Einfach Mama!
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18 Tage daheim: Sätze, die ich meinen Kindern ständig sage

Wütend schallte es durch die Räume unserer Wohnung. “Nein nein nein. Halt! Das nicht! Hör sofort auf! Lass das! Ich werfe gleich das gesamte Schokoladenpulver raus!!!”

Ich muss ja fast schon wieder schmunzeln. Natürlich geht es bei uns nicht immer nur gesittet zu!

Besonders, wenn die Nächte grad anstrengend sind, weil weiss der Geier warum. Heute war so ein Morgen.

Also bitte – nimm dir aus diesem Text nur mit, was dir wirklich hilft – nicht das was dir Schuldgefühle macht. Das ist mir wichtig.

Denn diese Sätze helfen mir eben OFT, auch wenn ich müde, hungrig, unausgeglichen bin und mein inneres mitwütet. Aber eben auch nicht immer – so wie heute morgen.

Hab das also gerne intensiv vor Augen!

“Oh, hoppla!”

Mit Kindern passieren ja irgendwie regelmäßig Sachen. Dinge bei denen ich auch schimpfen oder wüten könnte.

Momente in denen ich gemeine Sachen sagen könnte.

Hab ich als Kind oft genug gehört. Höre ich heute immer noch oft. “Kannst du nicht endlich mal aufpassen!?” – “Bist du schon wieder hingefallen!?” – “Musst du immer alles kaputt machen!?”

Wenn ich “Oh hoppla!” sage, verschafft mir das Zeit.

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Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Zeit, diese Sätze vorüberziehen zu lassen.

Zeit, um besonnen reagieren zu können.

Bei Stürzen. Auch bei Scherben.

  • Oh hoppla. Bleib wo du bist – ich heb dich hoch, hier sind ganz viele Scherben.
  • Oh hoppla. Du bist hingefallen. Brauchst du Hilfe?
  • Oh hoppla. Das scheint kaputt zu sein.

Mir hilft “Oh hoppla” immens!

“Warte bitte kurz.”

“…., ich komme gleich!”

Ich hab es früher gehasst, wenn mir jemand sagte “1 Sekunde” oder “Moment, 1 Minute” …. den meist stimmen solche Zeitangaben nicht.

“Warte bitte kurz” hat bei im Umgang mit meinem Großen Einzug gehalten. Er war ein motorischer Spätzünder und ein Dauertragling. Lange!

Wenn ich mich von ihm entfernte, hatte er schnell Panik.

Für ihn hat dieser Satz einen immensen Unterschied gemacht, denn ich kam dann auch sofort wieder! Dh. ich hab das nicht so sehr überstrapaziert.

Inzwischen gehört dazu auch mal ein längerer Moment, aber eben auch nicht zu lange. Weiss ich, dass ich länger brauche, sag ich es auch anders.

“Ich höre Schreie!”

Einen Satz, den ich mir nach dem Workshop zum Buch “Geschwister als Team” von Nicola Schmidt* in meinen Wortschatz aufgenommen habe.

Gerne in Verbindung mit “Kann ich euch helfen?”

In Zeiten unseres häuslichen Hauptaufenthaltsortes kam es immer wieder zu Handgreiflichkeiten. Die Geschwister konnten sich einfach nicht mehr genug aus dem Weg gehen.

Anfangs konnte mein Großer noch nicht viel damit anfangen – erst nach einiger Zeit fing es an, dass er meine Hilfe in Konflikten annehmen konnte.

Ganz klar: oft muss ich erstmal noch schützend eingreifen – Tempo rausnehmen. Danach geht es leichter weiter.

“Sei bitte vorsichtig”

Häufig wollen die Kids ja Dinge tun, von denen wir Erwachsene noch gar nicht wissen, ob sie es können. Statt diese intrinsisch motivierte Aktion auszubremsen, hab ich meine sorgenvolle innere Stimme an die Hand genommen.

“Sei bitte vorsichtig”

Dieser Satz hilft mir.

