Beratungsbeispiel, Stillzeit
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Schlafberatung mit Ann-Kathrin für bessere Nächte mit Stillkind

Schlafberatung ohne Abstillen

Ann-Kathrin meldete sich mitten zwischen den Weihnachtsfeiertagen 2019 bei mir für ein Infogespräch, weil sie sehr unruhige Nächte mit ihrem Stillkind erlebte. Sie suchte eine bedürfnisorientierte Schlafberatung.

Ihr Kleiner, 11 Monate alt, erwachte teils stündlich. Dabei weinte er sofort und ließ sich von seiner Mutter nur mit Stillen beruhigen. Tragen, streicheln, kuscheln halfen nur bedingt oder auch gar nicht.

Viel ausprobiert hatte Ann-Kathrin bis dahin noch gar nicht, denn ihre Sorge war, dabei etwas falsch zu machen. Sie hatten als Familie bereits in der Vergangenheit Unterstützung durch eine Stillberaterin und Schreibaby-Beratung in Anspruch genommen. Nicht alles, was sie dort erlebt hatte, fühlte sich stimmig an.

Jetzt wollte sie sich sicher sein, nichts “falsch” zu machen.

Das Infogespräch zur Schlafberatung

Im Infogespräch konnten wir alle Details zur Schlafberatung in Form einer Monatsbegleitung besprechen. Bei der Monatsbegleitung arbeiten wir über mindestens einen Monat, damit die notwendigen Veränderungen Stück um Stück in den Alltag integriert werden können.

Ebenso trafen wir die Vereinbarung, dass wir in jedem Fall immer genau hinsehen werden, ob die gewählten Maßnahmen auch für sie und ihr Stillkind passend sind. Ann-Kathrin wusste, dass sie sich nicht wieder überfahren und fremdbestimmt fühlen musste.

Der Ersttermin unserer Monatsbegleitung

Im Januar starteten wir. In einem 90-minütigen Ersttermin besprachen wir die Familien-Schlaf-Situation und wie sie sich in den vergangenen 12 Monaten gewandelt hatte. Gerade zum Beratungsbeginn hatte den Bub ein Infekt erwischt, was die Schlafsituation nochmal zusätzlich belastete. Zur Vorbereitung hatte Ann-Kathrin ein Tag- und Schlafprotokoll erstellt, woraus wir entnehmen konnten, wie der durchschnittliche Schlafbedarf verteilt ist.

Darüber hinaus haben wir die Erlebnisse aus dem 1. Lebensjahr der Familie besprochen. Wir betrachteten das vorhandene Abendritual ebenso wie die Tagschlafsituationen. Ebenfalls zu so einem ausführlichen Ersttermin gehört es, bisher nicht bedachte medizinische Faktoren anzusprechen – die offenen Fragen hat die Familie bei einer entsprechenden ärztlichen und diagnostischen Konsultation besprochen.

Das Schlafprotokoll

Im Schlafprotokoll zeigte sich, dass die Nächte sehr unterschiedlich waren und häufig von Weinphasen unterbrochen wurden.

Die im Bett verbrachte Zeit wurde eher als knatschig erlebt und beim Tragen drückte er den Rücken durch, als würde er sich nicht wohl fühlen. Die möglichen Begleitungsoptionen waren sehr tagesformabhängig.

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Interessant bei den beiden war, dass der Bub gar nicht an der Brust beim Stillen einschlief, sondern sich nach dem Stillen in den Schlaf wälzte. Dabei wollte er nicht gehalten werden.

Die Mama konnte also nur ruhig daneben liegen und warten, bis ihr Bub in den Schlaf findet. Oder nochmal stillt. Wieder ohne einzuschlafen.

Die größten Belastungen

Belastend für die Familie war, dass die phasenweise häufigen Unterbrechungen sehr zehrend waren. Das Nervenkostüm von Ann-Kathrin war einfach nicht mehr belastbar und es häuften sich auch verständlicherweise die Konflikte zwischen beiden Elternteilen.

Außerdem stand bald der Wiedereinstieg in ihre Arbeit als Lehrerin an. Wie sie dafür genug Konzentration haben sollte, war wirklich fraglich! Ebenso wie die Geduld, die sie für die Kinder, mit denen sie arbeitete, brauchte.

Resultate vom Ersttermin

Am Ende unseres Gesprächs sagte Ann-Kathrin einen Satz, der mir sehr hängen blieb: Sie hatten mehrere Monate als Familie im Wohnmobil gelebt und waren gereist. Dabei hatte ihr Stillkind teils viel besser geschlafen.

Auch wenn viele Mütter schon nach dem ersten Schlafberatungstermin eine Verbesserung herbeisehnen, ging es jetzt bei Ann-Kathrin aber zunächst an die Umsetzung der Aufgaben, die ich ihr gestellt habe.

