Abstillen, Baby, Stillzeit
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Natürliches Abstillen? Warum Babys manchmal unerwartet und plötzlich Abstillen

Können sich Babys von selbst abstillen? Ja natürlich!

Selten tun sie dies im ersten Lebensjahr – doch, ja es gibt sie.

Gerade bedürfnisorientierte Mamas machen sich fast verrückt, wenn das Stillen frühzeitig einem unerwarteten Ende entgegensteuert. Gleichzeitig wird sehr häufig berichtet, dass sich Babys bereits im ersten Lebensjahr “selbst” abgestillt hätten.

Heute berichte ich dir von den verschiedenen Gründen, aus denen Babys auch bereits im ersten Lebensjahr “von selbst” abstillen. Außerdem möchte ich dir erklären, was die Unterschiede dabei sind.

Es kann sein, dass du dies als Wertung deiner eigenen Stillsituation empfinden wirst. Wenn du diese unangenehm findest, kannst du gerne weiterblättern und dich anderer Lektüre zuwenden.

“Ein Baby stillt sich im ersten Lebensjahr nicht von selbst ab!”

Das ist eine weit verbreitete Meinung innerhalb der Still-Szene.

Doch was bedeutet “sich selbst abstillen” überhaupt?

Ich habe festgestellt, dass ich in 3 Terminologien spreche, wenn es um das Abstillen geht.

  1. Das vom Kind ausgehende Abstillen
  2. Das integrierte Abstillen, welches immer von den Eltern ausgeht
  3. Das induzierte Abstillen, welches mit Nachdruck von den Eltern ausgeht

Genau genommen wird es darüber hinaus sicher auch das erzwungene Abstillen geben, auf das ich in diesem Rahmen nicht weiter eingehen werde, weil es meiner Haltung im Zusammenleben widerspricht. Außerdem bin ich mir sicher, dass es mit einer frühzeitigen Reflexion der am Abstillprozess beteiligten Erwachsenen nicht notwendig sein wird, das Abstillen strikt zu erzwingen.

Die eigenen Bedürfnisse gilt es auch zu achten, wenn du als Mama ein Stillkind hast. Egal, wie alt dieses ist. Dem Stillen die Schuld an deinen unbefriedigten Bedürfnissen zu geben bedeutet, dass du noch einmal genau hinschauen darfst, welche deiner Bedürfnisse auch anders erfüllt werden können.

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Wann ist es trotz Abstillen kein natürliches Abstillen?

Stillt eine Mama ab, so stillt sie ganz offensichtlich nicht mehr.

Doch betrachten wir das Baby… stillt es auch nicht mehr?

Oder “stillt” es seine Bedürfnisse nach Milchnahrung, nach Selbstregulation durch Saugen und nach Nähe einfach auf andere Art und Weise? Eine übrigens sehr praktische Art und Weise, wenn wir ein distanziertes Zusammenleben prägen wollen.

Wenn du eine Mutter bist, die um das Stillen gekämpft hat und die Ernährung mit der Flasche so stillähnlich – wie möglich – praktizierst, weißt du darum. Du hast längst gelernt, den natürlichen Kontext des Stillens für dich zu adaptieren.

Manchmal bedeutet das auch, dass zur Ernährung mit Ersatznahrung dennoch das Stillen genutzt wird. Selbst dann wenn kaum oder keine Muttermilchproduktion vorhanden ist. Mit einem Brusternährungsset und ohne Flasche.

So können viele Benefits des Stillens jenseits von Nährstoffen weiterhin genutzt werden.

Doch zurück zum Abstillen.

Echtes Abstillen bedeutet, dass ein Kind von der Ernährung durch Milchnahrung, hin zu fester Nahrung gewechselt hat. Alle Nährstoffe werden nun aus pflanzlichen und möglicherweise tierischen Quellen genährt.

Eigenständig.

Diesen Blickwinkel behalte ich bei, wenn ich in diesem Artikel vom Abstillen schreibe und zeige dir Gründe auf, warum dein Baby sich möglicherweise frühzeitig vom Stillen abwendet.

Ohne, dass du es erwartest, forcierst oder erzwingst.

1. Ein Baby stillt ab, weil es keine Zeit mehr zum Stillen hat

Meist beginnen Babys rund um den 4. Monat herum so viel mehr in der Welt wahrzunehmen, als bisher.

Sie geraten in einen Sog-Modus und wollen nichts verpassen.

Irgendwo auf dem Schoß von Mama liegen und Stillen? Na – vielleicht für 0,3 Sekunden. Noch ehe der Milchspendereflex einsetzen konnte, lassen sie los.

  • Ein interessantes Geräusch
  • Ein bewegter Schatten
  • Ein Luftzug

Nahezu alles dienst als “Auslöser”, damit sich das größer werdende Baby nicht mehr um das Stillen kümmern möchte.

Wenn dein Baby keine Zeit zum Stillen findet, obwohl es dies bräuchte. Oder wenn dein Baby die Stillzeiten dafür nachts in einem Ausmaß ausdehnt, dass du kaum noch Schlaf findest, ist es Zeit wieder mehr auf das Stillen zu achten.

Du kannst beginnen tagsüber mehr darauf zu schauen, dass ihr eine sehr ruhige Umgebung findet, um zu stillen.

Du kannst beginnen die Gesamtgeräuschkulisse zu verstärken. Früher wäre es niemals so ruhig gewesen, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Die extreme Ruhe im Zuhause der Kleinfamilie macht manchmal geräuschemfindlicher als nötig.

Du kannst beginnen deinem Baby die Möglichkeit zu geben, stillen zu können, während es weiter am Leben teilnimmt. Zum Beispiel in der Trage vor dem Bauch. Das ist gut zu erlernen.

2. Ein Baby stillt ab, weil sein Stillbedürfnis umfassend erfüllt wurde

Stillen erfüllt ein breites Spektrum an Aufgaben, weit über die Ernährung hinaus.

Es verstärkt den lebensnotwendigen Bindungsaufbau, beinhaltet eine emotionelle Regulationsunterstützung, stärkt das Immunsystem und schützt so vor einer breiten Anzahl körperlicher & psychischer Erkrankungen.

Das Abstillen ist ein natürlicher Prozess, der dann beginnt, wenn ein Baby seine

  • Ernährungsbedürfnisse jenseits des Stillens erfüllen kann
  • Still- und Nähebedürfnisse in neue Bahnen lenken kann
  • Selbstregulation weitgehend aus sich selbst heraus erreichen kann

Dabei kann sich das Abstillen lange ankündigen und letztlich sehr langsam zu Ende gehen. Oder es kann sehr plötzlich unwichtig werden – zum Erstaunen der Beteiligten.

Natürliches Abstillen muss dabei keine Einbahnstraße sein. Denn manchmal kommt es erneut zu einem Stillbedürfnis – auch wenn dann zuerst einmal (vorübergehend) keine Muttermilch käme.

