Stillen lernen, Stillprobleme, Stillzeit
Schreibe einen Kommentar

Stillberatung vs. Stillclub

stillberatung tabea laue ibclc

Als ich den Stillclub 2019 ins Leben gerufen habe, war das „alles“ nicht geplant.

Die Pandemie: nicht geplant

Mein Beratungsende: nicht geplant

All-inclusive im Stillclub: nicht geplant

Deshalb überrascht es mich gar nicht so sehr, dass es sich heute mit dem gewachsenen Stillclub so anfühlen kann, als würdest du für etwas bezahlen, was du überhaupt nicht in Anspruch nimmst.

Doch nun erstmal der Reihe nach.

Tabea, kannst du mich zu xyz beraten?

Die Beratungsanfragen die mich erreichen sind total unterschiedlich.

  • Tandemstillen
  • Wunde Brustwarzen
  • Zu wenig Milch
  • Schmerzen beim Stillen

…sind die häufigsten Anliegen.

Aber auch unbequeme Stillpositionen, Milchstau oder Brustentzündung, Medikamente, Stillpausen und generelle Fragen rund ums Stillen, Schlafen und den Alltag mit einem kleineren oder größeren Stillkind.

Seit Herbst 2020 habe ich jedoch die Beratungstätigkeit einstellen müssen, weil meine Kapazitäten nicht gereicht haben.

Davor bereits habe ich intensiv getestet, wie ich den akuteren Anliegen, wie handfesten Stillproblemen, auch im Rahmen einer Gruppenbetreuung gerecht werden kann. Ich war sehr überrascht – es klappte viel besser, als ich zuvor gedacht hatte.

So sind die „Erste Hilfe“-Kurse für Milchstau, wunde Brustwarzen und zu wenig Milch entstanden. Als preiswerte umfangreiche Alternative zur Einzelberatung waren sie eine ganze Weile in meinem Shop verfügbar.

Der Stillclub

Den Stillclub kannst du dir vorstellen wie eine Mischung aus Familienbildungsstätte und Fitnessstudio.

Nur eben online. Und rund ums Thema Stillen. Von der Stillvorbereitung bis zu Abstillen gibt es – Stand Juli 2021 – 25+ Workshops und Kurse.

Jeden Monat kommt ein weiterer hinzu. Die Kursbibliothek wächst. In enger Zusammenarbeit mit den Teilnehmern finden wir die interessantesten Themen.

Die Mitgliedschaft kann im ersten Jahr als Jahres- oder Monatsbeitrag beglichen werden. Nach dem Ablauf der ersten 12 Monate ist sie monatlich kündbar.

Jede Woche gibt es verschiedene Angebote zum Austausch. Expertenantworten auf eigene generelle oder akute Fragen gibt es in der Sprechstunde.

Bei Anliegen gibt es also meist bereits eine Antwort, zu der schnell verlinkt werden kann. Nach der Arbeit mit dem entsprechenden Kurs für ein Anliegen oder noch währenddessen, werden weitere Fragen in der Sprechstunde oder 24/7 in der zugehörigen Facebook-Gruppe geklärt.

So hast du sofort nach der Anmeldung Zugriff auf alles was du wissen musst, um deine Schmerzen zu lindern oder die Milchbildung anzukurbeln. Doch du bist einfach nie allein dabei. (Auch nicht, wenn um dich rum alles demotivierend meint, du könntest doch auch einfach abstillen.)

Eine Stillberatung

Manchmal verweise ich bei der Anfrage nach Stillberatung auf die Stillberatungssuche.

Gerade bei kleinen Babys und wenn ich herauslesen kann, dass eine Einzelberatung mehr Sinn macht.

Für Einzelberatung kommt es meist zu etwas Wartezeit. Die Distanz zur nächsten qualifizierten Stillberaterin ist häufiger weit. Oder die Beratung findet – wie zuletzt bei mir – vollständig via Video statt.

Bei einer gründlichen Anamnese kann es 90-120 Minuten dauern, bis alle notwendigen Informationen gesammelt wurden. Die Entstehung des vorliegenden Stillproblems, welche Symptome bereits am Beginn vorlagen, angewandte Maßnahmen und versuchte Lösungswege werden besprochen.

Am Ende steht eine erste Strategie, um dem Stillproblem oder Anliegen zu begegnen.

Begleitende Korrespondenz und Folgeberatungen, bis das Stillproblem im Griff ist begleiten dich sinnvollerweise über die nächsten Wochen.