Unsere Vorgehensweise in der Schlafberatung

Im Verlauf der ersten Woche arbeitete Ann-Kathrin mit einem der Themenworkshops, die im Rahmen der Monatsbegleitung als Bonus zur Auswahl stehen. Sie wählte den Workshop “Natürlich Abstillen”, der auch einzeln im Shop erhältlich ist. Der Grund, dass die Wahl ausgerechnet auf diesen Workshop viel? Es war die Frage aufgekommen, ob sie jetzt gerade das Abstillen forcieren wollte. Oder, ob Weiterstillen “dran” war.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Workshop waren, dass der Kleine eine Möglichkeit braucht, um mit den Händen aktiv zu sein, ohne seiner Mama dabei weh zu tun. Ann-Kathrin hat auch intensiv überlegt, wie es mit der Option “nicht-Stillen” aussieht und kam zu dem Schluss, dass nicht zu stillen sich nicht gut anfühlt.

Im Gespräch erkannten wir, dass das Schlafsetting im Alkoven vom Wohnmobil für den Bub zu einem ruhigeren Schlaf geführt hatte. Gemeinsam überlegten wir an den konkreten Dinge, die Ann-Kathrin selbst zu Hause umsetzen konnte.

Eine große Bremse für Ann-Kathrin  im Wunsch sich frei zu fühlen und sich selbst, Papa und Kind zu vertrauen waren das heftige Geburtserlebnis und die Erfahrung mit empfohlener Weinbegleitung. Bei der Weinbegleitung war sich Ann-Kathrin bis zum Ende nie sicher gewesen, ob ihr Sohn nicht doch das Stillen in jenen Momenten brauchte oder sogar Hunger hatte. Das hatten Mutter und Kind auch nach einem Jahr noch nicht gut verdaut, obwohl sie sehr darum bemüht waren. 

Ideen, Zuspruch und Verständnis

Von Woche zu Woche integrierten beide immer weiter kleine Veränderungen, um die Nächte zu verbessern, ohne die Stillbeziehung zu beeinträchtigten.

Wir verteilten die vorhandenen Kraftressourcen so, dass Ann-Kathrin ihre eigene Schlafversorgung deutlich verbessern konnte.

In den vertrauensvollen Gesprächen stießen wir auf innere Schuldzuweisungen und Ängste, die gute Lösungswege verbauten. Dadurch, dass wir sie aufdeckten, konnte die Familie wieder freier agieren.

Schlafberatungs-Erfolg: 5 Stunden Schlaf am Stück

Durch die zusätzliche Energie, die zwischenzeitlich in ihre beruflichen Termine floss, merkte Ann-Kathrin sehr, dass sie Nachts mehr Schlaf brauchte.

Gemeinsam mit ihrem Mann besprach sie sich und sie fanden eine bessere Aufteilung. So konnte Ann-Kathrin auch mal 5 Stunden am Stück schlafen. In dieser Zeit versorgte Papa seinen Sohn mit liebevoller Begleitung und abgepumpter Muttermilch.

Um genug mit eigenem Nachtschlaf versorgt zu sein und diese Option nicht ungenutzt zu lassen, kümmerte sich Ann-Kathrin darum, in diesen Nächten die Verantwortung voll abgeben zu können. Sowohl innerlich, als auch indem sie ihr Schlafsetting so “trennte”, dass sie nicht beim ersten Mucks vom Kleinen selbst erwachen, agieren oder reinreden musste.

Rückblickend erinnert sich Ann-Kathrin heute, 5 Monate später: “Meinem Mann und meinem Kind zu vertrauen, dass die beiden auch ohne mich ‘klar’ kommen, das war für mich ein großer Schritt in dieser Zeit. Kontrolle abzugeben, sich ins Vertrauen hineinzubegeben… und dann zu sehen: es trägt.”

Das nächtliche Weinen wurde deutlich weniger

Im Verlauf zeigte das Schlafprotokoll, dass sich die nächtlichen Weinphasen deutlich reduziert hatten.

Vergleich der nächtlichen Weinphasen zu Beginn und zum Ende der Schlafberatung

Die Wende hatte es gegeben dadurch, dass wir eine Sperre in Ann-Kathrin’s Kopf beiseite räumen konnten: In der Schreibaby-Beratung, in der Ann-Kathrin in den ersten Lebensmonaten mit ihrem Kind gewesen war, hatte sie die Sicherheit verloren, wann sie stillen “durfte”. Sie spürte, wie sie nun auch heute nicht sicher war, ob sie stillen sollte oder nicht. Das war einerseits deshalb, weil sie nicht “unnötig” stillen wollte: “Mir wurde immer wieder gesagt, ich soll nicht so oft Stillen, da ich sonst ja noch mehr Milch hätte. Ich habe ja sehr lange ziemlich viel Milch gehabt. Ich hatte im Hintergrund immer Angst davor, wieder eine Brustentzündung zu bekommen und kein Vertrauen in mich und mein Kind.”  