Auffallend beim natürlichen und vom Kind ausgehenden Abstillen ist dabei, dass es keine Ersatzbefriedigungen braucht. Die auffälligsten Ersatzbefriedigungen finden wir in einem teils exzessiven Gebrauch von Schnullern, Fläschchen oder auch anderen Übergangsobjekten.

Diese Übergangsobjekte gehören zu unserem gesellschaftlichen Bild selbstverständlich hinzu und haben deshalb auch eine wichtige Bedeutung. Auch sie werden erst dann unwichtig, wenn die damit befriedigten Bedürfnisse ausreichend erfüllt wurden.

3. Ein Baby stillt ab, weil es sich einer leichteren Nahrungsquelle zuwendet

Manchmal hat sich eine Stillbeziehung trotz ungünstiger Vorzeichen sehr gut entwickelt. Vielleicht hat niemand auf die knappe Gewichtsentwicklung reagiert, die sich zeigte.

Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn eine Schilddrüsenunterfunktion keine tatsächlich ausreichende Milchproduktion zulassen konnte.

Kommen diese Babys ins Beikostalter, fällt mir immer wieder auf, dass sie sich von sich aus sehr schnell dem angebotenen Nahrungsangebot zuwenden. Von Studien zu diesem Aspekt des Abstillens habe ich bisher nichts gehört. Obwohl mich genauere Erhebungen dazu natürlich sehr interessieren würden.

Es scheint, als hätten die Kleinsten unter uns auch in diesem Lebensbereich sehr ausgeprägte Antennen für ihre eigenen Bedürfnisse.

4. Ein Baby stillt ab, weil niemand mehr da ist, der es stillen kann

Die aktuelle westliche Lebensweise erfordert von uns – wie zu allen Zeiten – eine starke Anpassung an die Gegebenheiten. Eine Trennung von dir und deinem Baby für viele Stunden des Tages, kann beruflich bedingt bereits in einem sehr jungen Alter deines Babys notwendig werden.

Auch Unglücke die zum Tod einer Mutter führen, können ein sofortiges Abstillen notwendig machen.

Wir leben hier in einer sehr lukrativen Situation. Denn unser Überleben hängt aktuell eben nicht mehr von der Ernährung durch Muttermilch ab. Zumindest nicht mehr in dem Ausmaß.

Wenn für ein Baby keine Muttermilch vorhanden ist, kann es sehr gut auch mit adaptierter Prenahrung überleben. In vielen Fällen mit kaum gesundheitlichen Nachteilen. Falls diese doch auftreten, ist unser Gesundheitssystem meist in der Lage, die Nachteile zu lindern.

5. Ein Baby kann von selbst abstillen und bringt sich dabei niemals in eine Ernährungsgefahr

Wenn du dich fragst, ob dein Baby bereits so weit ist, von selbst abzustillen, dann frage dich, ob es ohne Mutter- oder Ersatzmilch vollständig ernährt ist.

Von sich aus wird dein Kind sich sonst (noch) nicht vom Stillen abwenden.

Und es wird eine Übergangszeit geben, in der du dir noch nicht sicher bist. Weil du vielleicht siehst, dass dein Kind sehr wohl fähig ist, seinen täglichen Kalorienbedarf vollständig mit fester Nahrung zu decken.

Weil du vielleicht nicht verstehst, warum es nachts dennoch weiterhin auf das Stillen besteht und gar nicht daran denkt, die von dir angebotenen Alternativen zu nutzen.

Da im 1. Lebensjahr das Gehirn- und Körperwachstum rasant von statten geht, ist es kaum möglich, diese Kalorienzufuhr ausschließlich am Tag und rein über feste Nahrung abzudecken. Oder zumindest sehr selten.

Auch die emotionelle Sicherheit, die beim Stillen gesucht wird, ist für die gesunde seelische Entwicklung und die Bindungssicherheit von großer Bedeutung.

Fazit: Der Zeitpunkt an dem dein Baby selbst abstillt kommt …

Aber nicht immer dann, wenn du es gerade erwartest.

Die meisten Kinder stillen (freiwillig) zwischen dem 2. und 7. Geburtstag ab – das ist heute in verschiedenen, auch in technisierten, Kulturen ersichtlich und auch aus früheren Zeiten in Knochenfunden nachgewiesen.

Gerade in der stärksten Phase der Autonomie, ist es für manche Kinder von unglaublicher Bedeutung, auf diese Form der Rückversicherung zugreifen zu können.

Abstillen ist mehr als eine strikte Entscheidung eines Menschen über das Ende der Stillzeit. Es ist ein Teil einer sehr engen Beziehung, die veränderbar ist. Da sind die richtigen Antworten nicht immer leicht zu finden.

Umso wichtiger, dass die Frage nach eurem Abstillen eine ganz persönliche und individuelle Antwort von dir bekommt.

Hat dein Kind bereits abgestillt? Dann erzähle gern in den Kommentaren von eurem Erlebnis.

Oder stillst du noch und hast eine Frage zum Abstillen? Dann freue ich mich davon in den Kommentaren zu lesen, denn ich den kommenden Monaten soll es weitere hilfreiche Artikel für dich zu diesem Thema geben.

Machst du dir gerade sehr akut Gedanken über das Abstillen? Möchtest du Unterstützung? Dann wirf einen Blick in meinen Terminkalender und vereinbare mit mir ein kostenfreies Gespräch.

Oder fordere dir den “10-Fragen-Schnelltest zum Abstillen” zum herunterladen an.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

 

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

31 Kommentare

  1. Maria Maurer sagt

    Nein. 4 Monate ist mein Sohn nicht mehr alt. Und auch nicht unter einem Jahr. Er ist knappe 21 Monate alt und hat sich zunächst schleichend, dann abrupt von alleine abgestillt. Er sucht die Brust, weiß dann allerdings urplötzlich nicht mehr was er mit ihr machen soll. Er fühlt sich von ihr hingezogen, nimmt sie in den Mund und trinkt aber nicht mehr.
    Es war all die Zeit unser Einschlafritual. Er versucht kurz zu trinken. Und fängt dann schnell an mit weinen. Und steigert sich dann unendlich tief hinein. Ist überhaupt nicht mehr ansprechbar.
    Er wirkt traurig und tief überfordert. Weil er einschlafen will, aber nicht weiß wie. Er sucht die Brust. Und dann gibt er auf und möchte sie einfach nicht mehr. Obwohl er sich überhaupt nicht selbst regulieren kann.

    Nicht nur, dass es mich seelisch unsagbar mitnimmt, frage ich mich nach dem Grund. Es wirkt so als würde er es noch brauchen. Und auch noch wollen. Aber nicht mehr können.

    Haben Sie dazu ein paar Gedanken?

