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Corona-Impfung in der Stillzeit

Corona Impfung in der Stillzeit

Seitdem die ersten Impfstoffe gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 erreichen mich nahezu täglich auf verschiedensten Wegen Fragen zur Unbedenklichkeit und zum Umgang mit dem Impfen in der Stillzeit.

Während die einen gerne den fachlichen Sachstand wissen möchten, fragen andere nach meiner Meinung oder wollen Tipps zum Vorgehen, um bei der Impfung nicht am Ende abgelehnt zu werden.

Das Thema Impfen wird unter Eltern häufiger und kontrovers diskutiert. Ich bin offen: dafür habe ich grade keine Kapazitäten. Wenn du am Ende wertvolle Tipps, Erfahrungsberichte etc. hast, dann ab damit in die Kommentare, damit es anderen hilft – auf wenig dienliche Diskussionen werde ich allerdings verzichten und hier auch keinen Raum dafür bieten.

Fragen sind herzlich Willkommen – wenn ich Antworten dazu finde, integriere ich sie hier gerne.

Der Blogartikel hat weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Aktualität (Stand 03/2021) – es obliegt dir, dich in den verlinkten und weiteren fundierten Quellen auf den aktuellen Stand zu bringen.

Ich gehe in den einzelnen Abschnitten in die Bereiche

  1. Fachlicher Sachstand und Empfehlung zur Corona-Impfung in der Stillzeit
  2. Meine persönliche Meinung zur Corona-Impfung in der Stillzeit
  3. Tipps und Vorgehen, wenn du impfberechtigt für die Corona-Imfpung bist
  4. Weitere Fragen zur Corona-Impfung

Einige Links mit Quellen, aber auch mit verständlichen Erklärungen, werde ich mit hier integrieren und hoffe, dir bei der Recherche und beim Verstehen des Impfens zu helfen.

Trotz oder gerade wegen Corona-Müdigkeit und gelegentlich auftretender Corona-Agressivität: Such die Original-Quellen, wenn du Medienberichte findest… allzu häufig wurden in der Vergangenheit nur vereinzelte Aspekte herausgegriffen.

#1 – Fachlicher Sachstand und Empfehlung zur Corona-Impfung in der Stillzeit

Derzeit (März 2021) fehlt für die für die Allgemeinbevölkerung zugelassenen Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 eine Zulassung, die auch Schwangere und Stillende mit einschließt.

Ebenso gibt es keine allgemeine Impfempfehlung für eine generelle Impfung von Schwangeren und Stillenden.

Reicht das Stillen?!

Trag dich gleich ein für regelmäßige Infos zu Blogartikeln und Kursen.

Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Das RKI schreibt (abgerufen 15.03.2021):

Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe (mRNA-Impfstoffe oder Vektor-basierter Impfstoff) in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell keine Daten vor, daher empfiehlt die STIKO die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. Eine akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden.

Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Stand: 29.01.2021

Quelle: RKI – https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

Das ist also erstmal keine Empfehlung für Stillende, aber man geht davon aus, dass es kein Risiko für das Baby darstellt, das gestillt wird. Und darum geht es ja!

Wie kann man davon ausgehen, bei so neuartigen Impfstoffen?

Naja – neuartig heisst nicht, dass sie „gestern“ zufällig entdeckt wurden, sondern da wurde schon viele Jahre dran geforscht und man kennt die Wirkmechanismen.

Dazu zeig ich dir gleich noch was interessantes.

Jetzt ist das Problem, dass es Stillende gibt mit…

  • Vorerkrankungen und einem erhöhten Risiko für einen strengen Verlauf einer Covid-Erkrankung, wenn sie sich anstecken
  • häufigen Kontakten, die sie auch nicht reduzieren können. Zum Beispiel Lehrerinnen und Erzieherinnen
  • intensiven Kontakten mit Covid-Erkrankten. Zum Beispiel Pflegende, Ärzte usw.

Manchmal kommt sogar irgendwie alles zusammen.

Es gab also recht schnell einen sehr hohen Bedarf an einer klaren Empfehlung.

Da in den USA das Infektionsgeschehen anhaltend intensiv war und dort die Stillenden häufig schon früh wieder berufstätig sind, war dort die Not nach richtungsweisenden Aussagen sehr schnell hoch.

Die amerikanische Arzneimittelbehörde lies es völlig offen, ob sich Schwangere und Stillende impfen lassen sollen. Auch irgendwie kein schönes Gefühl. Denn: wer ist schon Experte für Biochemie und kann die Wirkmechanismen selbst einschätzen?

Großes Aufatmen also über die Stellungnahme der Academy of Breastfeeding Medicine (ABM) bezüglich der mRNA-Impfstoffe und der klaren Aussage, nicht abzustillen.

The Academy of Breastfeeding Medicine does not recommend cessation of breastfeeding for individuals who are vaccinated against COVID-19.

Quelle: ABM – https://abm.memberclicks.net/abm-statement-considerations-for-covid-19-vaccination-in-lactation

Darüber hinaus auch der Hinweis, dass die möglichen Vorteile, aber auch die Risiken einer Stillunterbrechung oder des Abstillens entsprechend betrachtet werden müssen. Ebenso wie die Vorteile des Weiterstillens.

Darauf verweisen zwischenzeitlich auch die DGGG in ihrer gemeinsam mit mehreren Fachgesellschaften erstellten Stellungnahme.