Gerade wenn ich das Gefühl habe, dass meine Kinder grad unvorsichtig in neue Situationen stürmen.

Ebenso gern sage ich: “Konzentrier’ dich bitte.”

Dabei bleibe ich tatsächlich ganz ruhig. Und es hilft mir dabei ruhig zu bleiben. Egal ob ein Kind auf der Rückenlehne vom Sofa balanciert oder das andere Kind am Regal zum Hochbett hochklettert.

Unfälle passieren ja meistens, wenn sich jemand erschrickt oder eben unvorsichtig war. Egal ob aus Eile oder Selbstüberschätzung.

“Das ärgert dich!”

Oder auch “Du bist grad ganz schön wütend!”

Gerne zusammen mit “Oh Mann.”

Wut zu begleiten war eine essentielle Lernkurve, die ich in den letzten 6 Jahren reichlich üben darf. Das klappt mal besser, mal schlechter.

Immer wieder prüfe ich deshalb auch, ob sich die Sätze für Wut & Ärger noch stimmig anfühlen.

Mein Ziel ist, dass meine Kinder wissen, dass ihr Wut & Ärger Namen haben.

Wenn ich aus der Stillberatung eines weiss: Dinge die einen Namen haben sind leichter anzunehmen. Beispielsweise Clusterstillen. Denn Dinge, die einen Namen haben, haben andere offenbar schon in so großer Zahl durchlebt, dass sie einen Namen bekamen.

“Kann ich helfen?”

Auch in der Version: “Brauchst du meine Hilfe?”

Gerne in Verbindung mit anderen meiner Hilfs-Sätze.

Nicht immer ist es an mir einzugreifen.

Egal, ob ein Kind gerade gefährliche Kletter-Routen über Möbel erkundet. Oder die Kleine die Bauwerke vom Großen zerstört oder zumindest gefährdet.

Ich denke manchmal schon zu früh, eingreifen zu müssen. Ohne dass es notwendig ist.

So gebe ich die Möglichkeit mein Hilfsangebot – das ja da sein darf – anzunehmen oder noch nicht.

“Sollen wir mal kuscheln?”

Wir kuscheln zwar täglich beim Einschlafen mit den Kindern, aber kann man jemals zu viel kuscheln?

Gerade in unsicheren Zeiten hilft es über Nähe die Oxytocin-Produktion hochzufahren. Das stärkt die Gruppe innen und nach außen.

Das Sicherheitsempfinden wächst.

“Darf ich dich in den Arm nehmen.”, ist auch eine Frage, die erstmal abchecken soll, ob…

  • körperliche Nähe grad angenommen werden kann
  • es noch einen Moment dauert bis Umarmen möglich ist

Kinder sollen in meinen Augen so früh wie möglich lernen, dass sie körperlichen Kontakt auch ablehnen dürfen.

“Ich kann nicht an mehreren Stellen gleichzeitig sein.”

Je mehr Menschen in einem Familienverbund, desto wahrscheinlicher, dass gleichzeitig mehrere Personen etwas von dir wollen.

Das merke ich besonders, seit die Kleine mobil ist.

Manchmal hab ich daher schon Anforderungs-Overload, ehe es die Menschen um mich herum merken.

Ein “Warte bitte.” und den Hinweis, dass ich begrenzt in meinen Möglichkeiten bin, passe ich dann entsprechend an die Situation an.

Darf ich feeeeeernseeehn?

Wahlweise auch “was Süsses” – “ein Brötchen” – “Baden” …. was auch immer.

Meistens sind es Fragen, bei denen mein erster Impuls ist “Nein!” zu sagen.

Dann atme ich. Einmal ein. Einmal aus.

Und dann sage ich:

“Ja.”

Da kommt es zu sehr verrückten Situation, wie in Woche 2 daheim.

Die Kinder fragten nämlich einhellig und sofort nach dem Aufstehen nach Schokoladeneis. Vor dem Frühstück.

