Geburt
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Warum deine Geburt nicht perfekt werden wird

perfekte geburt

Du denkst, du bist gut vorbereitet?

Deine Geburt wird perfekt sein. Zumindest so perfekt wie möglich.

Die Geburtstasche ist gepackt. Die richtige Musik ist gewählt. Der Geburtsvorbereitungskurs macht dir Spass. Das Kinderzimmer ist längst eingerichtet und die gemütliche Ecke in der du zukünftig Stillen möchtest ebenso.

Wie komme ich also dazu zu behaupten, dass deine Geburt nicht perfekt wird?

1. Weil du mit Menschen arbeitest, die andere perfekte Geburts-Pläne haben als du

Viele Gedanken hast du dir gemacht, wo du dein Kind zur Welt bringen möchtest.

Du warst auf den Infoabenden der 2 oder 3 Kliniken. Hast überlegt mit einer Hebamme 1:1 zu arbeiten. Dann wurde dir zwischen Vorbereitung und Arbeit irgendwann alles zu viel und du hast dich halt doch bei der nächstmöglichen Klinik angemeldet.

Nett eingerichtet ist es da ja auch.

Die Referenten hörten sich nett an.

Sie haben gesagt, dass du über alles bestimmst, was passiert.

Doch du hast etwas vergessen. Du warst auf einer Werbeveranstaltung. Es gab kostenlose Getränke, Knabbereien und genau die Informationen, die preisgegeben werden sollten.

Reicht das Stillen?!

Trag dich gleich ein für regelmäßige Infos zu Blogartikeln und Kursen.

Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Werdende Eltern wünschen sich zu wissen, wo sie die Geburt erleben. Die Kreissaalführung war daher sowieso mit das Wichtigste an diesem Abend.

Ein Blick in das Gebärzimmer im schummrigen Licht. Sogar ein gemütliches Holzbett stand im Wehenzimmer. Hübsch gerichtet mit einer Tagesdecke.

Was glaubst du wie viele Frauen werden darauf gebären?

Die Frage nach einem Gebärhocker wurde zwar bejaht, aber gesehen hast du keinen.

Ob man einen Geburtsplan mitbringen könnte, hatte jemand gefragt. – Natürlich! Aber notwendig sei es nicht, denn Wünsche werden ja sowieso besprochen.

Den Hinweis darauf, dass nur eine Begleitperson möglich sei, hatte deine Nachfrage auch hinfällig werden lassen, ob du eine private Doula mitbringen könntest.

Überhaupt – das Wort “Doula” war auch im Geburtsvorbereitungskurs nicht gefallen.

Merkst du etwas?

Es passiert leise. Überall.

Die Empfehlung, die Geburtsvorbereitung gleich “im Haus” zu machen, klang plausibel. So hättest du die Chance wenigstens eine der Hebammen näher kennenzulernen.

Aber auch das kann eine Gefahr für deine Geburt darstellen.

2. Weil deine einzige Geburtsvorbereitung durch Menschen deines Geburtsortes stattgefunden hat.

Es ist recht üblich. Dort wo die Geburt stattfindet, macht “man” auch den Geburtsvorbereitungskurs.

Es ist aber auch recht bequem?

Für dich? Nein quatsch. Deine Beweggründe sind doch total verständlich. Bequem ist es für die Geburtsbegleiter. So kann dir schon niemand anderes “irgendwelche Flöhe ins Ohr setzen”.

Ach ja … und das was in Büchern steht “Papier ist geduldig” und das was im Internet geschrieben wird ist, mit Verlaub, natürlich sowieso reiner Quatsch.

Die Geburtsvorbereitung wird dich vorbereiten. Auf die Geburt.

Doch es gibt dafür keine Standards. Egal, ob dein Kurs von der Kasse übernommen wird, weil ihn eine Hebamme leitet, oder ob du ihn privat zahlst, weil du dich für eine alternative Geburtsvorbereitung entschieden hast.

Ein solcher Kurs entspricht alleine dem Standard, den die Kursleitung selbst gewählt hat.

Die Geburtsvorbereitung an deinem Geburtsort ist natürlich abgestimmt auf die “Regeln” die dort vorherrschen. Sie soll dich schließlich auf die Situation vor Ort vorbereiten.

Immer wieder ergibt dies ein recht verzerrtes Bild.