Bei erhöhtem Sicherheitsbedürfnis der Stillenden kann eine individuelle Festlegung eines still-freien Zeitraums von ein bis drei Tagen nach der Impfung in Erwägung gezogen werden. Internationale Empfehlungen sehen hier jedoch keine Notwendigkeit für die Verzögerung eines Stillbeginns, einer Stillunterbrechung oder des Abstillens nach Impfung.

Quelle: DGGG – https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/hinweise-zur-impfung-von-stillenden-frauen-gegen-sars-cov-2-1284/

Und kommt zu dem Fazit:

Der potenzielle Nutzen der Impfung überwiegt bei Stillenden mit erhöhtem COVID-19-Risiko die theoretischen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Impfung deutlich.

Quelle: DGGG – https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/hinweise-zur-impfung-von-stillenden-frauen-gegen-sars-cov-2-1284/

Wobei auch darauf hingewiesen wird, dass es zwar noch nicht nachweislich, aber vermutlich sogar zu einer passiven Immunisierung vom stillenden Kind kommen kann.

Anders als bei der ABM wird in der deutschsprachigen Stellungnahme keine Einschränkung der Impfstoffarten gemacht.

Welche unterschiedlichen Mechanismen Impfstoffe nutzen, erklärt der Molekularbiologe Martin Moder

Allerdings wird aktuell eingeschränkt bei welchen Stillenden geimpft werden kann – nämlich…

Der Entwicklungs- und Gesundheitsnutzen des Stillens sollte dabei zusammen mit dem klinischen Bedarf der Frau an einer Immunisierung gegen COVID-19 (in Abhängigkeit von Risikofaktoren für eine SARS-CoV-2-Infektion/schwere COVID-19) berücksichtigt werden, und über das Fehlen von Sicherheitsdaten für den Impfstoff bei stillenden Frauen soll informiert werden.

Quelle: DGGG – https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/hinweise-zur-impfung-von-stillenden-frauen-gegen-sars-cov-2-1284/

Leider wird nicht konkretisiert, wie persönliche Situationen zu bewerten sind – das kann eben nur im Einzelgespräch für die individuelle Situation jeder einzelnen Stillenden besprochen werden. Das muss also Kern der Aufklärungsgespräche sein. Dazu braucht es einen Arzt, der sowohl Kenntnis über deine klinischen Risiken hat, als auch eben die Impfaufklärung machen kann.

„Vor allem bei persönlichen, durch Komorbiditäten oder Exposition bedingten Risiken für einen schweren COVID-19-Verlauf wie vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem sowie Gestationsdiabetes, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen und Adipositas überwiegt der potenzielle Nutzen der Impfung die theoretischen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der
Impfung deutlich“

Quelle: Gemeinsame Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Nationalen Stillkommission (NSK) Impfung von stillenden Frauen gegen SARS-CoV-2
https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Themen/Stillkommission/Empfehlung_Impfung_Covid_Stillen_final.pdf

Das bedeutet in Deutschland aktuell auch, dass auch bei berufsbedingt berechtigten Personengruppen noch keine einheitliche Impfempfehlung vorliegt. Anders als in Amerika, wo es bereits zu Beginn der Impfungen ausschließlich der persönlichen Entscheidung der Stillenden die einen Wunsch hat geimpft zu werden oblag.

Die Empfehlung in Österreich lautet klarer befürwortend für eine Impfung gegen Sars-CoV-2 in der Stillzeit:

Die Impfung soll und kann stillenden Frauen empfohlen werden und stellt keinen Grund dar, die
Stillzeit vorzeitig zu beenden. Durch die Impfung gebildete Antikörper gegen eine Infektion mit SARSCoV2, welche durch die Muttermilch auf das Neugeborene übertragen werden, sind als potentiell
schützend anzusehen.
Es gibt momentan keine ausreichenden Daten, welche die Anwendung während der Stillzeit erlauben,
es existieren jedoch keinerlei Hinweise für potentiell negative Auswirkungen.

Quelle: OEGGG Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
https://www.hebammen.at/wp-content/uploads/2021/01/Stellungnahme-COVID-19-Impfung-f%C3%BCr-Frauen-mit-Kinderwunsch-Schwangere-und-stillende-Frauen-VNR-090121.pdf

Seit Ende Februar findet man nun auch in der aktualisierten Version vom Informationspapier zu Mutterschutz und SARS-CoV-2 des BMFSFJ (vollständige Version hier) den Hinweis:

„Soweit stillende Beschäftige aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeiten einen Anspruch auf Impfung gegen COVID-19
haben sollten, ist zu berücksichtigen, dass zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe in der Stillzeit aktuell keine
Daten vorliegen. Eine Impfung von Stillenden wird daher mangels ausreichender Datenlage nicht von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Die STIKO hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter
während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt. Im Rahmen der partizipativen Entscheidungsfindung
kann eine Impfung der stillenden Frau nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vorgenommen werden.“

Quelle: Informationspapier zu Mutterschutz und Sars-CoV-2 des BMFSFJ
https://www.bmfsfj.de/resource/blob/173850/529367c19d2daf3bcec8d382716c8969/20210226-informationsblatt-schwangere-corona-data.pdf

#2 – Meine Meinung zur Corona-Impfung in der Stillzeit

„Tabea, kannst du mir sagen, was du zur Corona-Impfung in der Stillzeit denkst? Es geht mir gar nicht um eine sichere Aussage. Aber was ist denn deine persönliche, professionelle Meinung.“

Solche Nachrichten erreichen mich in meist sehr ähnlichem Wortlaut.

