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Wie du deinem Baby beim Zahnen besser helfen kannst

zahnen was hilft

Dein Baby hat mit dem Zahnen begonnen und du fragst dich, wie du ihm helfen kannst?

Woran du merkst, dass dein Baby zahnt

Manche Babys bekommen Fieber oder Durchfall, wenn die Zähnchen schieben, aber nicht immer sind die Symptome für das Zahnen so stark.

Rote Wangen und das ständige Sabbern des Babys sind am häufigsten die Symptome, die dir bei deinem Baby auffallen können.

Dazu kann es sein, dass dein Baby vor Schmerzen besonders häufig oder fast gar nicht mehr stillen möchte, unruhig schläft und auf allem herumbeißen möchte. Einschließlich deiner Brust.

Wann immer du dir Sorgen machst und du dich wohler fühlst, kannst du deinen Kinderarzt zu Rate ziehen! Es kann ja auch immer einen anderen Grund für die Symptome, die Schmerzen oder die Unruhe deines Babys geben.

Beim Zahnen kannst du deinem Baby aber auch wunderbar selbst helfen

Es gibt eine Reihe ganz wunderbarer und wirklich guter Hilfen.

Gleichzeitig gibt es Mittel, bei denen die Wirksamkeit unklar ist und sogar auch Mittel gegen Zahnungsbeschwerden, von denen ich abrate. Natürlich erkläre ich dir auch warum.

Die Reihenfolge in der ich auf die einzelnen Möglichkeiten eingehe ist ganz willkürlich gewählt. Für dich kann auch das zuletzt genannte an oberster Stelle stehen.

#1 – Stillen

Durch den Gegendruck, der beim Stillen auf den Kiefer entsteht, werden die drückenden Schmerzen der schiebenden Zähnchen und des geschwollenen Kiefergewebes gelindert.

Deshalb wollen viele Babys in Zahnungsphasen ganz besonders häufig an die Brust.

Reicht das Stillen?!

Trag dich gleich ein für regelmäßige Infos zu Blogartikeln und Kursen.

Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Außerdem weiß man, dass die Nähe und Zuwendung, sowie die ausgeschütteten Hormone einen körpereigenen Schmerzmittel-Cocktail ergeben.

Wenn dein Baby so viel Stillen möchte, dass es inzwischen weh tut (auch ohne Biss) kann es verständlicherweise sein, dass du eine Pause brauchst. Zum Glück gibt es noch andere Möglichkeiten deinem Baby zu helfen.

#2 – Tragen

Eine davon ist das Tragen.

Die ultimative Allround-Waffe bedürfnisorientierter Mütter und aller jener, die nicht den ganzen Tag mit einem Klebebaby im Arm auf dem Sofa sitzen wollen & können.

Sanfte Körpernähe beruhigt. Wärme lindert und die aufrechte Haltung reduziert den Druck im drückenden Kiefer.

Natürlich kann es sein, dass dein Baby – wenn ihm das Getragen-Werden fremd ist – weniger damit anfangen kann, als wenn es die beruhigende Nähe des Tragens bereits kennt.

#3 – Bernstein

Angeblich sind es die feinen Stoffe, die sich von Bernsteinketten abreiben, die bereits prophylaktisch die Zahnungsbeschwerden lindern.

In der Öko-Szene tragen viele Babys die Ketten – die als Schutz vor Strangulation immer einen speziellen Baby-Sicherheitsverschluss haben müssen!

So kann es zumindest nicht schaden.

#4 – Veilchenwurzel

Der kleine, rauhe “Stein” ist mit einem Loch an einem Band befestigt und dann idealerweise an einer Schnullerkette.

So ist er vor dem Herunterfallen geschützt. Denn das Naturprodukt kann zerbrechen.

Dein Baby kann auf dem Stein nach Herzenslust herumkauen und so einen Gegendruck auf seinen schmerzenden Kiefer aufbauen. Das lindert die Schmerzen.

Wenn du dich um die Hygiene sorgst, so weiß ich von vielen Mamas, die das Steinchen widerkehrend Auskochen – auch wenn es diesbezüglich keinen extra Hinweis auf der Packung gibt.

#5 Kühlen & Beissen

Hundebabys nagen Stuhlbeine an, wenn sie zahnen und keine Alternative haben – dein Baby zum Glück nicht.

