem direkten Umfeld, die ich gefunden habe als mein Sohn etwa 1 Jahr alt war. Wo ich mich wertfrei reflektieren durfte. Eine Art Mama-Mastermind wo es nicht darum ging sich gegenseitig zu werten, sondern darum, dass wir uns gegenseitig auf dem Wegabschnitt helfen, auf dem wir uns gerade befanden.

Wenn du eine solche Gruppe von Mamas gerade nicht zur Verfügung hast, dann sei herzlich eingeladen in den Mindful Mama Clan zu kommen – lies dir direkt die Beschreibung durch und wenn du dich angesprochen fühlst, komm gern mit zu uns.

Deine Bedürfnisse haben einen wichtigen Stellenwert, wenn es um den bedürfnisorientierten Umgang mit unseren Kindern geht.

  • Du bist Vorbild für dein Kind – und für andere Mütter
  • Du brauchst die Kraft um starke Bedürfnisse erfüllen zu können
  • Du brauchst Energie um Klarheit zu finden

Wie solltest du es also „richtigerweise“ tun? Was sind deine Schritte auf dem Weg als Mama?

Gibt es einen richtigen Weg?

Die Frage nach dem richtigen Weg für die eigene Familie ist ein bisschen so, wie die Frage nach dem besten Buch für die Vorbereitung auf das Baby.

Es gibt ihn.

Doch für jede Familie muss dieser Weg freigetrampelt werden (es ist eher ein Trampelpfad, als eine ausgebaute Schnellstraße) und für jedes Baby muss das passende Buch erst geschrieben werden.

Für mich war es immer wichtig über den Tellerrand zu schauen.

Natürlich hatte ich beruflich bedingt zu manchen „Themen“ schon einen gewissen Einblick erhalten – aber natürlich nicht zu allen Themen, die mich als Mama betreffen würden.

Und manchmal hatte ich auch den Eindruck, das Universum hat schon ein paar Knaller für mich bereit gehalten, damit ich die eine oder andere Tiefe am eigenen Leib erfahren sollte.

Wenn du nach dem richtigen Weg für dich suchst und erschlagen bist von der Vielzahl von Möglichkeiten, die dein Bauchgefühl manchmal mehr verwirren, dann such dir eine Mentorin. Zur Mentorin kann eine Freundin werden, die einen Umgang mit ihrer Familie pflegt, wie du ihn dir wünscht. Es kann eine Stillgruppenleiterin sein, von der du jede Woche Gedanken und Input in der Gruppe bekommst.

Sogar Bloginhalte können einen Mentorencharakter haben – das bekomme ich hier von manchen Leserinnen immer wieder rückgemeldet.

Mentoring kann außerdem bedeuten, dass du dir eine Mentorin oder einen Coach suchst, der dich ganz bewusst auf DEINEM Weg begleitet. Jemand zum zuhören. Bei dem du im Mittelpunkt stehst.

Du und deine Bedürfnisse.

Das ist im ersten Moment vielleicht ungewohnt – aber die Rückmeldungen der Mamas die ich begleite sprechen für sich… wenn du danach gelassener und ruhiger mit deinem Baby umgehen kannst, obwohl der Dauerstress sich nicht direkt gelegt hat, dann hat sich der Einsatz schnell rentiert!

Mit einem gestärkten Selbstvertrauen kannst du deinem Kind ein starkes Vorbild sein und hast eine Klarheit bei Entscheidungen, die dir niemand nehmen kann. Auch im Gespräch mit Zweiflern.

Erst gestern hatte ich ein Gespräch mit einem Coach der mir einfach zuhörte und mir half das von mir gesagte auf die eigentliche Bedeutung hin zu prüfen… dass das befreit spüre ich dann sofort! Danach ging es eine Runde raus an die windige Luft und ich kam durchgepustet zurück 😀

Ja – ich lebe das, was ich empfehle…. um auf die Eingangsfrage zurückzukommen.

Und ich helf dir gern, das Mama-sein zu leben, das du selbst lieben möchtest …auf DEINE Weise.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich helfe dir bei Stillproblemen und Fragen im Leben mit deinem Baby. Weinen, Verwöhnen, Bedürfnisse, Schlafen, Beikost und bis hin zum Abstillen. Oder auch zum Weiterstillen in einer Folgeschwangerschaft. Alles hat seinen Raum.
Im Blog findest du dazu viele Gedanken und Anregungen - individuelle Beratungen finden per Videochat & Hausbesuch statt.
Schön, dass du da bist.

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