Einen Begriff, den meine Ausbilderinnen vom Europäischen Institut für Laktation und Stillen in der Examensvorbereitung intensiv prägten, was „eminenzbasiert“. Im Gegensatz zu „evidenzbasiert“ = auf Basis wissenschaftlicher Fakten, beschreibt eminenzbasiert die Empfehlung Kraft eigener Arroganz.

Wir hören gern auf Leader. Und Leader in der Medizin tragen meist einen weißen Kittel.

Als ich vor fast 7 Jahren diesen Blog gegründet habe, war mein fester Entschluss, dass ich nicht im weißen Kittel auftreten werde. Obwohl ich das bei anderen gesehen habe.

Auch heute sehe ich das bei anderen – und es heißt nicht automatisch, dass die Infos dort NICHT fundiert seien.

Inzwischen wissen ein paar mehr Leute als damals, vor 7 Jahren, was sie von mir halten mögen oder nicht halten mögen. Plötzlich wird sie also nachgefragt – meine Meinung.

Wie schön wäre es, die Impfentscheidung nicht selber treffen zu müssen, sondern sich einfach einer Empfehlung eines Menschen anzuschließen, den man nett findet. Oder gegen die Empfehlung eines Menschen, den man doof findet.

Die Entscheidung trifft man natürlich immer selber, aber es fühlt sich vielleicht einfacher an. Klarer.

Doch das kann ich dir hier nicht anbieten.

Sobald dir ein Zugang zur Impfung möglich ist, kannst du nur selbst entscheiden.

Meiner Meinung nach haben wir einen großen Vorteil, weil aktuell so viele Menschen gleichzeitig auf wenige Impfstoffe zugreifen. Die Datenlage ist schnell sehr breit. Weltweit.

Natürlich ruckelt es da auch mal mit erschreckenden Nachrichten (wie gerade heute, während ich diesen Text schreibe). Dass z.B. die Verimpfung vom AstraZeneka-Impfstoff ausgesetzt wird in Deutschland, weil einige Fälle von Thrombosen gab,… da bin ich froh, dass es Wissenschaftler wie Martin Moder gibt, die ganz schnell die Fakten auf den Punkt zusammenbringen:

Meine persönliche Meinung tut also nicht so arg viel zur Sache.

Wie du allerdings selbst merkst, stelle ich die Impfung nicht generell in Frage.

In den ersten Wochen bin ich noch angegangen worden, weil ich überhaupt über die (nicht per Zulassungsverfahren zugelassene) Impfung nicht kritisch-ablehnend berichte, sondern eher offen. Das hat vermutlich mit der beruflichen Erfahrung zu tun, dass wir in der Neonatologie (also der Versorgung der Frühchen) ständig mit für diese kleinen Menschen nicht per Zulassungsverfahren freigegebenen Medikamenten arbeiten mussten.

Auch war ich in beiden meiner Schwangerschaften auf ein Medikament im sogenannten off-label-use angewiesen, bei dem man auf – gemessen an den Zahlen, die wir jetzt zur Impfung haben – extrem wenige Daten zurück greifen konnte.

Ich vermute auch vor dem Hintergrund der zügigen Impfstoffentwicklung keine Verschwörung oder etwas anderes, weil ich dazu keinerlei Anlass sehe.

Dazu verlinke ich weiter unten gern auch noch weitere Lesetipps.

Mein eigenes Steckenpferd ist dann eher, dir zu erklären, wie du geschickt damit umgehst, wenn du deine generelle Impfentscheidung getroffen hast.

#3 – Tipps und Vorgehen, wenn du in der Stillzeit berechtigt für die Corona-Impfung bist

Also – ich gehe jetzt davon aus, du hast dir deine persönliche Meinung gebildet. Und du hast eine Entscheidung für die Impfung getroffen.

Außerdem ist der Zeitpunkt gekommen, an dem dir die Impfung zur Verfügung steht.

Vor der Impfung

  • Drucke dir den kompletten Text der DGGG aus und markiere dir relevante Stellen
  • Besprich mit Hausarzt / Gyn vorab die Impfung und lass dir eine schriftliche Mitteilung (ggf. Privatleistung, Nachfragen bei Krankenkasse ob Rechnung eingereicht werden kann) für das Impf-Team
  • vereinbare deinen Impftermin
  • Stillen auf Nachfrage korrekt angeben (Daten-Erfahrungsvolumen mit Stillenden erhöhen).
  • Bei elektronischen Systemen, die die Anmeldung bei der Angabe „Schwangerschaft“ oder „Stillen“ verhindern telefonisch nachfragen für regionales Procedere

Tag der Impfung

  • Nimm alle Unterlagen mit (DGGG-Ausdruck, Nachweis Gyn / Hausarzt)
  • Lass dir die Impfung in den Arm geben mit dem du dein Kind weniger trägst

Direkt nach der Impfung

  • Ringsling zur Trageunterstützung
  • Nebenwirkungen einkalkulieren, Ruhe ermöglichen
  • Betreuung vom Kind gewährleisten
  • Stillverträgliche Medikamente (Ibuprofen / Paracetamol siehe Embryotox) bei Impf-Nebenwirkungen wie Schmerzen oder Fieber nutzen

Es gibt keinerlei (!) Hinweise, dass Abstillen oder eine Stillpause irgendeinen Vorteil hätte. Auch das Auftreten von impftypischen Wirkungen wie Mattheit / Unwohlsein, Fieber, Gliederschmerzen sind kein Grund für eine Stillpause!