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo Maria,

      Gedanken & Erfahrungen aus der Stillberatung sind nicht immer passend – in der Beratung fangen wir daher immer mit vielen Fragen an. Wie kam es zu der Situation? Was ist zu der Zeit sonst noch gewesen? Welche Einschlaf-Begleitungs-Varianten standen bisher sonst zur (Notfall-)Verfügung? Kann auf diese vorübergehend ausgewichen werden? Uvm.

      Die Begleitung eines so verzweifelten Kindes erfordert viel Geduld und oft ein hohes Maß an Kreativität.

      Ich wünsche euch, dass es bald besser geht oder ihr euch die Hilfe nehmt, die ihr grad braucht, um die Situation zu bewältigen. Eine Möglichkeit die ich (neben Stillberatung / Stillcoaching) dabei sehe, ist in der beschriebenen Situation auch EEH.

      Herzliche Grüße,
      Tabea

  2. Jasmin sagt

    Danke für den hilfreichen Artikel!

    Meine Tochter (11 Monate) wurde bis vor kurzem noch ca. 4x in 24h gestillt, aber nun verweigert sie die Brust seit einer Woche und ihr scheint nichts zu fehlen. Ich möchte ihre Entscheidung respektieren, falls sie tatsächlich schon bereit ist zum Abstillen, aber es fällt mir schwer. Ich hatte nicht erwartet, dass das so schnell kommt.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo Jasmin,

      du kannst den Milchfluss durch Handentleerung / Pumpen noch einige Zeit aufrecht erhalten.

      Manchmal kommt so eine plötzliche Brustverweigerung auch mit Zahnungs- oder Halsschmerzen.

      Wenn sie vollkommen ersatzlos (kein Schnuller, keine Flasche) die Ernährung “über das Saugen” streicht und vielleicht schon sehr selbstbestimmt am Tisch mit isst, kann es auch einfach sein. Das ist seltener, aber kommt auch vor.

      Wenn sie es nicht ersatzlos gestrichen hat, sondern Schnuller und/oder Flasche weiterhin nutzt, dann hat eure Stillbeziehung einfach einen anderen Verlauf genommen, als andere Stillbeziehungen. Solltest du das bei einem weiteren Kind so nicht wollen, kannst du dich über die Einflussfaktoren auf das Stillen informieren und beraten lassen.

      <3 Alles Liebe

  3. Johanna sagt

    Hallo und danke für den Artikel,

    meine Tochter ist etwas über 11 Monate alt und hat abrupt aufgehört zu stillen.
    Sie hat vom 3. Monat an nachts nie länger als 3 Stunden geschlafen, meist 1,5. Dementsprechend erschöpft war ich. Da sie mein zweites Kind ist, dachte ich, dass sich das gibt. Irgendwann merkte ich, dass ich gar nicht richtig an unserem Alltag teilhaben konnte, viel auf Hilfe angewiesen war. Eines Tages war ich so fertig, dass sie in ein anderes Zimmer kam, mein Mann dazu. Er hat sie dann singend und tragend beruhigt, damit ich mal 4 Stunden Schlaf bekam. Ihr und unser Glück ist, dass wir mit meinem Vater im Haus wohnen und sie so 3 Bezugspersonen hat, die sie sehr liebt. Nach dieser Nacht war sie irgendwie beruhigt, konnte sich selbst in den Schlaf bringen und die Nächte wurden besser. Dann kam eine Impfung und sie kam tags wie nachts sehr oft, ich hab ihr das gegönnt, weil ich dachte, dass sie es braucht. Als es überstanden war – so vermute ich- hat sie geschnallt, dass der schlechte Schlaf mit dem dauernden Trinken verbunden war. Sie kannte ja jetzt den Unterschied. Sie nuckelte nur kurz, dann biss sie zu. Dachte erst ans Zahnen, aber jetzt scheint mir, dass es ein Hinweis an mich war. Sie will die Brust nicht mehr, schreit wenn ich sie ihr anbiete und schläft nachts gut. Weiterhin bei mir im Bett. Wenn sie wach wird und nicht in den Schlaf findet, schaukel ich sie oder singe. Sie hat noch nie einen Schnuller oder Fläschchen genommen, nicht mal Trinklernbecher. Will alles wie ihr großer Bruder machen und hat mit 5 Monaten für mich völlig überraschend feste Nahrung probiert. Alles Breiartige oder Suppe mag sie nicht.

    Ich bin jetzt sehr gespannt, ob sie nochmal an die Brust will. Momentan streiche ich aus, um einen Milchstau zu verhindern. Nur, wie lange muss man das tun?

    Sie ist nicht von mir abhängig, sie liebt ihren Opa heiß und innig, der war immer zur Stelle, wenn ich nicht in der Lage war zu helfen. Vielleicht würde sie bei ihm an die Brust, aber sie ist ja drauf konditioniert, dass es bei ihm sowas nicht gibt ?

    Etwas macht es mich schon traurig. Andererseits passt es auch zu ihr. Auch Laufen hat sie früh angefangen. Ich hoffe zumindest, dass sie eines der Kinder ist, das sich selbst abstillt. Ich will’s ihr nämlich wirklich nicht nehmen. Nur werd ich jetzt mehr drauf achten, was sie isst und dass mein Vater auch drauf achtet.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Johanna,

      das was du beschreibst klingt für mich nicht nach einem aprupten Abstillen, sondern durchaus nach einem mehrere Monate dauernden Prozess. Apruptes Abstillen braucht meist einen Ersatz in Form von Formula-Nahrung. Für mich klingt eure Geschichte nach einer ganz normalen Stillgeschichte, bei der dein Kind – von den Angaben die ich hier lese – nachdem ihr die Begleitung umstrukturiert hattet zum Abstillen kam.

      Für die Milchstauprophylaxe musst du tatsächlich vor allem nach Gefühl gehen und eine Weile noch in dich reinhören – so wie du es brauchst.
      Du kannst auch – so machen das manche Mamas – noch für einige Wochen die Milchproduktion aufrecht erhalten und schauen, ob es sich doch um einen Stillstreik handelt. Oder ihr über den Winter eine kleine Portion auf anderem Weg anbieten – einfach fürs Immunsystem.

      Aber letztlich ist euer Weg auch einfach euer Weg, eure Ideen, eure Entscheidung – wenn ich dabei helfen soll, tue ich das sehr gerne im Beratungsrahmen, dafür bin ich immer da.

      Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Liebe.
      Tabea

  4. Liane sagt

    Hallo,
    unser Sohn ist 17 Monate und hat von einem auf den anderen Tag plötzlich das Stillen verweigert. Er isst seit er etwa 10 Monate ist unregelmäßig von unserem Mahlzeiten mit, d.h. an manchen Tagen futtert er wie ein Scheunendrescher und an manchen Tagen nur eine halbe Banane und 1/4 Toast. Ich habe ihm nach dem Essen immer das Stillen angeboten, ebenso wurde er zum Einschlafen und nachts (etwa alle 4 Stunden) gestillt.
    Jetzt kamen plötzlich viele Faktoren zusammen: wir sind umgezogen, seine Eckzähne sind durchgekommen und er hatte während des Zahnens eine Halsentzündung. Seit einer Woche wird das Stillen nun völlig abgelegt, egal ob Tags oder nachts, er gerät regelrecht in Wut, drückt sich schreiend weg. Ich habe in verschiedenen Situationen die Brust angeboten: zuhause, unterwegs, kurz vor dem einschlafen, nach dem aufwachen, mitten in der Nacht. Seit dem die Zähne da sind wird auch der Schnuller konsequent verweigert. Gekuschelt wird viel mit dem Papa zur Zeit, ich bin nur dann gefragt wenn Papa nicht da ist.

    Ich frage mich nun ob ich weiterhin versuchen soll, das unser Sohn weiter stillt, oder ob dies nun der richtige Zeitpunkt zum abstillen ist?!?

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo Liane,
      wie du beschreibst kamen viele Dinge zusammen und v.a. auch Schmerzen dazu.
      Manche Frauen entscheiden in so einer Situation noch für eine Weile Muttermilch von Hand oder mit Pumpen zu gewinnen und ihrem Kind (gerade im Winter als Abwehrschutz) zur Verfügung stellen zu können oder das Angebot aufrecht zu halten.

      Es gibt Kinder, die dann noch einmal mit dem Stillen beginnen, und andere, die einfach “eigentlich” fertig waren mit ihrer Stillzeit und die “Gelegenheit” so nutzen konnten.

      Alles Liebe für euch.
      Tabea

  5. Ruffy sagt

    Oh wieder was gelernt! Selber abstillen klingt gut aber erst nach 2-7 Jahren klingt sehr lange…

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Ja, das hört sich sehr lange an. Andererseits stillt ja nicht jedes Kind 2 Jahre und dennoch ist das Abstillen “stimmig” und “harmonisch” … und, wenn wir mal zurück an die Schule oder Ausbildung denken, das war auch so lange bzw. teilweise sogar viel länger (je nachdem welche Zahlen dann wichtig sind) … wir machen uns da oft einen großen Kopf drum – rückblickend sieht alles viel anders aus. Wichtig ist für egal wie lange die Stillzeit anhält einfach, dass wir grundsätzlich in eine Haltung kommen danach zu schauen, dass es beiden gut damit geht <3 Lg Deine Tabea

  6. Alysha sagt

    Also bei uns ist es derzeit so, meine kleine Maus ist jetzt 7 Monate, sie isst aber einfach unglaublich gerne. Nun war ich die ganze Woche lang krank mit Fieber (welches schon seit mehreren Tagen wieder Weg ist) und Halsschmerzen. Seitdem ist sie so anstrengend an der Brust. Sie mag kaum bis gar nichts trinken. Ich hatte gehofft wenn das Fieber weg ist wird es wieder besser, aber nicht wirklich. Ich schaffe es vielleicht das sie noch einmal am Tag wirklich trinkt und auch das nur unter immer etwas Gemecker. Nachts möchte sie gar nicht mehr an die Brust, das macht mich schon etwas traurig. Zähne hat sie noch keine und sieht auch noch nicht danach aus. Bisher habe ich auch noch nicht das Gefühl nach einem Milchstau. Meinst du das ist nur eine Phase weil ich krank war? Vorher hatte sie aber auch schon nur noch so 3-4 Milchmahlzeiten am Tag und die fast alle Nachts.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Alysha,
      gerade, wenn sie eventuell noch Halsschmerzen hat, kann das damit zusammen hängen, weil das Saugen & Schlucken dann einfach weh tut. Sprich diesbezüglich bitte mit deinem Kinderarzt, damit sie schmerzfrei Stillen kann, FALLS das die Ursache ist.
      Ansonsten kannst du die Milchproduktion derweil überbrückend mit Handentleerung oder Pumpen aufrecht erhalten, bis alles wieder normal ist für dein Baby. Bei Unsicherheiten einfach eine Stillberatung hinzuziehen.
      Alles Liebe
      Tabea

  7. Josi sagt

    Hallo meine Kleine wurde bis zum Ende des 5. Monats voll gestillt. Danach haben wir nach und nach Beikost eingeführt, welche sie auch mit Hingabe zu sich nimmt, denn sie ist eine sehr gute Esserin. Ziemlich schnell brauchte sie nur noch nachts die Brust und das immer seltener. Jetzt mit über 7 Monaten hat sie dann nur noch alle zwei Tage mal nachts etwas getrunken. Sie hat nie eine Flasche bekommen (außer mal ganz am Anfang als Neugeborene, da musste ich mal kurz zufüttern). Schnuller nimmt sie von Anfang an und braucht ihn meist zum Einschlafen, selbst an der Brust ist sie nachts selten eingeschlafen sondern brauchte den Schnuller.
    Habe dann aufgehört mit Stillen und sie scheint es auch nicht zu vermissen, sie wird nachts nur kurz wach um zu schauen ob ich noch da bin und schläft sofort wieder ein.
    Ist das auch “selbst abstillen” oder könnte das nur eine Phase sein? Es ist jetzt 3 Wochen her dass sie das letzte mal getrunken hat.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Josi,

      das klingt sehr danach, auch wenn es in der Form wirklich sehr selten in diesem wirklich sehr sehr jungen Alter vorkommt. Da ist auf jeden Fall sehr viel Selbstbestimmung bei dem was du beschreibst. Wundervoll.

      Auch die langsame Reduktion ist typisch für das “selbst abstillen”. Du hast nichts forciert. Wenn keinerlei “Fremdreize” wie zb. ein Schnuller dabei involviert waren, gehört ihr vermutlich wirklich zu den wenigen, bei denjenigen, bei denen das Kind eigenständig so früh abstillt.

      Wichtig ist dann v.a. die Erwartungshaltung an ein mögliches, späteres Geschwisterkind neu zu resetten: jedes Kind ist anders.