Das was du liest oder hörst, wenn es um Selbstbestimmung geht, steht nicht mehr im Einklang mit dem Gefühl, welches du im Rahmen der Geburtsvorbereitung bekommst. Oder du merkst immer mehr, dass dich die Geburtsvorbereitung auf alles mögliche vorbereitet.

Jedoch nicht darauf, dir und deinem Körper vollständig zu vertrauen.

Sie bringt dich in eine Abhängigkeit. Welche in Ordnung ist, wenn deine Geburtsbegleitung dich genau dort abholen kann, wo du stehst und dorthin begleitet, wo du und dein Körper hingehen wollen.

Viele Geburtsberichte lassen jedoch anderes vermuten.

Diese sind es auch, die immer wieder Ängste in dir aufsteigen lassen. Was uns zum nächsten Punkt führt.

3. Weil deine Ängste dir bei der Geburt einen Strich durch die Rechnung machen

Seit dem du dich gedanklich auf den Plan einer Schwangerschaft eingelassen hast, hast du unglaublich viel gelesen. Bücher über die Schwangerschaft und das Leben mit Baby.

Will ich dir das jetzt vorhalten? Sagen, dass es falsch war?

Nein!

Niemals.

Es war richtig! Es IST richtig.

Wenn es zu dir passt.

Du öffnest damit deinen Geist für das Abenteuer, das mit der Schwangerschaft und der Geburt auf dich wartet.

Doch dann begehst du einen großen Fehler!

Du gehst davon aus, dass die Geburt jetzt kommen kann.

Dass du weißt, was dich erwartet.

Du verdrängst die kleine Stimme der Befürchtung, dass alles anders kommen könnte.

Du verdrängst die Ängste, denn sie sind schließlich dafür verantwortlich, wenn du unter der Geburt zu wenig Oxytocin ausschütten wirst.

Denn Ängste lassen sich zwar verdrängen. Aber sie kommen wieder. Zum unpassensten Zeitpunkt.

Ein weiterer Grund, warum sie sich anstauen können ist:

4. Weil du deinen geplanten Geburts-Weg als alternativlos ansiehst

Zu glauben, dass du den einzig wahren Weg deiner Geburt kennst, ist ziemlich irrsinnig – um es gerade heraus zu sagen.

Du kennst ihn nicht.

Woher auch.

Du und dein Baby. Ihr seid diesen Weg noch nie gegangen. Ihr werdet ihn nur ein einziges Mal gehen. Es wird euer individueller Geburtsweg sein.

Ein großer Teil ist, wie in einem Nebel, verborgen.

Doch so wie die Brücke im Beitragsbild, siehst du höchstens einen gewissen Anteil davon klar vor dir.

Den Beginn.

Diesen Beginn kannst du beeinflussen. Kannst du planen. Kannst du vorbereiten.

Schritt um Schritt wird sich – wenn du die Brücke zu deinem Baby über den Weg der Geburt beschreitest – auch der Nebel etwas lichten. So dass die nächsten Schritte sichtbar werden.

Ein wichtiger “Scheinwerfer” um auf diesem Weg mögliche Gefahren zu erkennen und frühzeitig zu umgehen ist deine Hebamme in der 1:1-Betreuung. Für sie haben Stolpersteine durch all Ihre Erfahrung einen Wiedererkennungswert.

Auf Augenhöhe könnt ihr frühzeitig und in Ruhe klären, wie ihr weitermacht.

Warum glaubst du, dass du bisher nur den einen, reinen Weg deiner Geburt vor Augen hattest?

5. Weil dein Bild der perfekten Geburt geklaut ist

Sobald du dich in die “alternative” oder “reflektierte” Geburtsvorbereitungsszene begibst, wird er dir vermittelt.

Der einzig wahre Weg.

Doch damit erliegst du einem gleichgearteten Irrglauben, wie die Anhängerinnen der “Save-your-lovechannel”-Bewegung.

Einer Lüge.

Der Wahrheit von anderen.

Natürlich ist es leicht, ein Bild der Geburt einer anderen Mutter auf dich selbst zu übertragen. Doch du wirst enttäuscht sein. Herausfinden müssen, dass mit der Geburt die Täuschung die du dir mühevoll aufrecht erhalten hast beendet ist.

Es passt nicht.

So zumindest, wenn es ein willkürliches, positives Traumbild war, das du dir erschaffen hast.

Nicht minder gefährlich sind negative Geburtserlebnisse anderer. Sie können unrealisitische Ängste zusätzlich schüren.