Aus stillberaterischer Sicht ist das dann notwendige Abpumpen darüber hinaus eine zusätzliche Belastung für den Körper. Das Abpumpen ist darüber hinaus häufig weniger effektiv zur Entleerung der Brust, womit du einen Milchstau riskierst.

Zusätzlicher Stress durch eine aufgezwungene Stillpause kann euch diese Tage zusätzlich erschweren. Wo es derzeit keinerlei Anlass zur Annahme gibt, dass dies notwendig wäre.

Quelle (engl.) – Academy of Breastfeeding Medicine

Einige Zeit nach der Impfung

Für einen wachsenden Datenschatz hilfst du mit deiner Info über Impfverlauf ans Embryotox – dabei wird unterschieden ob du stillend oder schwanger geimpft wurdest:

  1. Für Schwangerschaften wird gerade eine umfassende Datenerhebung gemacht. Kontaktiere das Embryotox am besten bereits vor der Impfung.
  2. In der Stillzeit NUR bei unerwünschten Nebenwirkungen beim Stillkind gesammelt. Die Annahme aufgrund der bio-chemischen Eigenschaften ist, dass keine Reaktionen beim Stillkind zu erwarten sind. Werden doch unerwünschte Wirkungen beobachtet, werden diese Berichte beim Embryotox gesammelt.
    Mitteilung erfolgt per Fax oder eMail ans Embryotox, am Besten über den aufklärenden Arzt.

Was tun, wenn dein Frauen- / Hausarzt sich gegen deine Impfentscheidung stellt?

Die Aufgabe des Arztes deines Vertrauens ist, dich sachlich auf Basis des Kenntnisstandes aufzuklären. Deshalb ist es gut, wenn du bereits selbst Sachinfos schriftlich dabei hast. Es geht nicht darum, dass du dich einfach aus Angst impfen lässt, sondern aus einer auf Fakten basierenden Entscheidung.

Dein Arzt muss deine Entscheidung also nicht gutheißen, sondern es kann bereits helfen, wenn er dir attestiert, dass er dich über Nutzen und Risiken zur Sars-CoV-2-Impfung aufgeklärt hat.

Darüber hinaus hast du freie Arztwahl und kannst dein Anliegen sonst auch mit einem weiteren Arzt besprechen.

Was tun, wenn der impfende Arzt die Impfung verweigert?

Sind wir mal ganz ehrlich…

Die Infoflut rund um Corona ist explodiert und undurchsichtig. Auch für Fachkräfte.

Da sie diejenigen sind, die eine sichere Aufklärung gewährleisten müssen und häufig wenig übers Stillen wissen, fällt es ihnen oft schwer eine inkludierende Aufklärung anzubieten. Rechtssicherheit ist ein Schlagwort, das du im Hinterkopf wissen musst.

Du kannst dir selbst helfen, indem du so viele Infos aus Sachquellen schriftlich vorbereitet hast und den Kontakt zum embryonaltoxikologischen Institut vorbereitet hast. Dazu gibt es auf der Webseite vom Embryotox ein Formular (Stillzeit = zurückliegende Schwangerschaft) zum herunterladen, welches du bereits mit den dir vorliegenden Infos ausfüllen kannst. Notiere dir auch deren Telefonnummer. Die Hotline ist in der Stillzeit nur für die Beratung von Fachkräften verfügbar.

Dort können sich die impfenden Ärzte persönlich rückversichern und auch per FAX eine schriftliche und rechtlich absichernde Information zukommen lassen.

Solltest du eine Stillpause nach der Impfung einhalten?

Einige Ärzte und manchmal wohl auch die Expertenberatung vom Embryotox, weisen auf die Möglichkeit einer Stillpause hin. In der Praxis ist dies häufig nicht durchführbar, ohne weiterführende Stillprobleme oder ein ungewolltes Abstillen zu riskieren. Deshalb ist es wichtig eine gründliche Risiko-Nutzen-Abwägung zu machen.

Die Stellungnahme der DGGG hierzu:

„Bei erhöhtem Sicherheitsbedürfnis der Stillenden kann eine individuelle Festlegung eines still-freien Zeitraums von ein bis drei Tagen nach der Impfung in Erwägung gezogen werden. Internationale Empfehlungen sehen hier jedoch keine Notwendigkeit für die Verzögerung eines Stillbeginns, einer Stillunterbrechung oder des Abstillens nach Impfung“

Quelle: DGGG – https://www.dggg.de/presse-news/pressemitteilungen/mitteilung/hinweise-zur-impfung-von-stillenden-frauen-gegen-sars-cov-2-1284/

Bedeutet also, dass dir das gar nicht empfohlen werden sollte und es nicht notwendig ist, du aber natürlich die Möglichkeit hast, die Impfung gegen Sars-CoV-2 mit einer Stillpause zu verbinden.

Du kennst eure Stillbeziehung am Besten und wenn du merkst auch selbst am Besten, wenn du diese Entscheidung doch ändern möchtest, um doch früher wieder zu stillen.