      Alles Liebe für euch.
      Tabea

  8. Katja sagt

    Liebe Tabea,
    Mein Sohn ist gerade 13 Monate alt geworden. Ich stille immer nach Bedarf, bisher galt dies vor allem nachts, tagsüber eher selten 2-3 mal, vor allem zum einschlafen über Mittag.
    Vor ein paar Tagen fing er an sich normal anzudocken, kurz zu trinken und dann direkt zu beißen. Bin ziemlich erschrocken, habe dann den Finger an die Brust gelegt um “eingreifen” zu können wenn er wieder beißen wollte. Diese “Prozedur” tat immer ziemlich weh. Meine Nerven waren irgendwann am Ende und entweder hat mein Mann irgendwann übernommen ihn in den Schlaf zu bringen oder ich habe die Brust wohl oder übel entzogen. Nun geht er seit gestern Abend überhaupt nicht mehr an die Brust. Habe sie in unterschiedlichen Situationen und vor allem mit mehr Ruhe (ohne abendlichen Stress und die große Schwester) angeboten, kein Interesse nichts. Gestern Abend habe ich dann abgepumpt, meine Bruste waren so voll und schmerzen sehr. Als mein Mann ihn in den Schlaf begleitete und er sehr viel geschrieen hat, keine Brust wollte habe ich dann das Flaschen mit abgepumpter Milch angeboten und das hat er gierig getrunken. Heute morgen musste ich sehr früh aufstehen da meine Brüste ohne stillen über Nacht so schmerzen und hat waren, gleiches Spiel er wollte nichts trinken, hat aber später das Fläschen genommen. Tagsüber ging alles ohne stillen und Flasche. Beim anbieten und probieren der Brust wollte er nur mit der Brustwarze spielen und zwiclen, habe dann in Ruhe mit ihm gesprochen und gesagt er kann “ei ei” machen und streicheln aber bitte nicht “aua”, das hat geholfen das er nicht mehr zwickt, aber auf meine Frage ob er trinken will hat er jedes mal direkt auf das Wasserfläschchen auf dem Tisch gezeigt. Eben habe ich ihn in den Schlaf begleitet, ohne stillen, mit kuscheln. Angeboten habe ich, er wollte aber partout nicht, hat überhaupt nicht auf die Brust reagiert.
    Meine Brüste Schmerzen sehr, mein Kopf schwirrt. Die Große Schwester habe ich 22 Monate gestillt, soll es jetzt wirklich zu Ende sein? Dauerhaft harte schmerzende Brüste sind aber nicht auszuhalten und immer abpumpen finde ich auch sehr “komisch” vor allem das extrem frühe aufstehen deshalb wirklich Kräfte zehrend.
    Wie sollte ich jetzt vorgehen? Was sagt deine Erfahrung zu diesem “Ablauf”… Bin ganz verwirrt/ambivalent, Traurig auf der anderen Seite ist es auch nett wieder “freier” zu sein. Stillen ist aber auch so etwas intim vertrautes und so endlich und abrupt aktuell beendet.

    Ich freue mich über Rückmeldung,
    Liebe Grüße
    Katja

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Katja,
      holla – was für ein Gefühlsstrudel.
      Mein spontaner Tipp wäre: Milchproduktion durch Handentleerung / Pumpen erstmal aufrecht halten und schauen, was deinen Spatz beschäftigt. Dass er gierig das Fläschchen getrunken hat klingt NICHT nach Abstillen, sondern danach, als hätte er ggf. ein anderes “Thema” – in dem Kontext denk ich u.a. an Schmerzen die vom Zahnen, einem Infekt oder einer Ohrenentzündung herrühren könnten. Klär das bitte mit eurem Kinderarzt.

      Wenn du darüber hinaus Hilfe zum sortieren brauchst, kannst du dich wegen einer Begleitung natürlich immer an mich wenden.

      Schreib aber auch gern nochmal, wenn ihr es selbst lösen konntet.

      Alles Liebe euch.
      Tabea

  9. Birgit sagt

    Hallo Tabea,

    Ich hätte auch mal eine Frage.
    Mein Sohn ist jetzt 31 Wochen alt. Wir mussten mit Brei anfangen als er 18 Wochen alt war weil er durch die Milch zu wenig an Gewicht zugenommen hatte, obwohl mehr als genug Milch vorhanden war. Nun ist es so das er schon von Anfang an gerne Brei gegessen hat. Er möchte ständig mitessen wenn wir essen. Die Brust verweigert er nun seit zwei Wochen tagsüber komplett, nachts ab und an noch mal aber auch nur kurz. Flasche will er auch nicht mehr wirklich. Wenn ich ihm was zu trinken aus einem Becher anbieten will reißt er ihn mir fast aus der Hand. Und wenn ich seine Brei Schüssel in der Hand habe fängt er immer sofort an den Mund aufzureißen und zu schimpfen wenn es dann nichts gibt. Ich möchte eigentlich noch gerne sehr lange stillen. Ich habe es immer sehr genossen. Ich versuche momentan tagsüber die Milchproduktion über abpumpen am Laufen zu halten jedoch wird es immer weniger, trotz pumpen. Ich finde er ist noch sehr jung um auf Muttermilch zu verzichten. Es hat sich eigentlich auch nichts an der Umgebung oder dem Verhalten oder ähnliches geändert. Es wurde über die Zeit einfach immer seltener das er an die Brust wollte und nun eben tagsüber gar nicht mehr. Er braucht die Brust auch nicht mehr zum einschlafen. Sein Schnuller nimmt er meistens auch nur noch zum Spielen oder darauf herum kauen.
    Könnte es nur eine Phase sein und ich soll die Brust einfach immer weiter anbieten oder könnte es, wie meine Hebamme vermutet, einfach sein das er sich tatsächlich schon so früh abgestillt hat bzw noch dabei ist?

    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.
    Liebe Grüße
    Birgit

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo Birgit,
      nachdem bei euch eine ungenügende Gewichtszunahme mit reinspielt und ein in diesem Kontext sehr früher Beikostbeginn klingt mir das tatsächlich nach einer nicht stillorientierten Beratung.

      Allerdings sind mit dieser Entwicklung jetzt schon einige Monate ins Land gezogen.

      Ich würde den Fokus darauf legen, dass das Getränk in dem Becher nach Möglichkeit noch Muttermilch ist, wenn möglich.
      Detaillierter und individueller kann man noch in einer individuellen Beratung schauen – schau aber bitte, dass es dort dann um das Erhalten der Stillbeziehung geht, soweit noch möglich.

      Mir klingt es sonst tatsächlich so, dass ihr euch im Abstillprozess befindet und ja, das ist sehr früh. Das gibt es zwar immer wieder schon, aber es ist dennoch ein Unterschied, ob das vor einem Hintergrund einer vorangegangenen Stillproblematik geschieht oder aus einer individuellen Entwicklung heraus.