Andererseits hing ihr das Gefühl nach, dass sie ihr Baby damals hatte hungern lassen, weil sie das Weinen begleiten sollte.

Obwohl die Nächte dadurch viel anstrengender wurden, hatte Ann-Kathrin versucht, ihren Sohn ohne Stillen wieder in den Schlaf zu bringen. Wir stellten fest, dass die Schlafphase die ohne Stillen eingeläutet wurde, aber viel kürzer war. 

Rückblickend gesehen wurden die Stillmahlzeiten in 24 Stunden sogar weniger, obwohl Ann-Kathrin nun immer sofort stillte, wenn sie den Eindruck hatte, es könne helfen.

Stillen war die Einschlafbegleitungsmethode, die im Fall der beiden zu deutlich ruhigeren Nächten führen konnte.

Die Frequenz der Unterbrechungen reduzierte sich dadurch deutlich.

Anzahl der Stillmahlzeiten zu Beginn und am Ende unserer Schlafberatung

Es zeigte sich, dass auch der Kleine selbst tendenziell sogar etwas mehr Schlafenszeit brauchte, als die, die er zu Beginn der Schlafberatung hatte.

Gesamtschlafzeit im Vergleich zum Beginn und am Ende der Schlafberatung

Einen weiteren Grund für das nächtliche Weinen konnten wir durch ein farblich und in der Lichtstärke angepasstes Nachtlicht eliminieren. So fühlte sich der Kleine nachts nicht völlig verloren, sondern Ann-Kathrin konnte bereits auf sein Jammern reagieren. Er setzte sich auf oder robbte sogar zu seiner Mama hin.

Schlafberatung in der Stillzeit

Was mich in der Schlafberatung mit Ann-Kathrin so mega beeindruckt hat, war, dass sie sich immer wieder ihre empfindsamsten Stellen angeschaut hat. Sie hat eine unglaubliche Offenheit mitgebracht, was die Zusammenarbeit mit ihr tief, vertrauensvoll und freudig gemacht hat.

Ann-Kathrin schreibt über die Beratung: “Liebe Tabea, durch deine herzliche und ehrliche Art hast du mich ganz wundervoll begleitet. Du hast mich da abgeholt, wo ich zum damaligen Zeitpunkt stand. Hast mich hinschauen lassen, zu meinen / unseren Themen. Gemeinsam haben wir gebuddelt… immer noch ein bisschen tiefer, um dann zu erkennen, was es im Kern wirklich war. Ich schicke dir ganz liebe Grüße.”

Die Ideen und Lösungsstrategien die wir bei Ann-Kathrin eingesetzt haben, waren abgestimmt auf ihre persönliche Familiensituation. Wir konnten den Papa vertrauensvoll mehr einbinden, wo es nötig und möglich war. 

Es gab zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten, wo ruhiger Schlaf möglich war.

Das ist nicht immer der Fall.

Der Kleine hat die Nächte mit dem Papa gut angenommen – ohne die zuvor aufgebaute, stabile Bindung zum Papa wäre das ebenso eine völlig andere Situation.

Deshalb ist sind die Maßnahmen aus dem Beispiel von Ann-Kathrin für euch vielleicht gar nicht umsetzbar. Wenn du dich davon inspirieren lassen möchtest, sehr gerne!

Während ich an diesen Zeilen hier geschrieben habe, hat mir Ann-Kathrin nochmal geschrieben, wie es inzwischen ist: “Aktuell ist es übrigens so, dass er 2-3x aufwacht. Gegen 24 Uhr reicht im in der Regel ein Schluck Wasser. So ab 3 Uhr darf es dann aber doch “Mamameis” sein 🙂 Ich nehme mir nachts immer mal wieder eine Auszeit, ganz alleine und zwar bevor ich ‘explodiere’. 🙂 Da wirklich auch gut auf mich zu achten und schon im Vorfeld zu reagieren, da hast du mich wirklich super hingeführt. Wenn Papa und Sohn die Nacht ohne mich verbringen, will er gar keine Milch mehr, sondern Wasser und bei Bedarf ein Stück Banane. Und weißt du was: Die Männer machen das großartig. Der Kleine meldet sich kurz, trinkt und schläft danach einfach wieder ein. Ohne Weinen. Das konnte ich am Anfang kaum glauben.”

Hast du Lust, deine eigene nächtliche Stillsituation mit Hilfe meiner Schlafberatung in der Stillzeit zu verändern? Dann meld dich gern für ein Infogespräch oder schau in meinen Angeboten um.

Ich wünsche dir und allen anderen Stillmamas erholsame Nächte.
Alles Liebe,
Deine Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

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