Daher ist es gut, wenn du lernst bei dir zu bleiben und zu unterscheiden.

Du kannst lernen die Erlebnisse anderer wahrzunehmen und für dich zu prüfen.

  • Was ist dir selbst wichtig.
  • Wohinter stehst du selbst.
  • Was passt zu deiner Lebenseinstellung.

Wenn du nicht an Hypnose glaubst oder es gar gegen deine Lebenseinstellung steht, wird dir Hypnobirthing keinerlei Vorteil bringen.

Wenn du die Vorstellung eklig findest in Kontakt mit eurem Mutterkuchen zu kommen, wird eine Lotusgeburt euch nicht glücklicher machen.

Wenn du Angst hast zu Hause zu gebären wird dies nicht der richtige Ort sein.

Ist es deshalb besser gar nicht so viel zu wissen?

Wenn es besser zu dir passt vielleicht. Dann wird manches was ich hier im Blog schreibe auch gar nicht so zu dir passen – weil ich neben einer guten, engen, vertrauten Geburtsbegleitung, die “aufgeklärte Entscheidung” als wichtig erachte und du hier immer wieder mit ihr konfrontiert sein wirst.

Sonst erliegst du vielleicht dieser letzten Gefahr.

6. Weil du nicht darauf vorbereitet bist, dass es mit der Geburt völlig anders kommen kann

Ganz bewusst hast du dich entschieden, dich nicht damit zu beschäftigen.

Du hast vielleicht einen Schwangerschaftsdiabetes bekommen – aber mit den Risiken für dein Baby möchtest du dich gar nicht erst näher beschäftigen. Wird schon gutgehen.

Du hast von einer Freundin gehört, die eine Schwangerschaftsvergiftung (Hellp-Syndrom) bekommen hat – aber davon willst du jetzt gar nichts hören. Wird schon gutgehen.

Du hast von anderen gelesen, die ihr Baby viel zu früh geboren haben und obwohl du schon seit einiger Zeit Wehen und einen verkürzten Gebärmutterhalst hast, möchtest du dich mit diesem schrecklichen Thema nicht weiter befassen. Wird schon gutgehen.

Du hast bewusst die Zeichen ignoriert, die dir dein Körper leise sendet, damit du dich vorbereiten kannst. Weil du Angst hast.

Und es ist ok Angst zu haben.

Doch es bringt dich nicht weiter, diese Angst zu verstecken. Oder sie zu ignorieren.

Für dich und dein Baby gibt es so gute medizinische Hilfe und Begleitung. Du hast es nicht nötig das Schicksal zu ignorieren.

Du bist eine wunderbare Frau und wirst eine wunderbare Mutter sein.

Aber einen Schwangerschaftsverlauf können wir manchmal einfach nicht beeinflussen. Manchmal findet die Geburt ganz anders statt, als geplant. Und du brauchst zügig Lösungen, wie du dennoch wieder gut auf die Beine kommst.

Fazit.

Was wir beeinflussen können sind die Umstände und unsere Haltung zur bevorstehenden Geburt.

Daraus entwächst etwas, was sich von außen vielleicht ähnlich ansehen lässt, wie eine perfekte Geburt, jedoch etwas völlig anderes ist! Eine selbstbestimmte Geburt.

Eine selbstbestimmte Geburt wirkt deshalb im Nachhinein vielleicht perfekt, weil die Geburt mit der Mama im Einklang steht. Das liegt aber nicht daran, dass alles perfekt lief, sondern weil es in Einklang gebracht wurde.

Um das für dich zu realisieren brauchst du

  1. Informationen, wie du die Umstände nutzen und beeinflussen kannst
  2. Begleitung, wie du deine Haltung und dein Mindset von innen heraus änderst.

Beides kannst du selbst tun, indem du dir in (Fach-)Büchern und unter Umständen auch online die entsprechenden Informationen aus Publikationen und Studien zusammensuchst. Indem du dir mit Selbstcoaching Methoden hilfst, dich selbst besser zu verstehen.

Wenn du das nicht alleine tun möchtest, sprich mich gerne einfach an!

Wo musst du noch drangehen? Welches Thema steht bei dir auf der Agenda?

Siehst du, dass es anderen wie hier beschrieben geht, dann teile den Artikel einfach mit Hilfe des Button unten in deinem Lieblingsnetzwerk.

Ich wünsche dir, dass du gut vorbereitet bist, wenn du in die Geburt gehst.

Alles liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

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