      Von dem was du mir hier schreibst in deinen Zeilen klingt es mir eher nach ersterem.
      Lg
      Tabea

  10. Miriam sagt

    Hallo Tabea,

    Meine Tochter ist jetzt fast 10 Monate alt. Wir haben mit 6 Monaten mit der Beikosteinführung begonnen. Die Kleine ist eine gute Esserin und möchte alles probieren. Bis vor 4 Wochen habe ich sie als Abendessen und einmal nachts gestillt. Dann hat sie nachts nicht mehr nach der Brust verlangt, sondern ist durch kuscheln immer wieder eingeschlafen. Seit kurzem isst sie beim Abendessen am Familientisch mit und wird eigentlich abschließend nochmal gestillt. Seit 2 Tagen möchte sie nicht mehr trinken. Sie saugt ganz kurz an der Brust und beginnt dann mit der Brust zu spielen oder mit mir zu erzählen. Reicht ihr bei dieser Reaktion das Abendessen zum satt werden aus? Muss ich jetzt außer den 200 ml Kuhmilch die sie durch ihren Brei bekommt, PreNahrung zugeben ( Möchte eigentlich ungern muttermilch durch PreNahrung ersetzt)

    Vielen Dank
    Miriam

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Miriam,

      ich kann hier in den Kommentaren keine individuelle Beratung bieten und darüber hinaus auch keine Ernährungsberatung im Sinne einer Einschätzung, ob eure Ernährung adäquat und ausgewogen ist für das jetzige Alter. Wenn du hierfür einen Kontakt zu einer studierten Ernährungswissenschaftlerin mit Beratungsschwerpunkt im Beikostalter haben möchtest für eine individuelle Beratung, meld dich gerne per eMail oder übers Kontaktformular.

      Liebe Grüsse,
      Tabea Laue

  11. Sandra sagt

    Hallo liebe Tabea,
    mein Sohn ist jetzt 8 1/2 Monate alt und wurde die ersten 6 Monate ohne Probleme voll gestillt. Anfangs gab es einen kurzen Klinikaufenthalt, indem er (ab Tag 2) einen Schnuller, eine Flasche mit Pre-Nahrung und meine Brust bekommen hat. Auch direkt nach der Geburt konnte ich ihn nicht binnen einer Stunde anlegen, was natürlich meiner Vorstellung vom Stillen völlig entgegenstand. Trotz dieser Widrigkeiten saugte mein Sohn sehr gut und in kürzester Zeit hatten wir keinerlei Probleme mit dem Stillen.
    Mit ca. 6 Monaten haben wir uns langsam an die erste Mittagsbreie gewagt, welche mit einem „njam“ und viel Gepansche entdeckt wurden. Die Breitengrade wurde nach und nach mehr und der Abendbrei kam hinzu. Seither habe ich nachts meist nur noch 2-3 mal gestillt und mein Sohn war rundum gesättigt und zufrieden. Dann gab es nachmittags Obstbreie und das nächtliche Stillen reduzierte sich wieder auf ca. 2x. Ich stillte zu dieser Zeit also nur noch 1x nachts, 1x in den Morgenstunden so gegen 5 und dann erst wieder zwischen 9-10 Uhr. Als dann morgens noch Müsli in unseren Futterpflanzen aufgenommen wurde, stillte ich nachts nur noch 1x, in seltenen Fällen 2x. Seit ca. 3 Woche probieren wir auch etwas stückigeres Essen aus und es gibt schon gedünstetes Obst, ein Stück Brot oder Ähnliches für die Hand. Seit 4 Nächten verlangt mein Sohn die Brust nun gar nicht mehr und selbst wenn er nachts wach wird, genügt es ihm völlig zu kuscheln und dir kann er dann wunderbar einschlafen. Ich hab bereits ein paar Tränen verdrückt und mit jeder stillfreien Nacht wird mir klarer, dass mein Sohn das Stillen nicht mehr braucht. Ich dachte nicht, dass er den Zeitpunkt festlegt und war darauf eingestellt, früher oder später von mir ausgehend abzustillen, aber mit dem schnellen Ende habe ich nicht gerechnet. Trotzdem freue ich mich, dass meine Brust scheinbar kontinuierlich die Milchmenge schon mit reduziert hat und jetzt keine Probleme macht und ich mich letzen Endes wohl ganz einfach glücklich schätzen kann, auch wenn ich es noch nicht ganz fasse 🙂
    Liebe Grüße,
    Sandra

  12. Kati sagt

    Guten Abend,
    Meine Tochter ist jetzt 6 1/2 Monate.
    Das stillen hat von Anfang ohne Probleme geklappt. Seit sie 5 Monate ist bekommt sie Beikost. Mittags isst sie meist so 100-150g Gemüse Fleisch Brei. Und Abends seit 1 1/2 Wochen ca 70-100g Milchbrei. Mehr möchte sie nicht. Zwischendurch bekommt sie Obst aus der Hand oder paar Löffel Obstmus. Gestillt wurde sie noch 1-3 mal Nachts. Tagsüber oft auch noch 4-5 mal vorallem zum Mittags und Abendschlaf. Wasser trinkt sie nur schluckenweise aus einen normalen Becher. Sie nimmt weder eine normale Flasche mit Milch oder Wasser noch ein Schnuller.

    Seit 4 Tagen verweigerte sie bis auf ca. 2 mal täglich die Brust. Sie saugt 4-5 mal und dann dreht sie sich weg und überstreckt sich. Nachts trinkt sie auch nur 1 mal richtig die anderen Male nuckelt sie nur…sie schläft auch durch sonst keine Methode weiter. Meine Brust macht das erstaunliche Gut mit. Es läuft mal was…oder die Brüste fühlen sich schwer an aber ich hab keine Schmerzen oder Unwohlsein.
    Jedoch mach ich mir Sorgen um meine Kleine.
    Weil sie ja kaum Wasser trinkt. Sie ist noch ein bisschen jung um komplett ohne Milch aus Brust oder Flasche auszukommen oder? Ich hab kein Problem damit abzustillen und keins damit eine Flasche zu geben. Will einfach das machen was für sie gut ist. Aber sie verweigere ja beides.
    Soll ich ihr morgens und nachmittags auch noch eine Breimahlzeit anbieten? Morgens was mit Milch?
    Sie hat seit 3 Wochen ihren ersten Zahn…kann natürlich sein das der 2 da auch noch kommt.
    Es ist sehr schwierig sie zum schlafen zu bekommen weil sie gerne saugen will um sich zu beruhigen aber nichts annimmt (Brust, Finger, Schnuller).
    Ich hoffe sie können mit ein paar Tipps geben. Danke Kati

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Kati,

      eure Situation klingt mir zu komplex, als sie mit “Tipps” abzuwiegeln.

      Ich würde aufgrund des Alters dringend raten VOR dem Brei jeweils Stillen anzubieten. Ihr könnt davon in vielerlei Hinsicht (zb. auch Allergien, Infekte) noch arg profitieren. Es ist auch altersgerecht weiter zu stillen.

      Warum sie das grad so macht und was dazu zusammenkommt, müsste man in einer individuellen Beratung eroieren.