Aussagen von Ärzten die mir zugetragen wurden und wie sie zu bewerten sind:

Ich kann für die folgenden Aussagen nicht verifizieren, ob sie exakt so stattgefunden haben – ich greife lediglich Aussagen auf, von denen mir Stillende berichten, dass diese Ihnen gegenüber so getätigt wurden.

„Wenn Sie noch stillen, darf ich Sie nicht impfen.“

Eine Impfung ist laut RKI / STIKO nicht verboten.

Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden.

Die STIKO hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Stand: 29.01.2021

Quelle: RKI – https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

Hast du noch weitere ergänzende Tipps, Hinweise oder Erfahrunge? Schreib sie bitte in die Kommentare!

#4 – Weitere Fragen zur Corona-Impfung

Natürlich gibt es auch viele weitere Fragen rund um die Corona-Impfung.

Darf man sich gegen Sars-CoV-2 impfen lassen, wenn man gerade schwanger ist?

Das RKI weisst für die Schwangerschaft ganz klar auf die Notwendigkeit einer ausführlichen Aufklärung mit individueller Risiko-Nutzen-Abwägung hin.

Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe (mRNA-Impfstoffe oder Vektor-basierter Impfstoff) in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell keine Daten vor, daher empfiehlt die STIKO die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht. Eine akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden.

Stand: 29.01.2021

Quelle: RKI – https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

Das bedeutet, dass es in Deutschland gerade keine klare Antwort für die Schwangerschaft gibt.

Schwangere wurden in den Impf-Studien bewusst ausgeschlossen. Dass das gar nicht so unüblich ist, wird von Prof. Dr. Carsten Watzl (Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie sowie wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund) im Interview mit Marc Raschke hier ab Minute 21:58 erklärt:

Corona-Impfung & Immunsystem – Experteninterview

Das Interview ist in Gänze sehr sehenswert!

Beim Embryotox werden gerade Daten gesammelt um so bald wie möglich valide Datenbestände zur Verträglichkeit und Sicherheit von Sars-CoV-2-Impfungen zu haben. Da Schwangere direkt beim Embryotox Beratung erhalten können, kannst du dich bei Fragen zu Impfung und Medikamenten während einer Schwangerschaft direkt dort melden.

In Österreich ist die Empfehlung auch in der Schwangerschaft dann befürwortet, wenn durch Vorerkrankungen ein zusätzlich erhöhtes Risiko eines schweren Covid-Erkrankungsverlaufes gegeben ist:

Schwangeren Frauen, welche aufgrund ihrer bereits bestehenden Erkrankungen, zu einer Risikogruppe zählen, sollte nach entsprechender Aufklärung, eine Impfung während der Schwangerschaft nahegelegt werden. Hierzu zählen die Risikofaktoren wie: arterielle Hypertonie, Adipositas, Diabetes Mellitus Typ 1 und Typ 2, schwere Asthmaerkrankungen/Atemwegserkrankungen, chronische Autoimmunerkrankungen mit immunmodulierender Medikation, schwere kardiovaskuläre Erkrankungen (siehe auch Literaturstelle 1, Tabelle 2: Vorerkrankungen oder körperliche Gegebenheiten mit Risiko für schweren Verlauf von COVID-19).

Quelle: OEGGG
https://www.hebammen.at/wp-content/uploads/2021/01/Stellungnahme-COVID-19-Impfung-f%C3%BCr-Frauen-mit-Kinderwunsch-Schwangere-und-stillende-Frauen-VNR-090121.pdf

Ausführlich in der Stellungnahme der Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe nachzulesen hier.

Impfung von 2 Kontaktpersonen als Schutz von Schwangeren in Deutschland

Darüber hinaus haben in Deutschland ab Impfbeginn der Impfgruppe 2 bundesweit 2 Kontaktpersonen Anspruch auf eine Impfung, auch wenn sie normalerweise noch nicht an der Reihe wären.

Wer in welcher Gruppe Anspruch auf die Impfung hat, findest du hier im Detail aufgelistet bei der Bundesregierung.

Eine Bescheinigung dafür ist wieder föderal geregelt – in Baden-Württemberg kann man sich die z. B. hier herunterladen. Wie das in deinem Bundesland ist, müsstest du mal schauen. (Und kannst es dann gern in die Kommentare schreiben / verlinken, wenn du es gefunden hast)

Sind Impfungen in der Kinderwunschzeit sinnvoll?

Die Impfung gegen die Covid-Erkrankung wird in der Kinderwunschzeit als sehr sinnvoll erachtet. Der Verlauf von Covid-Erankungen bei schwangeren Frauen ist häufiger schwer als bei nicht-schwangeren. Ebenso scheint die Schwangerschaftskomplikation der Praeklampsie erhöht zu sein.

Da eine Impfung in der Schwangerschaft derzeit (länderabhängig unterschiedlich) noch vermieden wird, ist die Empfehlung den Kinderwunsch bis zum Zeitpunkt der 2. erfolgten Impfung zu pausieren. Das hat allerdings eher den Hintergrund, dass die 2. Impfung sonst möglicherweise nicht durchgeführt wird.

Die Sorge, dass die Impfung die Fertilität negativ beeinflusst beruht auf einer Falschmeldung. Martin Moder spoilert in der Videobeschreibung mit der Info auch nach der Impfung bitte weiter zu verhüten. Ausführlich erklärt hier:

Wie hängen viele Jahre Forschung und plötzliche Zulassung zusammen?