Selten kommt ein Stillproblem von gestern auf heute. Ebenso selten ist es von heute auf morgen gelöst.

Die privaten Beratungskosten beliefen sich bei meinen Klientinnen meist auf einen höheren dreistelligen Betrag. Abhängig von der Intensität der Begleitung und Verfügbarkeit auch deutlich höher.

Der Stillclub für dein Anliegen

Ende 2020 beschloss ich, auch im Stillclub die häufigsten Stillprobleme aufzufangen.

Es schien mir „unfair“ treue Mitglieder mit zusätzlichen Kosten zu belasten, sobald sie doch vor einem Problem standen. Ich inkludierte alle „Erste Hilfe“ Kurse für Stillprobleme.

Eine Win-Win-Win-Situation entstand.

Die Mamas die sich von vorne herein für eine treue Begleitung im Stillclub entschieden hatten, gewannen alle Möglichkeiten auch schnell auf Stillprobleme reagieren zu können.

Ich gewann die Möglichkeit in den Erste-Hilfe-Kursen nun auch regelmäßig aufkommende Fragen beantworten zu können.

Mamas, die mit einer konkreten Fragestellung zu mir kamen, fanden im Stillclub die Lösung und gleichzeitig eine wertschätzende Community.

Ich bezahle doch nicht…

Doch dann gab es dieses Problem.

Der Stillclub ist ein so umfangreiches Angebot, dass leicht der Eindruck entstehen kann, dass du für etwas zahlen würdest, was du so gar nicht nutzt.

Klar, die Bereitschaft für eine Leistung zu zahlen – wie bei einer Beratung – ist schon da, aber gerade im Gesundheitswesen sind wir gewohnt, dass die Krankenkasse vieles zahlt.

Während im Autohaus der Seufzer beim nächsten Besuch schon gar nicht mehr laut herauskommt. Oder vielleicht doch, wenn du wieder zu Hause bist. Natürlich – kaum jemand hat grad in der Elternzeit spontan mal mehrere hundert Euro auf der hohen Kante, weshalb es beim Stillclub ja auch die bequeme Monatszahlung gibt.

Ich kann mich noch gut erinnern. Als ich das erste Mal in einem All-inclusive-Fitness-Studio eingebucht war. Berufsanfängerin, kleines Gehalt, Vorort von München. Natürlich fragte ich mich, ob ich das alles nutzte. Und: nein! Ich nutzte nicht mal 5% der Angebote. Vielleicht sogar weniger als 1% – ich musste wirklich hinsitzen und überlegen.

Doch mein Körper sagte mir deutlich, dass ich dringend etwas ändern musste.

War es das wert?

Ja, denn es war das einzige Angebot, mit dem ich mein Anliegen einfach lösen konnte. Es war fussläufig erreichbar und hatte dann offen, wenn ich schichtfrei hatte. Ich nutzte genau das was ich brauchte.

Es kann also sein, dass du das Setting im Stillclub mit der Möglichkeit dir jetzt und hier zu helfen einfach nicht magst. Völlig fein.

Möglicherweise ist dir die Investitionshöhe auch einfach ungewohnt hoch – das kannst du nur selbst für dich entscheiden, ob eure Gesundheit oder etwas anderes gerade vorrangig ist.

So lange du stillst hast du Anspruch auf Hebammenhilfe, die wird sogar vollständig von der Krankenkasse übernommen. Stillberaterinnen gibt es ehrenamtlich anbietende Mütter mit eigener Stillerfahrung, mit unterschiedlichster Qualifikation bis hin zur IBCLC, in verschiedensten Settings und Preissegmenten.

Wenn du allerdings nur kurz irritiert warst, ob du jetzt für etwas zahlst, was du gar nicht brauchst: Sei herzlich eingeladen in den Stillclub zu kommen. Du wirst dort begleitet, um deine Fragen zu beantworten und wieder und wieder bestimmte Videos anzusehen, wenn sich Probleme doch nochmal wiederholen.

Hast du vorher irgendwelche Fragen zum Stillclub, dann kommentiere hier oder schreib mir eine eMail oder PN auf den Social Media Kanälen. Ich bin ganz offen, wenn dein Anliegen in einer persönlichen Beratung besser aufgehoben ist.

Vielleicht ja bis bald im Stillclub,
Deine Tabea

Gleich mit Freunden teilen!
Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin
Letzte Artikel von Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.