      Lg
      Tabea

  13. Maria sagt

    Hallo Tabea,

    mein Sohn ist 10 Monate alt und ich bin erneut schwanger in der 17. Woche. Er war von Lebenstag 1 an immer ein totaler Brust-Junkie, hat tags wie nachts immer alle 1-3 Stunden getrunken. Seit seinem 7. Lebensmonat bekommt er regelmäßig Beikost angeboten (Brei und „Handfestes“ vom Familientisch. Sein Interesse am Essen war schon immer sehr groß, allerdings blieben die tatsächlich gegessenen Mengen eher gering. (Was für uns völlig ok war, hatten immer den Spruch „Food before one is just for fun“ im Kopf.) Seit wenigen Wochen nun hat er seine Essensmenge quasi von heut auf morgen rapide gesteigert. Statt 2-3 Löffel Obstmus verschlang er ein ganzes Gläschen, statt die Hälfte von einem abgeschnittenen Stück Birne zu essen, aß er eine ganze Birne einfach auf usw. Anfangs ging er trotzdem noch (zusätzlich) in der gewohnten Frequenz an die Brust. Seit wenigen Tagen fordert er das Stillen nun gar nicht mehr selbstständig ein, wenn ich es von mir aus angeboten habe, blieb er nur für wenige Züge an der Brust (auch ohne Ablenkung&Co). Gestern hat er nun das erste Mal komplett die Brust verweigert. Sogar zum einschlafen und nachts. Heute hat er wieder ein bisschen genuckelt, aber irgendwie lustlos. Irgendwie scheint ihm die Brust – eigentlich sein Heiligtum – von heute auf morgen nicht mehr wichtig zu sein. Wo er früher wie am Spieß gebrüllt hat, wenn ich sie (nach stundenlangem Dauerstillen) mal eingepackt habe, hat ihn jetzt der blanke Nippel an seinem Mund schlicht nicht mehr interessiert. Ich bin verunsichert und sehr traurig. Er ist doch noch so klein und (Mutter-)Milch für Babys (vor allem unter einem Jahr) so wichtig! Ich werde ihm die Brust weiterhin regelmäßig anbieten, aber zum Stillem zwingen kann ich ihn natürlich nicht. Schnuller und Fläschchen nimmt er übrigens nicht. Ich habe vor 2 Wochen eine erste Packung Pre gekauft und ihm diese angeboten – sowohl „pur“ (aus verschiedenen Trinkgefäßen) als auch im Getreidebrei vermengt – er nimmt sie nicht. Also pur trinkt er maximal nen Mini-Schluck und den Brei verweigert er auch nach wenigen Löffeln. Viel mehr kann ich aber nicht machen, oder? Außer anbieten? Es heißt ja immer dass die Babys ihre für Hirnwachstum so wichtigen Kalorien im ersten Lebensjahr noch nicht aus fester Nahrung ziehen können und deshalb (Mutter-)Milch so wichtig ist. Aber er geht nicht mehr wirklich an die Brust und Pre nimmt er mir wie gesagt auch nicht ab. Er hat einfach einen extrem starken Willen, (in allem, aber auch und extrem in Bezug auf Essen). Mache mir zum einen Sorgen um seine Entwicklung, zum anderen bin ich auch unsagbar traurig darüber, dass unsere Stillbeziehung vielleicht ein so jähes Ende genommen hat.
    Hast du irgendwelche Tipps oder spontane Gedanken zu unserer Situation?

    Danke und liebe Grüße.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Maria,

      in der 17. Woche ist deine Muttermilch vermutlich soweit zurückgegangen, dass es für deinen Kleinen gerade wohl einfach keinen Sinn mehr macht zu trinken.

      Wichtig wäre jetzt tatsächlich, dass er ausgewogen und altersangepasst genug und kalorienreich Nahrung bekommt, wenn er Pre verweigert.
      Eine Idee wäre noch Frauenmilch gespendet, zb. von einer Freundin, wenn es am Geschmack liegt.

      Es tut mir leid, dass das für euch mit dem Stillen so ein jähes Ende nimmt – aber vielleicht kommt ihr ja tatsächlich noch zurück zum Tandemstillen später. Über die Schwangerschaft und da von deiner Beschreibung nicht davon auszugehen ist, dass dein Kind das ohne Schwangerschaft / Wegbleiben der Milch aktuell so entschieden hätte, würde ich defintiv empfehlen eine Milchnahrungsquelle aufzutun, wenn möglich.

      Darüber hinaus achte bitte gut auf dich – ohne Selbstvorwürfe. Deine Schwangerschaft ist natürlich entstanden nehme ich an und deshalb bin ich mir auch sicher, dass ihr das meistern werdet.

      Alles Liebe,
      Tabea

  14. Xenia sagt

    Liebe Tabea,

    Meine Tochter (1. Kind) ist nun 10 Monate alt und vor 6 Wochen hat sie sich von einem auf dem anderen Tag abgestillt. Nachts hat sie das letzte mal getrunken und von da an einfach gar nicht mehr. Ich habe ihr die Brust mehrmals angeboten, sie hat sie aber immer verweigert. Wir haben mit 5 Monaten angefangen, dass sie feste Nahrung (erst in Breiform nach und nach wurden wir immer offener) zu sich nimmt. Das hat sie immer super gemacht. Sie isst alles was wir ihr geben, die Konsistenz, ob Brei oder Banane oder Brot, ist ihr egal.
    Außerdem hat unsere Tochter noch nie einen Schnuller oder eine Flasche gehabt. Die ersten Tage (nachdem ich die prallen Brüste erst mit der Hand ausgestrichen und dann mit einer geliehenen Pumpe abgepumpt habe) hatte ich neben dem Bett eine Banane, Wasser zum trinken und abgepumpte Milch in einem Becher, weil ich dachte, sie müsse doch Hunger haben, wenn sie nachts aufwacht. Dem war aber nicht so. Tagsüber habe ich ihr dann die abgepumpte Milch mit in den Brei gegeben.
    Sie schläft, seitdem sie nicht mehr gestillt wird wesentlich ruhiger und wird (wenn sie nachts wach wird) nur zum Wasser trinken wach.
    Ich kann nicht wirklich was ausmachen, weshalb sie von jetzt auf gleich nicht mehr gestillt werden wollte. Sie hatte die Woche vor dem abstillen Zähne bekommen. Von ihrer Art ist sie sehr offen und fröhlich. Sie hat auch alles andere (drehen mit 4 Monaten, krabbeln mit 6 Monaten und gerade macht sie die ersten Schritte an der Hand, kommt alleine ins stehen und steht frei) früh gemacht.
    Ich bin nur immer noch so traurig, dass ich nicht mehr stille. Und freue mich umso mehr, an dieser Stelle mal alles loswerden zu können. Leider hatten wir nie ein gutes Verhältnis zu unserer Hebamme, die mir also damit auch nicht weiterhelfen konnte. Alle Bekannten mit kleinen Kindern können sich nicht wirklich in mich hineinversetzen und verstehen nicht, warum ich darüber nun so traurig bin.

    Liebe Grüße Xenia

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Xenia,

      vielleicht hast du durch die Geschichten in den Kommentaren gescrollt – jede ist wirklich anders!
      Vom 1. Anschein her scheint mir deine Tochter tatsächlich einfach eine schnelle Entwicklung hingelegt zu haben. Ob jemals Stillprobleme, die sich versteckt auswirkten, eine Rolle spielten kann ich nicht herauslesen.