Zuerst hieß es: „Wie kann es sein, dass eine Pandemie aufploppt und *zack* nicht mal 12 Monate später hat man einen Impfstoff.“

Die Antwort in meiner Beobachtung war: massive, intensive Forschung. Mehrere hundert Forscherteams, die mit unterschiedlichen Impf-Ansätzen geforscht haben. Viele Gelder, die international in die Forschung geflossen sind. Aber sicher war auch die Abnahmegarantie im Falle einer Zulassung für einige Firmen nochmal ein immenser Motor.

Bei Quarks wird erklärt, wie die Impfzulassung normalerweise funktioniert und warum das so lange dauert eine Zulassung zu bekommen. Ebenso, was nun passiert ist, dass es „plötzlich“ so schnell ging mit den ersten Zulassungen (die Zulassungen in Deutschland sind aktuell <1% gegenüber den Impfstoffen die sich in der Entwicklung befinden).

Ebenso wird erklärt, was diese schnelle und dennoch reguläre Zulassung von einer Notzulassung unterscheidet.

Ganz ausführlich zum lesen bei Quarks.

Was ist mit Langzeitfolgen einer Impfung?

Es gibt die Sorge, dass eine Impfung, mit der noch so wenig Erfahrung gesammelt werden konnten, auch keine Langzeitfolgen abschätzbar sind. Martin Moder erklärt, welches Missverständnis bei dieser Sorge vorliegt und wie das Risiko einer seltenen, unerwünschten Impfnebenwirkung einzuschätzen ist.

Behauptungen / Falschmeldungen, mit denen sich Mamas in meiner Community beschäftigt haben

Mehr als jemals zuvor verunsichern viele Behauptungen unsere Entscheidungen.

Da bin ich sehr dankbar über alle Journalisten, Experten, Reporter uvm. die zu Behauptungen einen Faktencheck bieten.

Faktencheck-Liste:

  • Behauptung: „Impfstoffhersteller würden nicht über mögliche Nebenwirkungen informieren und keine Haftung für mögliche Impfschäden übernehmen.“ – Faktencheck bei Correktiv: „Falsch. Impfstoffhersteller informieren über Inhaltsstoffe sowie mögliche Nebenwirkungen und können bei möglichen Impfschäden haften.“

Konntest du noch keine Antworten auf deine Frage finden in deiner Recherche? Vielleicht finden wir gemeinsam eine – schreib sie gern in die Kommentare.

Was für eine irre Zeit in der wir leben – ich bin froh, dass es so aussieht, dass unsere weltweit intensiv arbeitenden Wissenschaftler anders als bei früheren Pandemien connected sind und an Lösungen arbeiten.

Pass gut auf dich auf,
Deine
Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin
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16 Kommentare

  1. Eva sagt

    Kann man sich denn auch irgendwo melden, wenn man beim Impfen nicht angegeben hat, dass man stillt? Wäre ja vielleicht für eine Stelle für die Daten gut?

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Hallo Eva,

      fände ich auch mega, aber in meinen Recherchen gab es leider bisher nur die Info, dass man sich bei UAW beim Stillkind (siehe Blogartikel oben) beim Embryotox melden kann – nicht wenn alles gut war. Verstehe noch nicht ganz, warum nicht auch anders herum. Ich bleibe dran.

      Lg
      Tabea

  2. Franziska Reif sagt

    Ich habe vor ein paar Tagen bei der Infohotline für Coronaimpfungen angerufen, weil ich mich gern impfen lassen möchte. Ich stille und habe mich vorher auch schon informiert. Ich bin Berufsschullehrerin und habe Bluthochdruck und muss im Juli wieder anfangen zu arbeiten. Der nette Herr am Infotelefon hat mir geraten, vorher nochmal miz meinem Hausarzt zu sprechen. Aber für mich persönlich steht der Nutzen dieser Impfung weit vor irgendwelchen Risiken. Ich gehöre zur Geuppe 3 und hoffe, dass der in meinen Augen überflüssige Impfstopp bald aufgehoben wird.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Franziska,
      am Beispiel von Lea ist gut zu erkennen, dass mündliche Aussagen meist nicht viel bringen.
      Nutz die Zeit ruhig, um dir ein Schriftstück vom Hausarzt mitgeben zu lassen, in dem steht, dass du aufgeklärt wurdest über die Risiken.