Dennoch ist das Beissen auf kühlen Gegenständen doppelt lindernd.

Die Ideen, was du hierbei nutzen kannst sind bunt und vielfältig.

Waschlappen können mit Wasser getränkt & gut ausgewrungen kurz in der Tiefkühle angekühlt werden.

Gurke kann als Sticks gereicht werden und erreicht so auch die tiefergelegenen Mundregionen. Dazu kann der innere Bereich mit den Kernchen ausgeschabt werden, um ein Verschlucken zu verhindern. Dein Baby kann theoretisch ein Stück abbeißen und darf mit Nahrungsmitteln nicht alleine gelassen werden.

Ebenso eignet sich die Möhre. Sie kann je nach Größe auch im ganzen als Beißutensil genutzt werden.

Der Beissring ist das eher typisch bekannte Beiss-Objekt, war aber in der Vergangenheit immer wieder in Verruf geraten. Beissringe sind meist aus Kunststoffen. Vor allem die mit Gel gefüllten Versionen sind nicht mehr geeignet, sobald das erste Zähnchen durchspitzt.

Ein Holzlöffel kann gekühlt werden und muss aus einem nicht-splitternden Holz bestehen, um ihn gut nutzen zu können. Weiche Kanten sind ebenso wichtig, wie du darauf achten solltest, dass er nicht zu lang ist, dass er von deinem Baby zu weit in den Mund geschoben würde. Es gibt auch kleine, kurze Versionen.

Auch Muttermilcheis gehört zu den lindernden Anwendungen der Zahnungszeit. Mit einem Eis-Steckchen in Eiswürfelgröße ist es leicht für dein Baby es selbst zu halten. Bereite allerdings erstmal nur eines zum Versuch vor, denn es kann auch sein, dass es deinem Baby zu kalt ist.

#6 – Dentinox

Zu den alt-bekannten Zahnungsmitteln gehören Gels, die eine örtliche Betäubung auslösen. Sogenannte Lokalanästhetika.

Das Problem dabei ist, dass sie nicht nur den zahnenden Bereich betäuben, sondern manchmal den gesamten Mund.

Nachteilig beim Stillen, wenn dein Baby dann keine gute Mundkooordination mehr findet. Das kann passieren trotzdem die Zahnungsbeschwerden weiter vorhanden sind.

Deshalb ist bei starken Zahnungsproblemen zu überlegen, ob nicht wie bei #10 beschrieben der Einsatz von tatsächlichen Schmerzmitteln zu überlegen.

#7 – Babydent

Hast du selbst unter schmerzenden Mamillen (zb. zu Beginn der Stillzeit) gelitten, bist du vielleicht mit den Multimam Produkten in Kontakt gekommen.

Der dort verwendete QR-Komplex wird zwischenzeitlich auch für ein linderndes Zahnungsgel genutzt.

Bei allen Gels, die du direkt im Mund auftragen musst, ist es allerdings auch hier oft schwierig den richtigen Bereich zielsicher zu treffen.

#8 – Zahnöl

Geht das Zahnen mit deutlich geröteten Wangen einher ist das Zahnöl aus der Bahnhofsapotheke Kempten ein Produkt, welches du in Betracht ziehen solltest.

Für viele Mamas, die ich in der Zahnungszeit begleitet hatte, war es genau dann die wirkungsvollste Linderungswaffe im Kampf gegen die Beschwerden.

Das schöne an der aromatherapeutischen Mischung ist, dass sie äußerlich angewandt wird. Laut Beschreibung im Bereich der Wangen, allerdings habe ich auch schon von Mamas gehört, die das Öl auf die Füsse aufgetragen haben.

Da die Stadelmann-Produkte in Österreich nicht ganz so einfach erhältlich sind, bin ich total dankbar über den Hinweis einer Leserin, dass es dort ganz ähnliche Produkte bei der Firma Bittschwamms unter der Serie Homedi Kind gibt.

#9 – Wunder Po

Oft geht mit dem Zahnen ein wunder Po oder reizender Stuhlgang einher.

Das bedeutet, dass du besonders behutsam mit der Popflege sein solltest und dein Baby möglicherweise eine schützende oder heilende Creme benötigt.

Wenn dein Baby gerade sehr oft Stuhlgang hat dazu ein alter Kinderkrankenschwestern-Tipp erfahrener Kolleginnen: Leinenläppchen. Du kannst ein altes Leinentuch in schmale Streifen schneiden. Etwas Creme auf den Po und dann auf jeder Seite ein Mini-Läppchen auflegen – so kommt der reizende Stuhlgang nicht mehr auf die Haut.