      Wie im Text geschrieben – es gibt diese Kinder. Vereinzelt, aber es gibt sie und ja … sie sind dann in gewisser Hinsicht auch schneller in bestimmten anderen motorischen Bereichen.

      Weil du von deiner Traurigkeit berichtest – eine Mama hat meinen “Natürlich Abstillen” Workshop gemacht, nachdem sie (tatsächlich medizinisch bedingt) abstillen MUSSTE – es führte kein Weg daran vorbei. Du kannst dir vorstellen – ihr Baby war deutlich kleiner – dass sie das sehr belastet hat. Sie konnte durch das bewusste durcharbeiten ihrer Abstillgeschichte im Workshop (obwohl er dafür nicht konzipiert ist) die Geschichte aufarbeiten für sich. Vielleicht eine Möglichkeit, wie du dir selbst diesen Raum schaffen kannst, wo ihn dir dein Umfeld gerade nicht gewähren kann.

      Ansonsten darfst du dich auch gern nochmal melden, wenn du dabei Begleitung haben magst.
      Alles Liebe für dich in jedem Fall,
      Tabea

  15. Sandra sagt

    Liebe Tabea,
    unsere Maus wird nächste Woche 7 Monate alt.
    Unsere Stillbeziehung war von Anfang an recht schwierig. Aufgrund meines starken Milchspendereflexes tat sie sich sehr schwer beim trinken und hat auch oft geschrien/verweigert. Auch eine Stillberatung konnte uns nicht wirklich helfen, dadurch war es selten so entspannt und innig wie man es sich vielleicht wünschen würde. Trotzdem bin ich sehr froh, dass wir weiter gestillt haben. Mit Einführung der Beikost haben sich die Stillmahlzeiten dann schon deutlich verringert. Seit sie 3 mal Brei am Tag bekommt (die nimmt sie sehr gut an) will sie kaum noch an die Brust. Max. 2 mal in 24h, dann ist es aber unglaublich entspannt und schön. Habe fast den Eindruck, sie genießt es, dass sie nicht mehr voll vom Stillen satt werden muss. Ab und zu kommt sie noch zum Kuscheln und nuckelt friedlich, auch wenn da “milchmengentechnisch” dann nicht mehr viel los ist. Könnte es sein, dass sie sich so früh wirklich schon abstillt?
    LG!

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Sandra,

      ja – Kinder, die in Stillprobleme verflochten sind und wo die Ursache nie geklärt werden konnte, stillen tatsächlich auch manchmal früher ab. Nicht, weil sie es nicht mehr bräuchten, sondern weil sie sich einfach im Verlauf der Monate drauf eingestellt haben. Im 1. Lebensjahr empfehlen wir daher grundsätzlich zumindest das Angebot von Pre-Nahrung (Flasche, Becher – wie es auch passt) zu machen. Was die Kinder davon nehmen möchten entscheiden sie selbst und wenn sich zeigt, dass sie etwas anderes noch brauchen, weil zb. die Gewichtszunahme nicht passt, dann muss man widerum weiter schauen.

      Lg
      Tabea

      (PS: kurzer Hinweis – meine Kommentar-Antwort kann natürlich immer wertend gelesen werden, ist allerdings in keiner Richtung wertend – dazu habe ich weder Recht noch Ambition. Für eine wirkliche Einschätzung der jeweiligen Familien-Still-Geschichte ist es rückblickend schon persönlich sehr herausfordernd und in einem Kommentar niemals möglich.)

  16. Kathrin sagt

    Hallöchen,
    unsere Maus ist jetzt 12,5 Monate alt. Um das Stillen müssten wir leider hart kämpfen. So bekamen wir im KH Stillhütchen verpasst und würden mit Prae-Nahrung und Pumpe entlassen, da sie aufgrund zu wenig Milch zu wenig zunehme. Ich wollte ihr aber Mumi/Muttermilch geben und so pumpte ich alle 3 Stunden ab und bot ihr auch regelmäßig die Brust an. Diese verweigerte sie zunächst und wollte nur den doofen Sauger…Nach 7 Wochen waren wir dann endlich soweit und sie nahm die Brust an und es entwickelte sich eine schöne Stillbeziehung zwischen uns. Für den Papa pumpte ich bis zum 9. MONAT weiterhin ab und so bekam S* abends ein Mumi-Fläschchen vom Papa… Für beide eine innige Erfahrung.
    …nun kurz nach ihrem Geburtstag hat sie mich plötzlich öfters in die Brust gebissen. Nach ca. 5 Tagen hat sie dann abends plötzlich keine Mumi mehr zum Einschlagen gewollt und stattdessen wild geschrien und sich weggedrückt. Ich dachte bis dahin an die Zähnchen, die sich gerade wieder ihren Weg bahnen. Von meinem Mann ließ sie sich dann beruhigen und schlief ohne Mumi ein. Ich habe den Eindruck, dass sie sich sehr wohl bewusst ist, dass sie kein Milch mehr möchte. So zeigt sie morgens direkt auf ihren Wasserbecher und möchte etwas trinken. Ihr die Brust zeigend, schüttelt sie entschieden den Kopf. Es scheint aich als findet sie sich immer besser in die Selbstregulierung rein. So haben wir immer gemwinsam gelwgen und siw schliwf mit der Brust ein…jwtzt geht das plötzlich sogar alleine. Sie scheint in ihrer Entwicklung ein Stückchen weiter gegangen zu ein. Gleichzeitig isst sie viel mehr und zeigt auch was sie möchte. Brei hätten wir zwar ab dem 7. LM angeboten, würde allerdings abgelehnt. Wir haben ihr dann BLW angeboten und sie hat stets gerne probiert und so ab dem 10.LM auch immer mehr gegessen.

    Aktuell macht sie einen zufriedenen Eindruck und sie scheint ohne Mumi gut klar zu kommen. Ich habe die letzte Woche ausgestrichen und trinke einen PfefferminzTee am Tag. Ich vermisse es ja schon ein wenig…gerade weil es so plötzlich passierte und sie auch nachts keine Mumi mehr braucht, sondern stattdessen einfach 3-4 Stunden am Stück schläft, sich dann wendet und weiterschlummert.

    Ich traue dem Ganzen noch nicht. Könnte das eine Phase sein? Ich möchte nichts erzwingen und auch an nix festhalten, was S* nicht mehr möchte.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Kathrin,
      es kann beides sein. Und zwingen brauchst du sie auch nicht – das wäre ja ein völlig falscher Weg.
      Ich erwähn’ ja immer wieder, dass es diese Kinder, die keine Muttermilch mehr möchten oder brauchen einfach tatsächlich auch (gelegentlich!) immer wieder gibt.

      Achte einfach gut auf euch und euer liebevolles Zusammensein.
      Lg
      Tabea

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