      Vg
      Tabea

  3. Lea sagt

    Hallo Tabea,

    Vielen Dank für deinen Artikel!
    Ich möchte gerne meine Erfahrung als Stillende im Impfzentrum teilen.
    Ich habe einen 22 Monate alten Sohn, den ich noch nachts stille. Aufgrund meines Berufes habe ich vergangene Woche eine Impfung mit Astrazeneca angeboten bekommen. Für mich war ganz klar, dass ich geimpft werden möchte. Ich war mir allerdings unsicher, ob ich dann noch weiter stillen kann. Abstillen war für mich immer mal Thema, der Moment wäre aber gerade nicht so passend, da wir mitten in der Eingewöhnung bei der Tagesmutter sind.
    Mein Mann und ich haben also erstmal zum Thema gegoogelt und die Stellungnahme der StIKo und der DGGG gefunden. Da wir aber gerne noch eine Meinung eines Mediziners hören wollten und die Entscheidung ob ich abstille oder nicht, nicht erst am Impftag treffen wollten, habe ich in der Kinderarztpraxis nachgefragt. Diese hat mich an die 116117 verwiesen. Dort habe ich mich mit dem Gesundheitsministerium verbinden lassen. Der Mitarbeiter hat mir dann die Stellungnahme der StIKo vorgelesen und gesagt, ich müsse alles weitere mit dem Impfarzt beim Impftermin besprechen, es gäbe aber kein Verbot Stillende zu impfen.
    Ich habe dann noch bei meiner Gynäkologin nach gefragt, die sagte „Es gibt keinen Grund, sich während dem Stillen nicht impfen zu lassen“.
    Mein Mann und ich haben dann alles besprochen und entschieden (da wir immer lieber auf Nummer sicher gehen, was unser Kind anbelangt), dass ich nach der Impfung weiter stillen will, es sei denn der Arzt im Impfzentrum äußert klare Bedenken. In diesem Fall würde ich nach der Impfung direkt abstillen.

    Nun hatte ich also meinen Termin im Impfzentrum und fühlte mich sehr sicher, in jedem Fall geimpft zu werden. Den Anamnesebogen habe ich wahrheitsgemäß ausgefüllt.
    Im Impfraum erwarteten mich dann 2 Ärztinnen, die den Anamnesebogen durchgingen. Als klar war, dass ich stille, riefen sie einen weiteren Arzt hinzu. Dieser sagte „Während dem Stillen darf man nicht impfen!“. Ich erzählte dann von meinen Recherchen. Seine Antwort war „Dieser Impfstoff hat einen Beipackzettel, in dem steht es dürfe nicht geimpft werden bei Stillenden“. Eine der anderen Ärztinnen meinte bei schwerwiegenden Vorerkrankungen könnte man abwegen, eine berufliche Indikation reiche nicht aus.
    Darauf hin habe ich gesagt, „Okay dann stille ich jetzt ab“.
    Der Arzt zog das ins lächerliche, er meinte zu mir, wenn das Kind nachts schreien würde und mein Mann dann sagen würde „ach komm“, dann würde ich ja doch stillen.
    Nach einiger Diskussion schloss er damit, dass er mich heute auf gar keinen Fall impft und ich mich ja, wenn ich abgestillt hätte, noch mal um einen Termin bemühen könnte.
    Ich war erstens ziemlich geschockt darüber, wie ich dort behandelt wurde und zweitens auch sehr verzweifelt, weil ich mir die Impfung so sehr gewünscht habe und mir nicht sicher war, ob ich zeitnah noch einmal die Möglichkeit dazu habe.

    Nach 4 Stunden telefonieren, habe ich mir dann gestern einen neuen Impftermin besorgen können, der dann einige Stunden später wegen des Aussetzens des Impfstoffes wieder abgesagt wurde….

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Liebe Lea, oh nein, was für eine Odyssee!
      Und das trotz so sorgfältiger Vorbereitung.
      Aber ja – ohne schriftliche Unterlagen ist es häufig wirklich problematisch, deshalb empfehle ich die für alle Beteiligten letztlich hoffentlich stressfreiere und zeitsparende Variante, die entsprechenden Informationen schriftlich dabei zu haben.

      Letztlich ist das allerdings keine Garantie.
      Hoffentlich kann sich bald alles in euer Interesse lösen lassen.

      Lg
      Tabea

  4. Tatjana sagt

    Als mein Impfangebot kam habe ich mich schlau gemacht, bin auf das Schreiben der DGGG gestoßen und habe den gleichen Schluss gezogen: eine Impfung birgt mehr Vorteile als Risiken.
    Da ich nicht von den Launen des Impfarztes abhängig sein wollte, habe ich mich an meinen Gyn gewand. Dieser hat mir ein grünes Attest ausgestellt (ähnlich wie der Schrieb für den Arbeitgeber, wenn man schwanger ist. Kostenpunkt 5€).
    Der impfende Arzt ist auf das Stillen dann gar nicht eingegangen, sicher dank des DGGG Schreibens und dem Attest. Beides wird ja mit abgeheftet.
    Während ich die gleichen Auswirkungen hatte wie nach der letzten Tetanus Impfung (einen Tag Gliederschmerzen und Schüttelfrost) war mein 2jhrg Stillkind putzmunter.

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Danke Tatjana für deinen Erfahrungsbericht und unseren Austausch vorab!
      Lg Tabea

  5. Franziska Risch sagt

    Danke für diese ausführliche Stellungnahme!
    Ich war am Mittwoch beim Impfen und völlig überrumpelt von der Aussage, dass ich als Stillende nicht geimpft werden dürfe. Ich Stille nur noch sehr wenig, abends und morgends und mein Kind ist schon 3 Jahre alt. Dies habe ich so gesagt, woraufhin man mir sagte, dann solle ich ab sofort einfach aufhören zu stillen, das Ki d sei ja alt genug. Ich stimmte zu und wurde geimpft, mir kamen aber die Tränen als ich an dieses aprupte unvorbereitete Stillende dachte….. Zuhause habe Ich dann nochmal ausführlich recherchiert und mich dafür entschieden weiterzustillen und unser eigenes Individuelles Abstilltempo zu gehen