#10 – Schmerzmittel

Es ist nicht gerade en vouge einem Baby Schmerzmittel zu verabreichen.

Und ich bin sehr dafür, dass bei der Gabe von Medikamenten gut abgewogen wird, ob diese notwendig sind.

Gleichzeitig wissen wir heute, dass unser Körper ein Schmerzgedächtnis hat und dass es wichtig ist, dass wir frühzeitig mit der Schmerzlinderung beginnen. Denn Schmerzen, die wir lange ausgehalten haben, sind viel schwieriger wieder in den Griff zu bekommen.

Es braucht dann eine deutlich höhere Dosis des Schmerzmedikamentes.

In der Zusammenarbeit mit eurem Kinderarzt kannst du bereits vorab besprechen, welche Schmerzmittel und welche Dosierung für dein Baby in Frage kommt, falls die Zahnungsschmerzen einmal sehr stark werden würden.

So bist du informiert, wenn es zur entsprechenden Situation kommt und kannst den Einsatz der Schmerzmittel gut abwägen. Ganz ohne dass ein erneuter Besuch beim Kinderarzt notwendig ist.

# 11 – Homöopathie & Bachblüten

Je länger ich Mama bin, desto mehr merke ich, dass die Behandlung mit Kügelchen nicht zu mir und meiner Familie passt.

Ich habe mich zuvor allerdings viel mit den Wirkprinzipien befasst und fand den Ansatz auch sehr schlüssig. Entsprechend der klassischen Homöopathie wird ein individuelles Mittel immer passend zu den Symptomen ausgewählt.

Nicht zu leugnen ist der “geistige” Ansatz von Präparaten, die ausschließlich mit der Energiesignatur eines Stoffes arbeiten. Da ziehen sowohl Gegner und Befürworter ihre Studien heran und ehemalige Befürworter werden zu Gegnern.

Letztlich ist die Anwendung also eine Grundsatzentscheidung, die du nur selbst für dich und deine Familie treffen kannst. Und die sich durchaus auch noch einmal ändern kann.

Die “Allerwelts-Homöopathie” mischt die häufigsten Mittel, die am wahrscheinlichsten zu den Symptomen passen. Beim Zahnen sind das “Osanit” und “Difoss”.

Das Einzelpräparat, welches am häufigsten im Gebraucht beim Zahnen ist, ist Chamomilla.

Auch Bachblüten werden in Zahnungsphasen angewendet.

Mein Tipp bei Zahnungsbeschwerden

Wenn du merkst, dass dein Baby Hilfe beim Zahnen benötigt, kann es sein, dass du zuerst zögerlich mit Medikamenten bist.

Das musst du nicht sein. Zahnungsbeschwerden sind meist sehr akut und können dein Kind gehörig aus dem Gleichgewicht bringen.

Bist du ein Verfechter von alternativen Methoden, wirst du diese vermutlich mit physikalischen Anwendungen wie dem Kühlen oder Druckanwendungen kombinieren.

Solltest du selbst nicht hinter der Homöopathie stehen, ist es völlig legitim deinem Baby – nach den nebenwirkungsfreien Anwendungen mit Kühlung und Schmerzreduzierung durch “Druck” auch mit einer an dein Baby angepassten Schmerztherapie zu helfen.

Mehr zum Thema Schmerzmittel habe ich im entsprechenden Abschnitt dazu geschrieben.

Was du immer tun kannst: Nehmt euch Zeit, wenn es deinem Baby gerade nicht gut geht. Statt vollgepumpt mit Medizin zu Terminen zu hetzen, sollte es selbstverständlich sein, dass dein Baby im behüteten Umfeld sein darf und sich in Ruhe auskurieren darf.

Wie haben du und dein Baby die ersten schiebenden Zähnchen überstanden – erzähl doch gern, wie du es gemacht hast. Bist du eher der “abwartende Typ” oder leidet dein Baby so sehr unter dem Zahnen, dass du schon frühzeitig achtsam auf Zeichen des Zahnens sein musst, um Linderung zu verschaffen?

Schreib deine Erfahrung gern in die Kommentarbox unter dem Artikel.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

 

 

 

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin
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