Sofort meldete sich mein eigenes Elternhaus: Neeeeeeein!!!! Erst wird was GESCHEITES gegessen.

Einatmen. Ausatmen.

“Ja.”

Ist das bequem? Könnte man sicher behaupten. Ist es ungesund? Ja, naja – so ungesund wie zuckerreiches Eis eben ist.

Wir haben als Eltern da ja durchaus die Hand drauf, was wir einkaufen oder im Laden lassen.

Eine Stunde später gab es übrigens einen großen Teller mit Paprika und Apfel. Davon wäre vermutlich deutlich weniger gegessen worden, wenn wir uns ums Essen gestritten hätten.

Solche schönen bunten Teller versüssen uns übrigens oft den Tag und sind nach einer Inspiration von Susanne Mierau von Geborgen wachsen bei uns mit “eingezogen”. Das finde ich liebevoller als das “Dann nimm dir halt einen Apfel”, das ich als Kind oft gehört habe.

Außerdem: über Essen streiten?

In meinen Augen war meine Kindheit die Basis für ein so katastrophales Essverhalten wie ich es erlernt habe. Darauf verzichte ich gerne.

Sage ich niemals nein, wenn Eis zum Frühstück gewünscht wird?

Doch.

Wenn es eine ungeöffnete Packung ist, sage ich sehr wohl nein. Sehr klar. Ganz ruhig. Wann immer ich etwas nicht möchte und für mich auch ganz eindeutige Gründe habe.

Übrigens ein idealer Grund den eigenen “Nein”-Bedarf mal an den Stellen auszuleben, wo es dringend für uns nötig ist: gegenüber Menschen, die uns übergriffig reinreden wollen.

Ebenso natürlich für dringend wichtige “Nein”-Situationen auch gegenüber den Kindern. (In dem Fall rede ich nicht von der Steckdose oder anderen echten Gefahrenquellen, denn für die reicht in meinen Augen das “Nein” nicht aus! Im Gegenteil – es erhöht die Unfallgefahr.)

Ein Nein ist ein Nein bleibt ein Nein!

Als ich anfing meine Hilfssätze zu gestalten, tendierte ich häufig dazu ein “Nein” über den Haufen zu schmeissen.

Das Nein war also dann oft nur so viel wert wie mein Durchhaltevermögen.

War voll blöd, sag ich dir!

“Nein” ist ein wirklich wichtiges Wort.

Um unsere Grenzen zu schützen!

Gerade auch das “Nein” der Kinder untereinander ist mir sehr wichtig. Denn bei aller freier Entscheidung jedes einzelnen, gibt es Grenzen: dort wo sie bei meinem Gegenüber sind.

Also auch das “Nein” der Kinder gegenüber mir.

OK.

Um mir das selbst zuzusprechen entstand der Satz “Ein Nein, ist ein Nein, bleibt ein Nein.”

Das ist ein Satz, den wir gemeinsam tatsächlich üben. Mir ist es hier wichtig, das Nein zur Klarsetzung der eigenen Grenzen so zu stärken, dass es notfalls auch gegenüber Fremden oder anderen Vertrauten Personen deutlich gesagt wird.

Wo ist da ein besserer Übungsraum als in der Familie.

Hast du Sätze die dir helfen ruhig in der Beziehung mit deinen Kindern zu bleiben?

Für mich sind die obigen Sätze Rettungsanker. Sie helfen mir oft, Zeit zu gewinnen.

Dabei unterstützen sie mich in meiner Reaktion.

Gerade dann, wenn der Mental-Load zu viel wird. Ich unausgeschlafen bin. Gestresst. Keine geduldige Mischung.

Kennst du?

Wie hilfst du dir selbst? Hast du Sätze, die dir helfen Zeit zu gewinnen? Oder brenzelige Situationen zu retten? Tust du etwas völlig anderes?

Erzähl’ davon gern in den Kommentaren! Ich bin schon sehr gespannt.

Alles Liebe,
Deine Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

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