  6. Britta Oettel sagt

    Ich lebe im England und mir wurde vor ein paar Wochen die Impfung angeboten. Ich habe mich im Vorfeld informiert und beschlossen, dass ich trotz Stillens die Impfung möchte und dass ich deswegen auch nicht abstillen werde.
    Hier war es vor Ort so, dass man zu erst ein kurzes Gespräch mit einer nurse hatte, die mit einem Vorerkrankungen und eventuelle Nebenwirkungen durchgegangen ist. Sie hat gefragt ob ich schwanger sei, vorhabe schwanger zu werden oder stille und als ich sagte ich stille meinte sie, gut, dass sei kein Problem. Danach gingen es zu zwei Ärztinnen, die haben ebenfalls noch einmal die Nebenwirkungen angesprochen und mir ebenfalls gesagt, dass Stillen kein Problem sei und ich nicht abstillen oder aussetzen solle. Sie meinten, dass mein Kind eventuell sogar einen gewissen Schutz von mir mitbekommen könnte. Aber das wisse man nicht.
    12 Stunden nach der Impfung mit astrazeneca hatte ich Schmerzen an der Einstichstelle und mir ging es dann ziemlich schlecht mit Fieber und Schüttelfrost. Das war aber nach einem Tag wieder weg. Seit dem ging es super außer dass die Einstichstelle noch etwas geschmerzt hat aber das hatte ich nach jeder Impfung. Meiner Tochter (10 Monate) ging es die ganze Zeit über prima. Sie ist putzmunter.
    Noch ein positiver Nebeneffekt für mich, seit der Impfung benutzt ich kein Nasenspray mehr, von dem ich vorher sehr abhängig war.

  7. Yasmin sagt

    Vielleicht ist mein Erfahrungsbericht zur CoV-SARS-2-Impfung für den ein oder anderen interessant: ich wurde Mitte Februar im Urlaub von der Arbeit angerufen, das Impfmobil sei bei uns, man hätte nichts davon gewusst, ob ich denn auch kommen wolle zur Impfung. Also ins Auto gesprungen und hin. Der impfende Arzt stellte mir die Fragen vom üblichen Fragebogen. „Sind sie schwanger oder Stillen sie?“ – Ja, das tue ich, aber das ist ja kein Problem. Er meinte dann, stimmt, alles ok, kann aber sein, dass die Impfreaktion etwas stärker ausfällt, das hätten sie jetzt einige Male gehabt. Das war dann bei mir ebenfalls so. Anfang März war ich wegen Krebsvorsorge und anhaltenden KiWu beim Frauenarzt. Was ich tatsächlich nicht auf dem Schirm hatte, was aber grundsätzlich ganz logisch ist: mit dem Kinderwunsch soll ich bis einen Zyklus nach der Zweitimpfung aussetzen. Schwanger dürfte ich die Zweitimpfung nicht erhalten. 😊 liebe Grüße

    • Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin sagt

      Guter Punkt – dazu sollte ich noch was ergänzen. Danke Yasmin

  8. Sandra sagt

    Hallo,

    Ich habe mich gestern mit Biontech impfen lassen, da ja AstraZeneca im Moment pausiert. Habe für mich entschieden eine Stillpause von 2 Tagen einzulegen. Hatte bisher keine Nebenwirkungen und die Stillpause ist auch kein Problem.

    Liebe Grüße
    Sandra

  9. Stefanie sagt

    Meine Erstimpfung war schon Mitte Januar und das Angebot kam sehr plötzlich! Ich habe eine durchwachte Nacht gebraucht um mich für die Impfung zu entscheiden (Stillkind 15 Monate alt, vorrangig nur noch morgens/abends/nachts noch stillend wegen Berufstätigkeit).
    Ich hatte mich auf Gegenwind vorbereitet, aber hatte vermutlich das Glück, dass ich von den ärztlichen Kollegen geimpft wurde und nicht in einem Zentrum. Die waren da dann ganz entspannt im Sinne von „wenn du uns den Aufklärungsbogen unterschreibst, dann ist das deine Entscheidung“.
    Kurz vor dem Impftermin war das Aufklärungsblatt zum Glück überarbeitet worden. Im Dezember wurden da Stillende und Schwangere noch zusammengefasst beschrieben. Im Januar stand dann schon drin, dass Auswirkungen beim Stillen „nicht wahrscheinlich“ seien.

    • Stefanie sagt

      Achso, und ich hatte absolut GAR KEINE Nebenwirkungen. Dem Kind war auch nichts anzumerken.

  10. Nathalie sagt

    Hallo, ich wollte noch etwas positives zum Thema impfen und stillen beitragen. ❤️

    Ich hatte ein tolles Gespräch mit meinen Kinderarzt, der stand stand voll dahinter sich in der Stillzeit impfen zu lassen und empfahl es mir auch, es ist nichts negatives bekannt und bestenfalls kann man diese Krankheit nicht mehr „mit nach Hause bringen“ zusätzlich zu der Möglichkeit dem Kind antikörper zu geben schützen wir es also zusätzlich indem wir uns selbst bestenfalls nicht mehr anstecken. Ich finde alleine das ist schon ein riesiger „pro-Punkt“ für alle Impfwilligen! Mein Kinderarzt kennt sich allgemein sehr gut mit dem stillen aus, so sehr dass ich jedes mal ganz baff bin, ich wünsche all den Mädels da draußen auch so einen Arzt. 😊

    Ich selbst habe meine Impfung ein Tag nach dem Gespräch bekommen und sofort weiter gestillt, der Maus geht es prächtig.

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